27. Oktober 2018, 21:21 Uhr

Fußball-Hessenliga

Türk Gücü Friedberg: Null Punkte, einmal Rot, drei Verletzte

Kein guter Tag für Türk Gücü Friedberg! Beim 0:3 gegen den KSV Hessen Kassel verletzten sich gleich drei Spieler des Fußball-Hessenligisten. Zudem gab’s eine Rote Karte gegen Aufsteiger.
27. Oktober 2018, 21:21 Uhr
Ingmar Merle vom KSV Hessen Kassel klärt hier gegen Younes Bahssou und Masse Bell Bell von Türk Gücü Friedberg. (Foto:Nici Merz)

Keine Punkte, mit Silvio Penava, Ertugrul Erdogan und Vuk Toskovic drei verletzte Spieler, die länger auszufallen drohen, und zu allem Überfluss auch noch »Rot« gegen Mittelfeldspieler Lukas Zarges: Für die Fußballer des heimischen Hessenligisten Türk Gücü Friedberg erwies sich das Heimspiel gegen den Tabellendritten KSV Hessen Kassel, der am Samstag auf dem Sportfeld Eisenkrain in Ober-Rosbach einen nie gefährdeten 3:0 (2:0)-Sieg feiern durfte, in mehrfacher Hinsicht als Schlag ins Kontor. »Wir haben uns früh den Schneid abkaufen lassen und sind im Zweikampfverhalten an unsere Grenze gestoßen. Das, was vor Wochenfrist gegen Gießen noch bestens klappte, funktionierte gegen ein starkes Kasseler Team nur selten«, gab’s für TG-Trainer Mustafa Fil nichts zu beschönigen. Die letzten Spiele hätten viel Kraft gekostet: »Das hat man gegen Kassel deutlich gesehen.«

 
Fotostrecke: Ein gebrauchter Tag: Türk Gücü Friedberg unterliegt dem KSV Hessen Kassel


Türk Gücü Friedberg: Auf Konter lauernd

Tobias Cramer, der Coach der Nordhessen, sah es ähnlich: »In den Zweikämpfen lief es sehr gut und vorne wurden die richtigen Entscheidungen getroffen. Nach unserem dritten Treffer war die Partie gelaufen.« Und zwar sehr zur Freude der etwa 150 Gäste-Fans, die den sich früh anbahnenden Sieg ihrer Mannschaft auf ihre Weise, nämlich mit 90 Minuten Dauergesang, kommentierten. Kassel übernahm gegen eine auf Konterattacken lauernde Friedberger Mannschaft sofort das Kommando und schlug in der 14. Minute erstmals zu. Mittelfeldaußen Nael Najjer zog nach Vorarbeit von Bravo Sanchez und Schwechel aus der Drehung flach ab – 0:1. Dass die Kreisstädter in dieser Situation unsortiert wirkten, hatte einen ganz speziellen Grund: Man agierte hinten in personeller Unterzahl, weil Rechtsverteidiger Silvio Penava das Spielfeld kurz vorher verletzt verlassen musste. Für ihn kam Massé Bell Bell, ein Stürmer. Sein Pech: Nach 28 Minuten hätte er egalisieren können, drosch das Leder nach Kohnkes Ecke jedoch aus kurzer Distanz über Hartmanns Kasten.


Türk Gücü Friedberg: Abwehr steht beim 0:2 Spalier

Friedberg witterte Morgenluft, wurde aber kurz vor der Pause auf den Boden der Realität zurückgeholt, als Brian Schwechel das Polster der Cramer-Truppe per Abstauber verdoppelte. Vorausgegangen war ein Merle-Freistoß, den TG-Torwart Riste Shpirov an den Pfosten lenkte. Schwechel stand goldrichtig und vollendete mühelos, wobei vier Türk Gücü-Cracks tatenlos Spalier standen. Versuche der Platzherren, ab der zweiten Hälfte mit erhöhter Schlagzahl und einer offensiveren Ausrichtung das Blatt zu wenden, waren durchaus erkennbar, hatten aber durchgehend bis zum Abpfiff einen ganz entscheidenden Fehler: Sie führten zu nichts. Bezeichnend, dass sich Kassels Keeper Niklas Hartmann kein einziges Mal so richtig zu strecken brauchte, um Schlimmeres zu verhindern.

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Vor allem über die schnellen Außen Najjer und Marco Dawid eingefädelt, waren diesbezügliche Aktionen des Ex-Regionalligisten aus anderem Holz geschnitzt. So geschehen in der 63. Minute: Dawid bediente Najjer, und gegen dessen schnellen Antritt mit optimalem Abschluss war für die TG-Defensive inklusive Torwart Shpirov kein Kraut gewachsen. Sebastian Schmeer (72.) und Jan-Philipp Häuser (84. – Shpirov klärte zur Ecke) hätten erhöhen können – dazwischen lag »Rot« gegen Friedbergs Lukas Zarges (80.). In der 52. Minute für Vuk Toskovic (Muskelfaserriss) ins Spiel gekommen, leistete sich Zarges in Höhe der Mittellinie ein taktisches Foul gegen Marco Dawid. Referee Max Trumpfheller kannte keine Gnade und hielt dem TG-Mittelfeldspieler den roten Karton unter die Nase. Selbst Tobias Cramer konnte diese Entscheidung nicht nachvollziehen »Völlig überzogen«, meinte der Kasseler Übungsleiter. Tröstende Worte, die Mustafa Fil wohlwollend zur Kenntnis nahm, ihm aber nicht weiterhelfen: Er und seine Mannschaft stecken nach der achten Saison-Niederlage mehr denn je im Abstiegskampf.

Türk Gücü Friedberg: Shpirov – Penava (15. Bell Bell), Erdogan (65. Biber), Bartel, Takahashi – Tesfaldet, Usic, Kohnke, Gürsoy – Toskovic (52. Zarges), Bahssou.

KSV Hessen Kassel: Hartmann – Brandner, Merle, Evljuskin (85. Allmeroth), Häuser – Brill (81. Unzicker), Schwechel – Bravo Sanchez, Dawid, Najjer – Schmeer (84. Mogge).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Max Trumpfheller (Erbach). – Zuschauer: 350. – Tore: 0:1 (14.) Najjer, 0:2 (41.) Schwechel, 0:3 (63.) Najjer. – Rote Karte: Zarges (80./Foulspiel).

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