Hessenliga-Aufstieg

Türk Gücü Friedberg: Fußballfest in Ober-Rosbach

Türk Gücü Friedberg steigt in die Fußball-Hessenliga auf. Ein Rücklick auf Emotionen, Matchwinner, Rahmenbedingungen und Promis unter den 1300 Zuschauern beim Sieg gegen Fernwald.
08. Juni 2018, 07:00 Uhr
Tolle Kulisse: 1300 Zuschauer sahen am Mittwochabend das »Endspiel« um den Aufstieg in die Fußball-Hessenliga. Die Mannschaft von Türk Gücü Friedberg freut sich über den Führungstreffer. (Fotos: Froese)

»Hessenliga, Hessenliga, hey, hey«, war am Mittwochabend auf dem Sportgelände »Eisenkrain« in Ober-Rosbach minutenlang laut und deutlich zu hören. Konfetti-Regen, Schulterklopfen, Glückwünsche von allen Seiten. Die Ursache des schillernden Treibens war klar: Exakt um 21.32 Uhr beendete Referee Tim Glaser (Wiesbaden) das dritte und entscheidende Relegationsduell um den letzten freien Platz im hessischen Fußball-Oberhaus. Und Türk Gücü Friedberg, der Vizemeister der Verbandsliga Süd, hatte den Mitte-Vertreter FSV Fernwald nach einer nervenaufreibenden Partie mit 2:1 bezwungen. Zweifellos ein großer Tag für die Friedberger, und nicht nur das: Der qualitative Sprung in die fünfte Liga ist für den Gruppenliga-Meister der Spielrunden 2012/2013 und 2015/2016 der mit Abstand größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

 
Fotostrecke: Die besten Bilder vom Aufstiegsspiel Türk Gücü Friedberg vs. FSV Fernwald

  

Beim Showdown gegen die spielstarke Truppe aus der Gießener Kante durchlebten nicht nur die TG-Trainer Mustafa Fil und Gültekin Cagritekin, sondern alle Fans der Kreisstädter ein Wechselbad der Gefühle. Anders formuliert: Die Begegnung stand vor der Rekord-Kulisse von über 1300 Zuschauern bis zur allerletzten Sekunde auf des Messers Schneide.

 

Enttäuschung beim FSV Fernwald

Hätte anstelle des Friedberger Triumphes am Ende ein Remis und damit ein Entscheidungsspiel auf neutralem Platz oder gar ein Fernwälder Sieg zu Buche gestanden, wäre die Begründung dafür ebenfalls nicht allzu schwierig gewesen. »Um so bitterer ist es, dass wir hier leer ausgegangen sind«, brachte Fernwalds Coach Roger Reitschmidt, der sein letztes Spiel als FSV-Übungsleiter bestritt, die Sache auf den Punkt. Sein Nachfolger, Karl-Heinz Stete, war bedient. Der Ex-Beienheimer Trainer war vor Ort. »Fernwald gewinnt«, lautete sein Tipp.

 

Sieggaranten von Türk Gücü

»Fernwald hatte die bessere Spielanlage, Friedberg war im Abschluss einen Tick cleverer«, meinte Peter Hoffmann, der Trainer des Hessenligisten Spvgg. Neu-Isenburg als neutraler Beobachter. Weitere Fußball-Kenner, darunter auch Bad Vilbels Übungsleiter Amir Mustafic, sahen es ähnlich. Ganz grundsätzlich blieb jedoch festzuhalten: Die »Väter« des Friedberger Sieges waren erstens die Torschützen Abdussamad Gürsoy und Massé Bell Bell, die in der 58. und 64. Minute im richtigen Moment an der richtigen Stelle standen, sowie zweitens Selim Aljusevic und Florian Decise (obwohl er in der 35. Minute einen Elfmeter vergab), denn beide ermöglichten mit präzisen Pässen die Treffer ihrer Teamkollegen.

Als »Man of the Match« outete sich freilich TG-Keeper Vladan Grbovic. Er hielt, was zu halten war, und zuweilen noch ein bisschen mehr. »Ihm im Tor das Vertrauen zu schenken, war ein Volltreffer«, lobten Fil und Cagritekin die Glanztaten des jungen Türk Gücü-Torwarts in den höchsten Tönen.

 

Die Rahmenbedingungen am Eisenkrain

»Weshalb wird auf Kunstrasen gespielt? Im Hinblick auf die zu erwartenden Zuschauer-Massen ist der Rasenplatz doch eigentlich viel besser geeignet«, wunderten sich beispielsweise Erhard Geck, ehemaliger Topspieler des SV Reichelsheim, und KOL-Klassenleiter Armin Kling über den Ort des Geschehens. Wurden Friedbergs Sportlicher Leiter Gökhan Satir oder dessen Mitstreiter Sinan Karanfil mit dieser Problematik konfrontiert, klang die Antwort durchaus logisch: »Unsere Heimspiele fanden von August bis Mai durchgehend auf Kunstrasen statt. Gründe, daran etwas zu ändern, waren unsererseits nicht erkennbar.« Und in der Tat: Befürchtungen, rund um den Ober-Rosbacher Kunstrasenplatz sei für über 1000 Zuschauer nicht genügend Freifläche vorhanden, erwiesen sich als haltlos. »Kompliment an die Türk Gücü-Verantwortlichen. Sie haben den Platz optimal hergerichtet. Alle Sicherheitsbestimmungen wurden eingehalten. Es war ein Fußballfest vom Feinsten«, gab es für den Verbandsspielausschussvorsitzenden Jürgen Radeck nichts zu kritisieren. Auch Thorsten Bastian, Klassenleiter der Verbandsliga Süd, fand diesbezüglich lobende Worte. Dass Türk Gücü siegte, war übrigens ganz in seinem Sinn: »Schließlich bin ich ja auch Kreisfußballwart und in dieser Funktion gewissermaßen Lokalpatriot. Es ist ein Riesending, dass der Fußballkreis Friedberg in der kommenden Saison mit dem FV Bad Vilbel und Türk Gücü über zwei Hessenliga-Teams verfügt.«

 

Die Promi-Parade

Bekannte Fußballer aus der Region wie etwa Usingens Spielertrainer Marcel Kopp oder der künftig für den Gruppenliga-Aufsteiger TSV Bad Nauheim spielende Torjäger Salih Yasaroglu gaben sich zusammen mit früheren Fußballgrößen (Niko Semlitsch beispielsweise) sowie bekannten Leuten aus der Politik (Ober-Rosbachs Bürgermeister Thomas Alber und sein Friedberger Amtskollege Dirk Antkowiak) ein illustres Stelldichein. Burak Kavarti, türkischer Generalkonsul mit Sitz in Frankfurt, ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, inklusive Sicherheitspersonal den Fußballkrimi zu verfolgen – zumindest zeitweise. Masih Saighani, Nationalspieler Afghanistans und bis zu seinem Wechsel im August vergangenen Jahres zum indischen Erstliga-Klub Aizawl FC Führungsspieler bei den Friedbergern, war hingegen von der ersten bis zur letzten Minute dabei. »Klasse, dass es meine ehemalige Mannschaft gepackt hat«, ließ er wissen. Die Spieler hätten es sich verdient, »denn dahinter steckt sehr viel harte Arbeit.«

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