16. November 2018, 10:00 Uhr

EC Bad Nauheim

Transfercoup: Ex-NHL-Profi kommt zum EC Bad Nauheim

Der EC Bad Nauheim hat auf dem Transfermarkt zugeschlagen: Es kommt ein weiterer ausländischer Stürmer in die Kurstadt. Und der Rechtsschütze verfügt über NHL-Erfahrung.
16. November 2018, 10:00 Uhr
Der Kanadier Zach Hamill (l.) – hier mit EC-Co-Trainer Harry Lange - stand zuletzt bei Erstligisten HC Dukla Jihlava in Tschechien unter Vertrag. Nun kommt er für sieben Wochen in die Wetterau. (Foto: Duderstadt)

EC Bad Nauheim


Der EC Bad Nauheim verpflichtet einen Stürmer mit NHL-Erfahrung – diese Schlagzeile hat Seltenheitswert in der Kurstadt. Mit Zach Hamill ist es nun wieder soweit: Der 30-jährige Kanadier soll zunächst befristet für sieben Wochen in der Wetterau spielen. Hamill hat eine bewegte Vergangenheit, oder wie es die englischsprachige Plattform »thehockeywriters.com« schreibt, er sei mehr herumgesprungen als die Comic-Figur Tigger in einer Geschichte aus Winnie Pooh.


EC Bad Nauheim: Hamill mit preisgekrönter Jugend, doch der große Durchbruch blieb aus

In der Tat hatte man Hamill die große Karriere in der amerikanischen Profiliga NHL prognostiziert, als er im Jahr 2007 in der erster Runde an achter Stelle des Drafts von den Boston Bruins gepickt worden war. Er kam mit der Empfehlung von zwei Spielzeiten mit mehr als 75 Punkten bei den Everett Silvertips und hielt gleichzeitig neun Rekorde in der kanadischen Nachwuchsliga Western Hockey League. Doch er schaffte es nicht, sein preisgekröntes Talent aus dem Jugendbereich auch ins Profigeschäft zu übertragen: Er blieb fünf Saisons, spielte meist in der zweitklassigen AHL für Providence und schaffte es trotz mehrerer Einsätze in der NHL (insgesamt 20) nie, sich dort festzuspielen. Ein Tor gelang ihm ebenfalls nicht, lediglich eine NHL-Vorlage steht in der Vita.

Seitdem ist Hamill viel unterwegs gewesen, zunächst in den USA in der AHL und dann bei acht europäischen Vereinen in acht verschiedenen Ligen, darunter bei Astana in der ersten russischen Liga KHL, bei den Iserlohn Roosters in der DEL, wo er in der Saison 2015/16 in 24 Spielen auf vier Tore und sieben Vorlagen kam und zudem Teamkollege der jetzigen EC-Cracks Cody Sylvester, Denis Shevyrin und Marcel Kahle war. Zuletzt spielte er in Schweden, Norwegen und Tschechien. Seit dem Ende der vergangenen Saison war er auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber, den er in Bad Nauheim nun also bis zur ersten Januarwoche gefunden hat. »Den Namen kenne ich schon länger, denn er hat damals in Iserlohn gespielt, als ich in Düsseldorf Trainer war«, sagt EC-Coach Christof Kreutzer, der am Donnerstag selbst überraschend in die Schlagzeilen gekommen war. »Jemand mit seiner Vita kann auf jeden Fall Hockey spielen und ich hoffe, er bringt das auch hier bei uns auch aufs Eis.«


EC Bad Nauheim: Der Sportliche Leiter hofft in der Offensive auf das Überraschungsmoment

Doch wie kam es zu dem – zumindest auf dem Papier – spektakulären Transfer? Matthias Baldys, der Sportliche Leiter, sagt, man habe stets Augen und Ohren offen, um Möglichkeiten zu finden, die Mannschaft zu verbessern. Diese habe man mit Hamill nun gesehen. »Es spricht für ihn, dass er sich hier wieder in den Fokus spielen will. Wir als Klub müssen unserer Mannschaft zeigen, dass wir erfolgreich sein wollen. Und am Ende zählen eben die Kleinigkeiten, wie zum Beispiel, dass wir bislang immer mal das dritte oder vierte Tor vermisst haben, um den Sack zuzumachen. Darauf hoffen wir nun – auf mehr Power in der Offensive und vielleicht auch das eine oder andere Überraschungsmoment.«

Fest steht aber auch: Mit Hamill verschärft sich auch der Konkurrenzkampf wieder: Denn kann er in der Kurstadt überzeugen, dann hätten die Wetterauer einen Kontingentspieler zu viel auf der Gehaltliste. Wer müsste in diesem Fall gehen? Darauf angesprochen, sagt Baldys, dass man in der jetzigen Phase mit vielen Spielen hintereinander eher mehr als weniger Akteure brauche. Daher habe man die Möglichkeit, sich zu verstärken, ergriffen.


EC Bad Nauheim: Zach Hamill soll am Freitagabend gegen Bad Tölz bereits spielen

Bereits seit Donnerstag wären deshalb auch die Formalitäten wie Flug, Unterkunft und Lizenzierung im Hintergrund angestoßen worden, sodass der Kanadier wie geplant am Freitagabend bereits zu seinem ersten Einsatz im Colonel-Knight-Stadion kommen soll, zumal wegen der Verletzung von Mike Dalhuisen die vierte Kontingentstelle ohnehin unbesetzt ist. »Wir müssen diese Saison alle Register ziehen, und ich erwarte, dass alle Spieler das auch machen«, sagt Baldys. Der Konkurrenzkampf innerhalb des Teams ist damit neu eröffnet.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Ausländer
  • Boston Bruins
  • EC Bad Nauheim
  • Eishockey
  • Erfahrung
  • Hockey
  • Iserlohn Roosters
  • Philipp Keßler
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 - 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.