01. November 2018, 07:00 Uhr

TV Petterweil

TV Petterweil: Mit Iteb Bouali herrscht Ruhe zwischen den Pfosten

Der TV Petterweil belegt einen Topplatz in der Landesliga. Auch wenn die Entwicklung als Ergebnis eines funktionierenden Teams wahrgenommen wird, hat Iteb Bouali seinen Beitrag geleistet.
01. November 2018, 07:00 Uhr
Viel herumgekommen in der Welt und nun in der Wetterau gelandet ist Petterweils Torwart Iteb Bouali, der 90 Länderspiele für Tunesien absolviert hat. (Foto: Keßler)

Der TV Petterweil im Herbst 2018 trägt die Handschrift von Trainer Martin Peschke, der seit Januar das Sagen auf der Bank hat, und Torwart Iteb Bouali, der zu Saisonbeginn vom Handball-Drittligisten SG Bruchköbel in die Wetterau gewechselt war. Peschke zählte schon als Spieler zu den Gesichtern der Region. Aber wer ist eigentlich Iteb Bouali?

Woche für Woche begeistert er mit überragenden Leistungen im Tor und seiner unaufgeregten Art, die jede Menge Erfahrung und Routine erahnen lässt. »Ihn spielen zu sehen, macht unheimlich Spaß«, ist oft zu hören. Ein Standpunkt der verrät, dass ein Ausnahme-Torhüter gerade seine Visitenkarte in der Wetterau abgibt. Dass dem so ist, beweist ein Blick in seine sportliche Vita. In unseren Sphären wird ein Typ von seinem Schlag wohl kaum ein zweites Mal zu finden sein. 90 Länderspiele für Tunesien, sechs Landesmeisterschaften, vier Pokalsiege, zwei afrikanische und vier arabische Meisterschaften sowie die Teilnahme an zwei Weltmeisterschaften sind aufgelistet. Dabei traf Bouali mit unzähligen namhaften Spielern der Szene zusammen. Ob dies nun aus Deutschland Heiner Brand, Henning Fritz und Christian Schwarzer waren oder internationale Größen wie Arpad Sterbik, Andrey Lawrow und Thierry Omeyer, alles ist dabei, was Rang und Namen hat.

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Zwei große Träume blieben jedoch unerfüllt für den Tunesier: die Olympia-Teilnahme und an der Heim-WM in seinem Land 2005. Letztere wegen einer Kreuzbandverletzung. Der 1975 geborene Bouali hat im Alter von zehn Jahren mit dem Handball angefangen. Mit 15 wurde er von Etoile Sportive du Sahel, einem Verein aus Sousse, im Osten des Landes, rekrutiert. Dort begann auch seine Profikarriere, die bis 2008 andauerte. »Zu diesem Zeitpunkt stand für meine Familie eine weitreichende Entscheidung an. Meine Frau ist in Deutschland aufgewachsen, und mein Sohn stand vor der Einschulung«, begründet er den Schritt, seine Heimat zu verlassen. Im Rahmen einer Familienzusammenführung kam es zum Umzug nach Deutschland.

Durch einen befreundeten Landsmann, der beim HSV Götzenhain (Landesliga Süd) spielte, ging es auch mit dem Handball weiter. Allerdings auf einem anderen Level wie gewohnt. 2011 folgte dann der Wechsel zum TV Reinheim (Oberliga), wo er bis 2014 spielte und sich dann mit dem Gedanken trug, als Spieler aufzuhören. »Das war dem Alter geschuldet. Die Knochen haben wehgetan«, bekennt er. In seinem »Vorruhestand« merkte er aber schnell, dass etwas fehlt. Als dann bei der SG Bruchköbel der Stammtorhüter verletzt ausfiel und er danach gefragt wurde, für einige Monate auszuhelfen, sagte er zu. Bei der SG spielte er bis zur letzten Saison in der 3. Liga. Erneut kam der Gedanke ans Aufhören.

Der ehemalige Petterweiler Torhüter Oliver Malkmus, mit dem Bouali in Götzenhain zusammenspielte, hörte davon und nahm Kontakt zu seinem ehemaligen Mannschaftskameraden auf. Gemeinsam mit Martin Peschke gelang es, den »Fast-Rentner« davon zu überzeugen, seinen Entschluss zu überdenken und in der Wetterau die Karriere ausklingen zu lassen.

»Oliver hat mir in der ersten Zeit hier in Deutschland sehr geholfen und immer zur Seite gestanden. Besonders da ich am Anfang die Sprache noch nicht beherrschte, war das wichtig. Für mich hat sich daraus etwas Verpflichtendes ergeben«, zeigt Bouali einen seiner Beweggründe auf, beim TVP zuzusagen. »Bei Martin Peschke habe ich sofort gespürt, dass uns eine gemeinsame Chemie verbindet«, nennt er einen weiteren ausschlaggebenden Grund. Ein Schritt, den beide Seiten bisher zu keinem Zeitpunkt bereut haben.

Probleme, den neuen Torwart in Verein und Mannschaft zu integrieren, gab es nicht. »Das ging schnell und problemlos. Wir haben mit ihm einen Torwart, den es seit den großen Zeiten unseres Vereins hier so nicht gegeben hat, außerdem ist er ein toller Mensch, den ich mittlerweile als meinen Freund bezeichne. Wir haben schnell gemerkt, was wir aneinander haben«, klärt Peschke auf und berichtet, dass er Bouali mittlerweile als eine Art spielenden Torwart-Co-Trainer etabliert habe. »Mit seiner großen Erfahrung hilft er den Mitspielern, wovon gerade die Jüngeren profitieren.«

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