17. Januar 2019, 15:03 Uhr

Facebook, Twitter & Co.

So nutzen Wetterauer Fußball-Klubs soziale Medien

Profisportler haben in den sozialen Netzwerken oft Millionen von Followern. Inzwischen entdecken auch die Wetterauer Fußball-Klubs Facebook und Instagram für sich. Wir haben uns einmal durchgeklickt.
17. Januar 2019, 15:03 Uhr
Soziale Medien sind im Fußball bereits jetzt omnipräsent, egal, ob es um die Facebook-Seiten der Stars, den Wunsch der Fans nach Selfies für ihre eigenen Profile oder die Netzwerke privater Plattformen geht, die mit dem Sport im Internet Geld verdienen wollen. Aber: Soziale Medien können auch für Vereine im Amateurbereich eine hilfreiche Unterstützung sein. (Foto: Peter Kneffel (dpa))

Facebook, Twitter, Instagram, WhatsApp, Snapchat – Soziale Medien gehören längst zum Alltag. Profisportler haben nicht selten Millionen von Followern, beschäftigen ein ganzes Team mit der richtigen Außendarstellung und verdienen so nebenher kräftig weiter. Doch wie ist das eigentlich auf Amateurebene? Wir haben von der Hessenliga bis zur B-Klasse nachgefragt.


Hauptsache Bilder - und am besten noch bewegte

Man muss heutzutage alles nutzen, um etwas Aufmerksamkeit als Verein zu bekommen«, sagt Andreas Juli. Der Pressesprecher des Wetterauer Fußball-Hessenligisten FV Bad Vilbel muss es wissen – denn er betreut gemeinsam mit anderen aus dem Verein die Social-Media-Repräsentanzen seines Klubs: Facebook, Twitter, Instagram und seit Anfang dieses Jahres auch einen eigenen Youtube-Kanal.

Dazu braucht man etwas Zeit und ein bisschen Beklopptheit

Andreas Juli, Pressesprecher des FV Bad Vilbel

»Dazu braucht man etwas Zeit und ein bisschen Beklopptheit«, sagt er und lacht. Angefangen hatte er vor etlichen Jahren klassischerweise mit einer Homepage, dann habe er Twitter genutzt, um die Ergebnisse schnell zu veröffentlichen – und die Tweets wiederum auf der Homepage einzubauen. Es folgten Facebook, Instagram und schließlich auch Youtube. »Das war eigentlich immer nur ein Testlauf, der sich dann verselbstständigt hat. Youtube als neuester Kanal ist jetzt der Hessenliga geschuldet«, erklärt Juli. Denn dort werden die Spiele – und damit auch die Tore – sowie die Pressekonferenzen gefilmt und den Vereinen zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

 

Ansehnliche Abonnenten-Zahlen

»Das gehört heutzutage einfach dazu«, sagt er. Der Trend gehe zu Bildern und vor allem zu Videos, Inhalte müssten kurz und prägnant aber optisch ansprechend und vor allem sehr aktuell sein, nur so könne man junge Leute anlocken und vielleicht auch den Verein binden. »Letztlich macht es die Regelmäßigkeit, mit der man etwas postet, denn dadurch wird man bekannter und interessanter«, sagt Juli. »Deshalb versuchen wir immer ganz schnell auf den Sozialen Medien dabei zu sein.«

Lesen Sie auch: Das Experteninterview mit Sascha Timmas, Social-Media-Referent des Hessischen Fußballverbands. Er sagt: »Entscheidend ist ein kontinuierlicher Rhythmus« 

Auch wenn die Abonnenten-Zahlen der Vilbeler sich sehen lassen können, Mitkonkurrent Türk Gücü Friedberg ist die absolute Nummer eins im Wetterau Kreis. Mit mehr als 1800 Facebook-Abonnenten und über 22 000 Instagram-Followern nimmt der Aufsteiger eine Spitzenposition in Hessens höchster Spielklasse ein. Dabei kommt es auf Qualität an, berichtet Furkan Kaplan, der Social-Media-Manager der Türken.

Bis zu acht Stunden in der Woche investiert er ehrenamtlich in die Arbeit an Texten, Bildern und Videos, das Equipment wurde hochgerüstet – nichts mehr mit einem Video vom Handy. »Soweit wie der FC Gießen und Hessen Kassel, die Leute dafür bezahlen, sind wir noch nicht, dennoch sind wir stolz auf unsere Zahlen«, sagt Kaplan. Er merkt: Längere Texte gehen eher bei Facebook, während es bei Instagram auf die kurze Nachricht und ein gutes Bild ankommt. Twitter sei dagegen in Deutschland insgesamt nicht populär genug, den entsprechenden Account habe man daher auch nicht.

 

Wie sieht's bei den 57 Wetterauer Vereinen aus?

Dies ist ein Trend, der sich durch (fast) alle Wetterauer Vereine zieht: Denn bei einem Blick auf die 57 Klubs zeigt sich: Bis auf einen Verein haben alle einen Facebook-Repräsentanz, auf Platz zwei folgt Instagram, weit abgeschlagen Twitter. Der Hintergrund? »Mit einer Kommunikation auf den Sozialen Medien haben wir eine höhere Reichweite als durch das Gemeindeblättchen«, sagt Max Wagenbach vom B-Ligisten VfR Ilbenstadt. Die Niddataler beweisen mit ihrem Facebook-Account, dass auch unterklassig viel Aufmerksamkeit generiert werden kann. Deshalb haben sie sich zu dritt in die Bereiche Jugend, Senioren und Vereinsleben aufgeteilt und berichten abwechselt, über alles, was den VfR bewegt. »Das meiste kann man abends erledigen, wenn man etwas mehr Zeit hat. Der Aufwand ist okay, dadurch, dass wir uns aufteilen. So ist es keine besondere Anstrengung«, sagt er.

Auch Wolfgang Schneeberger, Vorsitzender des SV Steinfurth, unterstützt die Social-Media-Aktivitäten seines Klubs, der in der Kreisoberliga seine sportliche Heimat hat. »Ich sehe das sehr positiv. Wir als Verein tun in vielen Bereich etwas und wollen das auch publik machen«, sagt er. So werde etwa neben dem Spielbetrieb der Senioren auch viel über die Jugend berichtet – von Turnieren bis zu Ausflügen. »Wir sind derzeit noch dabei uns neu aufzustellen«, sagt er, der gerne einen IT-Fachmann diesbezüglich an seiner Seite wüsste.

Für alle befragten Vereine gilt: Für einen erfolgreichen Auftritt in den sozialen Medien ist der Einsatz von Spielern, deren Freunden, Familien und Bekannten wichtig, denn nur so werde die Reichweite erhöht – und irgendwann auch Menschen abseits des Vereins angesprochen. Dann braucht es nur noch qualitativ hochwertige Inhalte mit den entsprechenden Bildern und Videos – und schon steht einem Erfolg nichts mehr Wege.

Info

Die erfolgreichsten Wetterauer Fußball-Klubs bei Social Media

Facebook
Facebook ist die beliebteste Plattform unter den Wetterauer Fußball-Klubs. Von den 57 Klubs nutzen 56 diese Plattform. 

  1.  Türk Gücü Friedberg (Hessenliga) - 1812 Abonennten
  2.  FV Bad Vilbel (Hessenliga) - 648 Abonennten
  3. SV Steinfurth (Kreisoberliga) - 612 Abonnenten
  4. VfR Ilbenstadt (Kreisliga B) - 503 Abonnenten
  5. TSG Ober-Wöllstadt (Kreisoberliga) - 452 Abonennten

Instagram
Rund 35 Prozent (20 von 57) der Vereine nutzen Instagram.

  1. Türk Gücü Friedberg (Hessenliga) - 22.500 Follower
  2. Blau-Gelb Friedberg (Kreisliga B) - 1762 Follower
  3. SV Steinfurth (Kreisoberliga) - 1431 Follower
  4. FV Bad Vilbel (Hessenliga) - 314 Follower
  5. SV Ober-Mörlen (Kreisliga B) - 203 Follower 

Twitter
Bei Twitter ist statistisch gesehen  nur einer von zehn Wetterauer Klubs vertreten. 

  1. FV Bad Vilbel (Hessenliga)  - 101 Abonnenten
  2. SG Oppershofen (Kreisliga B) - 12 Abonnenten
  3. SV Rosbach (Kreisliga B) - 10 Abonnenten
  4. TSV Rödgen (Kreisliga B) - 8 Abonnten
  5. FSG Wisselsheim (Kreisliga B) - 5 Abonnenten

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