15. Februar 2019, 14:00 Uhr

Handball-Derby

Schwede bei der TG Friedberg: »Derbys kenne ich so nicht«

Christopher Gustafsson von der TG Friedberg ist auf dem Feld eine Wucht. Das Derby beim TV Petterweil am Sonntag ist für ihn aber eine neue Erfahrung. Warum, erzählt er im Interview.
15. Februar 2019, 14:00 Uhr
Kraftvoll am Kreis: Christopher Gustafsson von der TG Friedberg macht dem Wikinger-Image alle Ehre. (Foto: Nici Merz)

In Friedberg, im Herzen der Wetterau, freut man sich darüber, dass die skandinavische Note auch bei den Landesliga-Handballern der TG vertreten ist. Mit Christopher Gustafsson steht ein schwedischer Handballer mit Gardemaß im Mittelpunkt des Spiels und wird auch im anstehenden Derby beim TV Petterweil (Sonntag, 18 Uhr) die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sowohl im Angriff als auch in der Abwehr spielt er auf Positionen, die verdeutlichen, dass Handball kein Wattepusten ist. Im Angriff wird er als Kreisläufer eingesetzt und ist einer jener Spieler, der von der Verteidigung des Gegners am härtesten gedeckt wird. In der Abwehrformation spielt er zentral, gilt als Abwehrexperte und wird dabei zum Schrecken des gegnerischen Angriffs. Mit der WZ hat sich der 28-jährige Gustafsson unterhalten und interessante Einblicke zu den unterschiedlichsten Themen gegeben.

Christopher Gustafsson, wie kommt ein Schwede nach Friedberg?

Christopher Gustafsson: Während eines Auslandsstudiums von Friedbergs Jöran Mahr in Schweden haben wir gemeinsam in einer Mannschaft gespielt. Dabei kam der Gedanke zu einer Neuauflage in Deutschland. Die Idee bei der TG zu spielen, reifte und ist seit Beginn der laufenden Spielzeit Realität.

 

Sind Sie schon im Derbyfeeling?

Gustafsson: Derbys kenne ich so nicht. In Schweden ist der nächste Gegner 60 Kilometer weit weg, es gibt nicht einen derartigen Publikumszuspruch. Einen Großteil der Spiele tragen wir in Turnierform in Südschweden aus. Das Derby ist für mich ein total neues, geiles Gefühl, das ich aufsauge.

Haben Sie einen Wunsch ans Derby?

Gustafsson: Ich spiele zum ersten Mal in Petterweil und freue mich auf die Atmosphäre. Aus dem Hinspiel haben wir an sich noch etwas gut zu machen und streben eine Revanche an. Es geht um zwei Punkte, und ich fahre nicht dorthin um zu verlieren.

Das Derby ist für mich ein total neues, geiles Gefühl, das ich aufsauge

Der Autor

Wünschen Sie sich eine solche Atmosphäre auch bei den TG-Heimspielen?

Gustafsson: Ja, ich wünsche mir, dass möglichst viele Handballfreunde die Halle aufsuchen und damit den Spielern die besondere Atmosphäre vermitteln, die Handball so einzigartig macht.

Ihre Heimatstadt Umea ist auch einzigartig.

Gustafsson: Genau, Umea war 2014 Kulturhauptstadt Europas. Derzeit leben im Stadtgebiet 80 000 Menschen, in der Gemeinde sind es 120 000. Es gibt zwei Universitäten mit insgesamt 37 000 Studenten aus 40 Nationen.

Wie sind Sie in der Heimat zum Handball gekommen?

Gustafsson: Mit elf Jahren bin ich von einem Nachbarsjungen zum Training mitgenommen worden und war sofort fasziniert von der hohen Beweglichkeit, der körperlichen Komponente im Spiel, vor allem aber vom Fair-Play, dass untereinander gelebt wird.

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Wer sind ihre sportlichen Vorbilder?

Gustafsson: Tobias Karlsson und Magnus Jernemyr. Beides Kreisläufer und Abwehrexperten.

Was sind die größten Unterschiede zwischen deutschem und schwedischem Handball?

Gustafsson: In Deutschland entspringen viele Aktionen einer Eins-gegen-eins-Aktion in der Kleingruppe, in Schweden ist es das Kollektiv aller sechs Feldspieler. Die komplette Mannschaft in der Breite ist gefragt.

Wie kommt das?

Gustafsson: In Deutschland gibt es in jüngeren Jahrgängen die Vorgaben mit einer 1:5-Deckung zu spielen was die Spieler zwingt ins Eins-gegen-Eins zu gehen. In Schweden wird von Beginn an die 6:0-Deckung, bestenfalls die 5:1 gespielt, was längere Passagen mit sauberen Pässen und Laufspiel vorantreibt. Im Training wird in Schweden Wert gutes Passverhalten gelegt und gefördert, dazu gibt es eine systematische physische Ausbildung. Ab 14 Jahren ist Athletiktraining selbstverständlich, der Leistungsstand wird in Tests abgefragt. In allen Klassen und Jahrgängen wird mit Harz gespielt. Eine enge Verzahnung zwischen Schule und Verein ist selbstredend.

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