12. November 2018, 16:11 Uhr

Handball-Landesliga

Schwarz-Gelbe Euphoriewelle beim TV Petterweil

Der TV Petterweil ist an die Spitze der Handball-Landesliga gesprungen - durch einen Sieg beim großen Favorit. Was macht die Mannschaft derzeit so stark? Ein Blick hinter die Kulissen.
12. November 2018, 16:11 Uhr
Ab durch die Mitte: Roman Hitzel vom TV Petterweil (2. v. r.) nutzt die Lücke zwischen den Lindenern Jannis Wrackmeyer (2. v. l.) und Jens Berger (r.) zu einem seiner drei Tore. Der Wetterauer Verein wäre in der vergangenen Saison fast abgestiegen, nach dem Sieg beim Meisterschaftsfavoriten steht die Mannschaft von Trainer Martin Peschke auf Platz eins der Landesliga. (Foto: Schmidt)

Für die Wetterauer Handballfans macht es zurzeit Spaß, sich die Tabelle der Landesliga Männer anzuschauen. Mit Friedberg und Petterweil befinden sich zwei heimische Vereine unter den ersten vier Teams – einer Region, die ansonsten den benachbarten Kreisen vorbehalten war. Ganz oben thront seit dem Wochenende der TV Petterweil, der in der vergangen Spielzeit nur knapp dem Abstieg entronnen war.


Handball-Landesliga: Starke Fangemeinde, guter Teamgeist: Der TV Petterweil "macht die Eintracht"

Die Mannschaft von Trainer Martin Peschke hat sich mit einem 24:23-Auswärtssieg beim Meisterschaftsfavoriten MSG Linden selbst in diese komfortable Situation geworfen. »Es ist nur eine Momentaufnahme«, versucht Peschke am Montag danach aufkommende Euphorie zu dämpfen. Nach neun Spielen in der neuen Saison ist diese Euphorie allerdings durchaus verständlich. Dazu kommt, dass der TVP aus den drei Spielen bei den vermeintlichen Favoriten Linden, Breckenheim und Friedberg fünf Punkte geholt hat. In den großen Spielen ist die Mannschaft also offensichtlich da. »Wir müssen aber weiterhin Woche für Woche präsent sein, auch gegen nicht so hoch gehandelte Teams«, gibt der TV-Trainer zu bedenken und gesteht, dass er auf die Frage, was der Höhenflug mit ihm und seiner Mannschaft macht, noch keine schlüssige Antwort findet.

Ein wenig erinnert die Erfolgsstory in schwarz und gelb an den derzeitigen Höhenflug der Frankfurter Eintracht in der Fußball-Bundesliga. Auch dort sind die Faktoren des Erfolgs in der unaufgeregten Arbeit des Trainers und einer enthusiastisch mitfiebernden Fangemeinde zu finden, die aktuell für lange Zeiten des Leidens entlohnt wird. Unter den mehr als 350 Zuschauern, die am Samstag Zeuge des Spitzenspiels in der Sporthalle Lützellinden waren, befanden sich knapp 100, die aus der Wetterau kamen. Sie sorgten für die nötige Atmosphäre, tolle Stimmung und dafür, dass die Halle fest in Händen der Gästefans war. Sie waren mit Trommeln, Sirenen und Klatschpappen angereist, durchgehend in gelb gekleidet und bereiteten dem Spiel damit einen eigenen, besonderen Rahmen.


Handball-Landesliga: Münzenberger Lukas Walter zollt TVP-Fans seinen Respekt

»Sie waren nicht zu übersehen und zu überhören. Es war beeindruckend. Sie haben ihre Mannschaft nach vorne gepeitscht und jede gelungene Aktion bejubelt«, zeigte sich auch Lukas Walter aus Münzenberg, an diesem Abend beste Spieler der Gastgeber, begeistert und gestand, dass diese Kulisse auch für ihn stimulierend gewirkt habe. Der Petterweiler Sieg ging vollauf in Ordnung und wird auch vom unterlegenen Gegner als verdient angesehen. Eine durchgehende Führung, die teilweise bis zu sieben Toren betrug, belegt dies eindrucksvoll. Die Mannschaft wirkte außerdem über die gesamte Spielzeit hinweg frischer im Kopf, produzierte kaum Fehler, zeigte die beste Abwehrleistung der bisherigen Spielzeit und war im Angriff effektiver als die MSG, die zu keinem Zeitpunkt Zugriff aufs Spiel fand. So wie die eigenen Zuschauer die Halle im Griff hatten, so hatte auch die Peschke-Sieben das Spiel im Griff. Das knappe Endergebnis ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass Petterweil nach einer 23:17-Führung (56.) in den Schlussminuten mit zwei Strafzeiten bedacht wurde und in Unterzahl agierte.

»Diesen überragenden Erfolg nach der Rückkehr in heimische Gefilde gemeinsam mit Mannschaft und Fans ausgiebig zu feiern, gehört zu der bei uns gelebten Handballkultur«, sagt Peschke und erzählt, dass der Abend in großem Kreis beim Griechen in der Gaststätte »Alt Petterweil« seinen Ausklang fand. »So etwas ist bei uns üblich. Dabei spielt es keine Rolle, ob es einen Sieg oder eine Niederlage gab.« Womöglich ein weiterer Erfolgsfaktor der TVP-Handballer.

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