10. Oktober 2018, 07:00 Uhr

SV Steinfurth

SV Steinfurth: Höhenflug nach Umbruch

Der SV Steinfurth überzeugt in der Fußball-Kreisoberliga mit stark verjüngtem Kader. Ob im Rosendorf mit dem Aufstieg spekuliert wird, verrät Spielertrainer Maxi Esposito.
10. Oktober 2018, 07:00 Uhr
Maxi Esposito und der SV Steinfurth haben in der Kreisoberliga die Erwartungen bislang übertroffen. Nach verletzungsbedingter Pause steht der Spielertrainer vor seinem Comeback. (Foto: Nici Merz)

Zugegeben: Zeiten, in denen die Fußballer des SV Steinfurth mit sportlich überragenden Leistungen hierzulande so richtig für Furore sorgten, hatten nach der Kreisoberliga-Vizemeisterschaft in der Saison 2009/2010 und dem nachfolgenden Gruppenliga-Aufstieg über die Relegation Seltenheitswert. Jedenfalls endete das Gruppenliga-Dasein bereits im Mai 2012, und ab der Spielrunde 2012/2013 spielten die Bad Nauheimer Stadtteil-Kicker auf der Kreisoberliga-Bühne vorwiegend in der oberen Tabellenhälfte zwar eine gute, aber keine entscheidende Rolle. Doch das könnte sich in der laufenden Meisterschaftsrunde nach den Positionen fünf (2016/2017) und sieben (2017/2018) ändern. Fakt ist: Nach elf Pflichtspielen rangieren die Rosendörfler unter Spielertrainer Maximilian Esposito, der beim SVS im vierten Jahr Regie führt, mit 24 Punkten (acht Siege, drei Niederlagen) auf Tabellenplatz zwei – gerade mal zwei Zähler hinter Türk Gücü Friedberg II.

Maximilian Esposito, der nach sechs Wochen Zwangspause (Muskelfaserriss) vermutlich schon am kommenden Wochenende wieder die Stiefel schnüren wird, sieht das alles ganz locker. »Bis jetzt lief es für uns ausgesprochen rund. Für mich als Trainer ist das eine Situation, wie sie besser nicht sein kann«, sagt der 35-jährige Übungsleiter.

Auswärtsstärke: Lässt man den bisherigen Saisonverlauf Revue passieren, imponierte vor allem die Steinfurther Stabilität auf fremden Plätzen. Fünf Spiele, fünf Siege. Und zwar in Ostheim, Staden, Groß-Karben, Friedberg und Nieder-Wöllstadt. Zu Hause lief gegen den FV Bad Vilbel II, Nieder-Weisel sowie am letzten Sonntag gegen Rodheim ebenfalls alles nach Wunsch, doch gegen den SC Dortelweil II, Ober-Rosbach und Gronau ging die Mannschaft leer aus. Esposito hat dafür zwei Erklärungen: »Erstens kam es immer auf den Kader an, der mir zur Verfügung stand. Zweitens sind wir bislang auswärts in der Defensive stets einen Tick konsequenter zur Sache gegangen als vor eigenem Publikum. Fußball ist halt immer auch Kopfsache.« Gleichwohl sei der 3:2-Erfolg beim SV Nieder-Wöllstadt außerordentlich glücklich gewesen: »Dafür war die 1:3-Heimniederlage gegen den FC Ober-Rosbach absolut unnötig.«

Struktureller Wandel: Befragt nach dem taktischen System, möchte sich der SVS-Coach nicht festlegen, »aber hinten die Dreierkette, vier Mann im Mittelfeld und drei Offensivkräfte, also ein 3-4-3-System, genießt Vorrang.« Das Personal hat sich gegenüber der vergangenen Runde erheblich verändert. Beim SV Steinfurth gab’s einen ziemlich radikalen Umbruch, wodurch das Durchschnittsalter des 22 Mann umfassenden KOL-Kaders enorm sank. Viel Arbeit also für Esposito, der Woche für Woche genau ausloten muss, welche Spieler die Kastanien aus dem Feuer holen sollen. In diesem Zusammenhang gilt Mirco Rosenauer für ihn als wichtiger Ansprechpartner: »Er ist im vierten Jahr mein Co-Trainer und für mich unverzichtbar.«

Neue Aufgabenverteilung: Junge Leute wie beispielsweise die von der Hessenliga-A-Jugend des VfB Gießen gekommenen Jan Eiser (Sechserposition), Lucas Cech und Bastian Krug (Innenverteidiger), Marvin Niederhäuser (SV Erlensee/Abwehr), Keeper Lennart Kopf (SKV Obbornhofen) oder Felix Dielmann (SG Melbach/Mittelfeld) schlossen die Lücken, die durch den Frontenwechsel ehemaliger Stammkräfte (Adler, Reichardt, Wettner, Rienmüller, Dominic Herbert) entstanden waren. Nicht zu vergessen Pascal Marx. Er netzte bereits fünfmal ein, Lucas Cech und Christopher Müller brachten es bislang auf je vier Tore. Angeführt wird die interne Torjägerliste allerdings von Philipp Landvogt. Nach drei Goals beim 4:1-Sieg über die SG Rodheim erhöhte er sein Trefferkontingent von vier auf sieben.

Platzprobleme: Sind die Witterungsverhältnisse kritisch, lassen Spielabsagen auf dem Steinfurther Sportgelände nicht lange auf sich warten. »Fußball auf Kunstrasen ist nicht mein Ding, auch wenn künstliches Grün in den Herbst-Monaten eine nützliche Sache sein kann«, erklärt Esposito. Er schwört auf den Steinfurther Naturrasen: »Der ist in einem Superzustand.« Damit das auch so bleibt, werde man den Platz auch in Zukunft schonen. Im Zweifelsfall nach Rödgen oder ins Bad Nauheimer Waldstadion ausweichen zu müssen, erzeuge zwar einige organisatorische Probleme, »doch die nehmen wir in Kauf.« Zudem habe sich in Sachen Trainingsbetrieb die Situation entspannt: »Der kleine Kunstrasenplatz, der eigentlich für den Nachwuchs vorgesehen war, reicht aus, um genügend Übungseinheiten durchzuführen.«

Perspektiven: Urlaub, Verletzungen sowie private und berufliche Verpflichtungen haben dafür gesorgt, dass Esposito noch kein einziges Mal seine vermeintlich stärkste Elf ins Gefecht schicken konnte. »Diesbezüglich wird’s langsam besser«, verrät der SVS-Trainer. Am Samstag stünden im Gastspiel bei der TSG Ober-Wöllstadt mit Pascal Marx und Gregory Adam nur zwei Spieler auf der Ausfallliste: »In den weiteren Oktober-Partien zu Hause gegen den FC Karben sowie beim SV Bruchenbrücken sind wir komplett.« Ganz generell befinde sich die Mannschaft noch in der Entwicklungsphase: »Bleiben alle bei der Stange, wäre eine längere Verweildauer in der Spitzengruppe für mich keine Überraschung.« Titelambitionen? »Mit dem Druck, unbedingt aufsteigen zu müssen, braucht sich beim SV Steinfurth niemand zu befassen. Den gibt’s hier nicht.«

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