07. Februar 2019, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

Neue Multifunktionsarena für den EC Bad Nauheim? Das sagen die Stadionbesucher

Die Ankündigung, womöglich schon bald ein neue Multifunktionsarena als Heimspielstätte für den EC Bad Nauheim zu bauen, hat die Stadt bewegt. Ein Stimmungsbild.
07. Februar 2019, 07:00 Uhr
Hat das Bad Nauheimer Colonel-Knight-Stadion als Heimspielstätte des EC Bad Nauheim bald ausgedient? (Foto: Nici Merz)

EC Bad Nauheim


Die Stadion-Frage bewegt Bad Nauheim. Schon seit vielen Jahren. Und sie ist aktueller denn je. Bürgermeister Klaus Kreß und Andreas Ortwein als Geschäftsführer des Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim hatten beim Neujahrsempfang der Roten Teufel ihre Idee von der Zukunft des Eissports in der Wetterau vorgestellt. Ein Projekt im zweistelligen Millionenbereich: eine Multifunktionsarena mit angeschlossener zweiter Eisfläche an der Stadtgrenze zu Friedberg.

Wir haben uns einmal umgehört: Wie kommt die Projektidee an – bei jahrzehntelangen Dauerkartenbesitzern, bei den Fanclubs, bei Werbepartnern und bei ehemaligen Profis, die die Eishallen der Republik kennen? Und wir blicken zu anderen Standorten: Wie haben vergleichbare kleinere Städte auf die zunehmend wachsenden Anforderungen an eine Spielstätte reagiert? Warum beispielsweise wurde in Kaufbeuren eine neues Eisstadion gebaut – ohne zweite Eisfläche oder multi­funktionellen Charakter? Und warum hat man sich in Straubing, seit 2006 der DEL angehörend, für einen sukzessive Modernisierung anstelle eines Neubaus ausgesprochen? Eine Spurensuche in und außerhalb der Wetterauer Kurstadt.

 
Fotostrecke: So sehen die Fans des EC Bad Nauheim die Chance auf eine neue Eishockey-Arena

 

Ein Ritt durch über 70-jährige Geschichte des Colonel-Knight-Stadions und des EC Bad Nauheim

Das Eisstadion am Kurpark ist nach dem US-Amerikaner Paul Rutherford Knight benannt. Im Winter 1945/46 hatte der Colonel als Befehlshaber der alliierten Streitkräfte den Bau angewiesen, um den in der Region stationierten Soldaten eine Möglichkeit zur Freizeitbeschäftigung zu verschaffen. Binnen 100 Tagen ist das Projekt umgesetzt worden. Knight selbst hatte sich nur kurz an der fristgerechten Fertigstellung erfreuen können. Vermutlich ist der Auftrag zur Errichtung eines Stadions im fast völlig zerstörten Nachkriegsdeutschland sogar jene Eigenmächtigkeit Knights gewesen, die aus Sicht seiner Vorgesetzten das Fass zum Überlaufen brachten. Er wurde abgelöst und im August 1947 in den Ruhestand versetzt. Am 22./23. Januar 1946 wurde die zu diesem Zeitpunkt größte euro­päische Eisfläche eingeweiht.

Lesen Sie auch: So wird das Eis im Bad Nauheimer Colonel-Knight-Stadion gemacht

Hans Unger, den es selbst zuvor aus Ostpreußen nach Bad Nauheim verschlagen hatte, nahm Kontakt zu weiteren geflüchteten Eishockeyspielern des VfL Rastenburg auf. Eine Eishockey-Abteilung innerhalb des VfL Bad Nauheim wurde 1946 gegründet. Das erste Spiel wurde im Februar 1947 ausgetragen. In der Saison 1948/49 gehörte der VfL zu den Gründungsmitgliedern der höchsten deutschen Eishockey-Liga.

 

Der EC Bad Nauheim steht in der sechsten Saison nach dem Wiederaufstieg vor der dritten Playoff-Teilnahme

Das Colonel-Knight-Stadion wurde im Jahr 1946 binnen 100 Tagen erbaut - und hat seitdem eine bewegte Eishockey-Geschichte miterlebt. (Foto: Nici Merz)
Das Colonel-Knight-Stadion wurde im Jahr 1946 binnen 100 Tagen erbaut - und hat seitdem ei...

1969 wurde das Stadion überdacht. Mit Rang drei erreichten die Roten Teufel 1973 ihre beste Platzierung in der Bundesliga, in der die Kurstadt 18 Jahre lang vertreten war; zuletzt 1982. In der mit der Gründung der DEL 1994 abgeschlossenen ewigen Tabelle der Bundes­liga belegt der VfL Bad Nauheim den zwölften Platz. Rainer Philipp führt die Reihe der Nationalspieler aus Bad Nauheim an. 1976 gewann er mit der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes die Bronzemedaille bei den Olympische Spielen. Zuletzt war Bad Nauheim im Februar 1996 Austragungsort für ein Länderspiel.

Der Insolvenz des VfL Bad Nauheim folgte eine Renaissance; nun als EC Bad Nauheim. 1989 und 1999 verpassten die Roten Teufel die Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse nur knapp. Nach abermals finanziell turbulenten Zeiten und einem Neustart in der ­Hessenliga hat sich Bad Nauheim inzwischen in der Zweitklassigkeit wirtschaftlich und sportlich etabliert und steht – in der sechsten Saison nach dem Wiederaufstieg – vor der dritten Playoff-Teilnahme.

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