24. Oktober 2018, 12:00 Uhr

Handball

Mit Video: Das sagt der Södeler Thomas Roth nach dem "Tor des Monats"

Der Södeler Thomas Roth hat es geschafft. Er hat die Abstimmung zum "DKB Tor des Monats" gewonnen - und damit namhafte Profis hinter sich gelassen. Wie geht es weiter? Ein Interview.
24. Oktober 2018, 12:00 Uhr
Dafür gibt es einen dicken Kuss von der Tochter: Thomas Roth vom TSV Södel hat das »Tor des Monats September« geworfen – und sich als A-Liga-Spieler damit gegen die namhafte Profikonkurrenz durchgesetzt. (Foto: pv)

Er hat es wirklich geschafft! Der Södeler Thomas Roth hat mit seinem Tor beim 32:29-Sieg seines TSV über die KSG Bieber in der Handball-Bezirksliga A das »Tor des Monats September«, verliehen von der Handball-Bundesliga, erzielt. Der 38-jährige Spieler und Vorsitzende des Vereins aus dem Wölfersheimer Ortsteil bekommt jetzt natürlich eine Trophäe – und hat im Mai die große Chance, in der Wahl zum Tor des Jahres noch einmal abzuräumen. Sein ansatzloser Wurf über die rechte Schulter hatte von Beginn an in der Abstimmung unter anderem gegen namhafte Profis aus der Bundesliga vorn gelegen. Im Interview gibt Roth nun Einblicke in seine Gefühlswelt – und spricht über die Bedeutung des Sieges für seinen Verein.
 


Herr Roth, nachdem Sie nun als Sieger feststehen, wie geht es weiter?

Thomas Roth: Zunächst möchte ich mich bei allen bedanken, die für den Verein und mein Tor gevoted haben. Es ist schon eine tolle Sache, so etwas zu gewinnen. Das passiert einem nicht oft im Leben. Die Redaktion der HBL hat mich am Freitagabend noch kontaktiert und mir die herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen. Es wird nun ein Pokal graviert und an einen Verantwortlichen des Vereins zugesandt. Leider wird es aufgrund des hohen Termindrucks der Offiziellen keine Verleihung durch einen Verantwortlichen der HBL geben, aber das muss aus meiner Sicht auch nicht sein. Der Erfolg alleine für den Verein und mich sind genug. Sobald der Pokal angekommen ist, werden wir uns ein Heimspiel aussuchen und eine offizielle Übergabe mit Verein, eventuell dem Bürgermeister, und der Presse machen. Jetzt bleibt auf jeden Fall genug Zeit, die anderen Tore des Monats zu beobachten und dann ab Mai wieder in die Wahl zum »Tor des Jahres« einzugreifen. Ich persönlich gehe fest davon aus, dass da noch einige Knaller kommen, die mehr Potenzial zum Tor des Jahres haben. Aber ich bin entspannt.

Ganz ehrlich: Die Rückmeldungen waren unglaublich

Thomas Roth

Welche Art von Rückmeldungen haben Sie aus der Handballszene erhalten?

Roth: Ganz ehrlich: Die Rückmeldungen waren unglaublich. Viele Handballer im Umkreis haben mich angeschrieben und gratuliert. Einige Kommentare auf Facebook haben mich zum Schmunzeln gebracht. Ich kann gar nicht sagen, wie oft das Video geteilt wurde. Allein auf Instagram hat das Video 40 000 Aufrufe. Mein Teamkollege und Co-Trainer Pascal Schmidt hat ebenfalls einige Jahre im Handballgeschäft auf der Uhr. Er kam vergangene Woche zu mir und hat gesagt, dass ihn viele ehemalige Teamkameraden auf das Tor angesprochen hätten. Rückmeldungen von zwei, drei Bundesligaspielern gab es auch. Jedoch ist mir die Aufmerksamkeit für den TSV Södel wichtiger. Viele Kinder aus unseren Jugendmannschaften sehen mich derzeit als kleinen »Star« und kommen mit funkelnden Augen zu mir und wollen abklatschen. Das macht mich stolz und das tut dem Verein gut.

Gab es auch Reaktion außerhalb der Handballszene?

Roth: Naja, wenn man so will ist mein Arbeitgeber, die Commerzbank, ebenfalls stolz auf mich und hat sich mit mir gefreut. Auch Kollegen, die noch nie etwas mit Handball zu tun hatten, fanden in den vergangenen zwei, drei Wochen den Weg in unsere Sporthalle. Das tut dem heimischen Sport und dem Verein sehr gut.

Wie bewerten Sie die Bedeutung der Aktion für Ihren Verein?

Roth: Das hat uns nur Vorteile gebracht. Der Verein nutzt die digitalen Medien sehr gut, um Werbung für sich zu machen. Tägliche Postings tragen zu einer deutlich höheren Aktivität bei. Seit meinem Video sind diese Zahlen deutlich gestiegen und die Reichweite der Vereinsseite ist sehr stark erhöht. Am spannendsten finde ich die Tatsache, dass sich ein Spieler gemeldet hat, der so auf unseren Verein aufmerksam wurde und uns auch angeschrieben hat, ob er bei uns trainieren und spielen kann. Er sei im beruflichen Umbruch und suche einen Verein in der Wetterau. Ansonsten ist die gesamte Aktion bald vergessen und es geht ohne Social-Hype weiter. Das Ding nehmen wir aber als Verein mit und freuen uns über die Werbung.

Wenn der Schlusspfiff ertönt, sind Handballer untereinander einfach kollegial und bei einem Bier wird hinterher über alles gesprochen

Thomas Roth

Da Sie nun schon zum Sprachrohr geworden sind: Was liegt Ihnen am Herzen und was möchten Sie gerne noch loswerden?

Roth: Was ich unbedingt loswerden möchte: Als Spieler war und bin ich definitiv nicht der beliebteste auf dem Feld. Da gibt es schon einige Spieler und Trainer, die mich am liebsten in »Rente« sehen würden. Um so bemerkenswerter ist es für mich, wie positiv die Rückmeldungen und die Unterstützung waren. Da sieht man wieder einmal: Wenn der Schlusspfiff ertönt, sind Handballer untereinander einfach kollegial und bei einem Bier wird hinterher über alles gesprochen. Das macht diesen Sport aus, deshalb gebe ich alles um diesen Sport in Södel, aber auch in unserer Region aktiv mitzugestalten.

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