Medaillenjäger

Klingenberg will europäischen Eintzeltitel gewinnen

Lars Klingenberg hat bei den Leichtathletik-Europameisterschaften der Senioren zwei Medaillen geholt. Jetzt will der Sprinter des TSV Friedberg-Fauerbach einen Einzeltitel gewinnen.
18. Oktober 2017, 16:00 Uhr
International auf Medaillenjagd: Lars Klingenberg. (Foto: bf)

Die sportliche Karriere von Lars Klingenberg begann im Alter von 14 Jahren. In diesem Jahr fand sie bei den Leichtathletik-Europameisterschaften der Senioren in Aarhus (Dänemark) einen weiteren Höhepunkt fand. Über 200 Meter errang Klingenberg in persönlicher Bestzeit von 24,10 Sekunden den dritten Platz. Mit der 4x100-Meter-Staffel wurde er zudem Europameister mit deutscher Rekordzeit von 45,42 Sekunden. Doch dies soll noch nicht alles gewesen sein.

Im Alter von 17 bis 23 Jahren waren die 400 Meter seine Hauptwettkampfdistanz, und dort hat er auch die größten Erfolge gefeiert, lief auch für die Junioren-Nationalmannschaft über 4x400 Meter. Später wurden von 100 Meter bis hin zu 1500 Meter Wettkämpfe in unterschiedlicher Intensität bestritten. »Schließlich bin ich dann bei den kurzen Sprintdistanzen hängengeblieben«, sagt er rückblickend.

Als seine Kinder auf die Welt kamen, hatte er eine neunjährige Pause eingelegt, in der er sich mit anderen Sportarten fitgehalten hat. »Viel gerannt bin ich dennoch, aber ich habe das Sprinten verlernt«, sagte er. Umso höher ist es einzuschätzen, dass er sich nach dieser langen Pause wieder in die deutsche Sprinterspitze zurück gekämpft hat.

Dem TSV Friedberg Fauerbach schloss sich Lars Klingenberg vor sechs Jahren an. »Ich habe einen Verein gesucht, bei dem ich auch mit der Mannschaft im Seniorenbereich noch richtig gute Erfolge erreichen kann«, sagte er. Hier lieferten dann die erfolgsverwöhnten Friedberger Vorstädter beste Voraussetzungen, und seine Rechnung ging auf. Als mittlerweile 45-Jähriger hatte er vor seinem Wechsel nach Fauerbach bei der TG Obertshausen, in Bad Vilbel, bei Eintracht Frankfurt und dem TSV Heusenstamm schon viele Trainings- und Wettkampfjahre hinter sich.

Neben der Familie mit zwei Kindern nimmt der Sport immer noch einen hohen Stellenwert ein. »Drei bis vier Trainingseinheiten und dazu noch Krafttraining mit den Hanteln sind fast ganzjährig notwendig, um das Niveau zu halten oder gar zu steigern«, sagt der 51-Jährige, der noch immer auf Rekordjagd ist.

 

Mit viel Idealismus

 

Mittlerweile ist der Sprinter sein eigener Trainer oder holt sich Rat aus Vereinskreisen. »Am zweckmäßigsten ist es zu Hause vor der Haustür zu trainieren, sonst ist der Zeitaufwand kaum zu bewältigen, weiß er aus vieljähriger Erfahrung.

Neben dem Training müssen auch noch die Wettkämpfe organisiert werden. Auch die Kosten für die internationalen Wettkämpfe müssen selbst getragen werden. Idealismus gehört dazu Da wurde für die Weltmeisterschaften in Australien im letzten Jahr mit den Vereinskameraden ein Haus gemietet und selbst gekocht. Die Familie ist bei längeren Auslandsaufenthalten auch dabei und sieht diese Zeit als Urlaub. Familienurlaub ohne Wettkampf gibt es aber auch, »sonst bekäme ich größere Probleme zu Hause« fügte er noch schnell lächelnd hinzu. Die Laufschuhe nimmt er aber sicherheitshalber immer mit, man weiß ja nie, ob nicht doch eine kleinere Einheit mal absolviert wird.

Bestätigungen, wie der Vizeweltmeistertitel im letzten Jahr, treiben ihn immer wieder an. »Wenn solche Erfolge kommen, brauche ich keine Motivation um weiter zu trainieren.« Dazu zählt auch der dritte Platz in der M50 über 100 Meter bei den Deutschen Meisterschaften in 11,95 Sekunden. »Hier hat alles gepasst«, verrät der Sprintspezialist. Das Training ist fester Bestandteil im Wochenrhythmus. Da spielt natürlich dann auch die Ernährung eine Rolle. »Um erfolgreich zu sein, muss man ab einem gewissen Alter an allen Stellschrauben drehen«, weiß er auch Erfahrung. Auf Schweinefleisch wird verzichtet und auch sonst hält sich der Fleischkonsum in Grenzen.

»Gerne würde ich einen Einzeltitel erlaufen, sagte er auf künftige Ziele angesprochen. »Dies könnte über 100 Meter, 200 Meter im Freien oder über 60 Meter in der Halle sein. Bei den Halleneuropameisterschaften über 60 und 200 Meter ist eine Finalteilnahme ein großer Erfolg«, wobei er aber über 60 Meter auch auf eine Medaille schielt. »Mit der Staffel wäre die Deutsche Meisterschaft mit der LG Friedberg-Fauerbach oder auch ein Staffelrekord jede Anstrengung wert«, sagte der offenbar nimmermüde Medaillensammler mit Ausblick auf 2018.

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