23. November 2018, 12:05 Uhr

Handball-Landesliga

Handball-Landesliga vor dem Derby: Die Siek-Brüder als Säulen im Griedeler Spiel

Die jüngste Geschichte des TSV Griedel ist auch die von zwei Brüdern. Nils und Sascha Siek kamen 2016 aus Grünberg und halfen mit, die Wetterauer Handballer in die Landesliga zu führen.
23. November 2018, 12:05 Uhr
Seit Jahren mit seinem Bruder zusammen erfolgreich, nach der HSG Grünberg/Mücke nun beim TSV Griedel: Nils Siek. (Foto: Jaux)

Am Samstag geht es für den Landesliga-Aufsteiger TG Friedberg zum benachbarten TSV Griedel. Man trifft sich zum Wetterau-Derby. Obwohl beide Vereine in der Vergangenheit öfter gegeneinander gespielt haben als gegen den TV Petterweil, den dritten heimischen Landesligisten, stand dieses Paarung zuletzt in der Saison 2014/2015 auf dem Spielplan. Zu erklären ist dies dadurch, dass jeweils einer der beiden Kontrahenten in den vergangen drei Spielzeiten in der Bezirksoberliga beheimatet war. Im letzten gemeinsamen Landesliga-Jahr entschieden die Handballer aus der Kreisstadt beide Vergleiche mit 33:25 und 25:18 relativ deutlich für sich. Mit Blick auf die aktuelle Tabellensituation liegt die Vermutung nahe, dass der Sieger auch dieses Mal wieder TG Friedberg heißen wird. Beide Vereine rangieren derzeit sechs Plätze voneinander getrennt. Die vom TSV Griedel bisher eingespielten sechs Pluspunkte sind genau die Hälfte dessen, was der alte Konkurrent auf seinem Punktekonto aufweist.

Sascha Siek will mit seinem Bruder Nils auch gegen die TG Friedberg am Wochenende jubeln. (Foto: Jaux)
Sascha Siek will mit seinem Bruder Nils auch gegen die TG Friedberg am Wochenende jubeln. ...

Da es gerade im Handballsport des Öfteren zu anderen Ergebnissen kommt, als im Vorfeld »hoch gerechnet« wurde, sollte es nicht überraschen, wenn am Samstag die Spieler aus dem Butzbacher Stadtteil nach dem Abpfiff jubeln. Einen wesentlichen Grund dafür ausgerechnet zwei Spieler, deren Heimat nicht in der Wetterau liegt: die Siek-Brüder, wie sie landläufig bekannt sind.


Handball-Landesliga: Brüder-Duo als prägende Gestalten im Heimatverein Grünberg/Mücke

Der 29-jährige Sascha und sein 26-jähriger Bruder Nils, die in Gießen geboren wurden, haben beim TSV Grünberg in jungen Jahren begonnen mit dem Handball. Nicht verwunderlich, da sie einer handballbegeisterten Familie entstammen und in all den Jahren ihrer bisherigen Laufbahn von der gesamten Familie unterstützt wurden. Während Sascha bis zum gemeinsamen Wechsel nach Griedel durchgehend für seinen Heimatverein spielte, steht bei Nils ein kurzfristiger Abstecher in andere Gefilde in der sportlichen Vita. Im C-Jugend-Alter zog es ihn für ein Jahr zur HSG Dutenhofen/Münchholzhausen.

Über lange Jahre waren die Siek-Brüder die prägenden Akteure ihres Heimatvereins, der seit 2009 als HSG Grünberg/Mücke firmiert und mit der Meisterschaft in der Bezirksliga A und dem damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksoberliga den bisher größten sportlichen Erfolg feierte, der nicht zuletzt Sascha und Nils Siek zu verdanken war. Bis zur Spielzeit 2015/2016 blieben beide ihrer HSG treu. Zusammen erzielten sie in dieser Saison 273 Tore und weckten damit Begehrlichkeiten anderer Vereine. Auch beim TSV Griedel, der sich zu dieser Zeit den Aufstieg in die Landesliga als Ziel auf die Fahnen geschrieben hatte, wurde man auf das erfolgreichste Brüderpaar der Bezirksoberliga aufmerksam. Teammanager Jürgen Weiß gelang es, beide zu einem Wechsel in die Wetterau zu überzeugen. Er hatte damit ein wichtiges Puzzleteil gefunden, um das Vorhaben Aufstieg zu realisieren. Mit 269 Toren erzielten beide in der Aufstiegssaison ein Drittel der TSV-Tore. Dass dabei Sascha gegenüber seinem Bruder Nils die Nase vorne hatte, liegt an ihren unterschiedlichen Spielpositionen. Sacha verkörpert den klassischen Linksaußen, der in jedem Spiel auch etliche Tempogegenstoß-Tore erzielt. Dass er sich am Spiel eines Uwe Gensheimer begeistert, verwundert nicht. Bruder Nils agiert hingegen im Rückraum auf der Spielmacherposition, muss sich seine Tore ungleich schwerer erarbeiten und hat auch im Abwehrbereich eine Schlüsselposition inne.


Handball-Landesliga: Große Verbundenheit der Brüder - auf und neben dem Parkett

Vom ersten Tag an waren beide im neuen Verein angekommen, akzeptiert, integriert und wurden ohne Anlaufschwierigkeiten zu wichtigen Säulen im Griedeler Spiel. »Sascha und Nils haben unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen. Sie sind Führungsspieler auf und neben dem Spielfeld«, lobt Weiß. Mittlerweile tragen beide im dritten Jahr das TSV-Trikot und bezeichnen die Bilanz dazu als durchweg positiv. Die Spiele ihres Heimatvereins verfolgen sie weiterhin mit Interesse. »Wenn es der Spielplan zulässt, versuche ich die Heimspiele zu besuchen«, lässt Sascha wissen. »Sollte ich familiär bedingt einmal kürzer treten müssen, dem Handball aber weiterhin treu bleiben wollen, ist die HSG immer eine Überlegung wert«, beantwortet er die Frage nach einer eventuellen Rückkehr in den Gießener Kreisosten. Zunächst soll aber weiterhin die Landesliga im Fokus stehen. »Solange ich das Niveau halten kann und der Körper mitmacht«, räumt Sascha Siek ein.

Besondere Erwartungen an das Derby gibt es nicht. »Wir sollten immer von Spiel zu Spiel schauen und versuchen, so viele Punkte wie möglich zu holen. Dabei ist der Gegner egal«, lautet die nüchterne Einschätzung. Ob die Punktebilanz des TSV Griedel nach dem Derby einen positiven Schub erhalten hat, wird im Wesentlichen auch von den beiden Siek-Brüdern und deren Leistungen abhängen. Dass die beiden mehr miteinander verbindet als nur der Handballsport, lässt sich bei Saschas Antwort auf die Frage nach den bisherigen Tiefschlägen, die besonders in Erinnerung geblieben sind, erahnen: »Mein persönlicher Tiefschlag war in der letzten Saison die schwere Verletzung meines Bruders«, bekennt er.

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