05. Dezember 2018, 07:00 Uhr

Gruppenliga Frankfurt-West

Gruppenliga Frankfurt-West: Die Bilanz der Wetterauer Teams - Von Überraschung bis Enttäuschung

Die Fußball-Gruppenliga Frankfurt-West befindet sich seit Sonntag offiziell in der Winterpause. Zeit, um Bilanz zu ziehen – vor allem bei den vier Wetterauer Teams. Wir haben uns umgehört.
05. Dezember 2018, 07:00 Uhr
Der SKV Beienheim um Torjäger Leon Hirzmann (vorn, rotes Trikot) steht zur Winterpause mit seinem Klub hervorragend da. Für David Clement und FC Olympia Fauerbach geht es im neuen Jahr lediglich einzig und allein um den Klassenerhalt. (Foto: Nici Merz)

Lässt man die Saisonmonate August bis Dezember Revue passieren, darf man fast allen Vereinen des Fußballkreises Friedberg in der Gruppenliga Frankfurt-West nach 20 Pflichtspielen ein positives Zeugnis attestieren: Zwar stellen sie mit lediglich vier Mannschaften gegenüber den Kreisen Frankfurt (8) und Hochtaunus (6) die kleinste Fraktion, doch die Qualität des Wetterauer Quartetts kann sich sehen lassen. Mit dem SKV Beienheim (41 Zähler) und Aufsteiger Türkischer SV Bad Nauheim (40) rangieren zwei Klubs der heimischen Region hinter dem punktgleichen Frankfurter Führungsduo Spvgg. 05 Oberrad und SV BKC Bosnien (jeweils 42) auf den Positionen drei und vier in der Spitzengruppe, und auch der SC Dortelweil (8./27) zeigte nach schwachem Saisonstart zuletzt eine steigende Tendenz. Bange Blicke gehen lediglich in Richtung FC Olympia Fauerbach, da es die Fußballer aus dem Friedberger Stadtteil bislang auf erst 21 Punkte gebracht haben und deshalb lediglich auf Position 14 zu finden sind. Bliebe das so, müssten sie Ende Mai nächsten Jahres ihre Gruppenliga-Koffer nach nur einem Jahr Verweildauer mit großer Wahrscheinlichkeit wieder packen. Kleiner Trost für FCO-Coach Lars Osadnik und seine Truppe: Acht weitere Gruppenligisten haben ähnliche Sorgen, denn ab Tabellenplatz neun (TuS Merzhausen/24 Punkte) herrscht angesichts von bis zu fünf Absteigern Alarmstufe eins. Beienheims Coach Sebastian Spisla und Bad Nauheims Spielertrainer Tufan Tosunoglu brauchen sich mit ähnlichen Sorgen nicht mehr zu befassen. Zusammen mit dem Spitzenduo sowie dem Rangfünften FG Seckbach (39 Punkte) sind sie mit ihren Teams der Konkurrenz bereits enteilt und dürfen sogar vom Aufstieg in die Verbandsliga Süd träumen.


Gruppenliga Frankfurt-West: SKV Beienheim, der Favoritenschreck

Dass sie im Beienheimer Lager nach zuletzt 15 Punkten aus fünf Partien und insgesamt 13 Siegen, zwei Unentschieden bei lediglich fünf Niederlagen auf (Fußball)-Wolke sieben schweben, braucht nicht weiter zu verwundern. Schließlich ist Gruppenliga-Platz drei die beste saisonbezogene Zwischenbilanz der Vereinsgeschichte. Sich mit dem bisher Erreichten zu begnügen und quasi auf den Lorbeeren auszuruhen, kommt für Trainer Sebastian Spisla aber nicht infrage. »Die Mannschaft hat ihr Potenzial noch lange nicht ausgereizt und sollte in der Lage sein, mit etwas mehr Trainingsintensität noch besseren Fußball zu bieten«, ist die Überzeugung des 36-Jährigen. 60 Punkte seien machbar: »Damit wäre uns ein Platz in der Spitzengruppe gewiss, aber für den Aufstieg wird’s wohl nicht reichen, und das ist auch nicht unser Ziel. Die Runde stressfrei, also ohne Druck zu beenden, ist viel wichtiger.« Spisla, der in der Offensive mit Ante Paradzik, Mike Michalak und Leon Hirzmann auf drei Spieler bauen kann, die bereits zweistellig in die Vollen getroffen haben, lässt sich bei der Auflistung herausragender Spieler zwar nicht aus der Reserve locken, doch Timon Wolf ist eine Ausnahme: »Er hat sich im Defensivbereich vom Ergänzungs- zum Stammspieler entwickelt und damit den größten Leistungssprung vollzogen.« Personalergänzungen in der Winterpause? »Davon gehe ich aus«, verrät der SKV-Coach. Klingt seltsam, ist aber nachvollziehbar, denn mit Daniel Friede (zieht nach Köln), Johannes Eder (Auslandsaufenthalt aus beruflichen Gründen) sowie Marco Mouzong und Advan Cakiqi, die den Verein verlassen wollen, muss Spisla vier Stammkräfte aus seinen Planungen streichen.


Gruppenliga Frankfurt-West: Türkischer SV Bad Nauheim, der Shooting-Star

Man stelle sich vor, Torjäger Jake Hirst wäre im Juli nicht zu den Offenbacher Kickers gewechselt, sondern beim TSV Bad Nauheim geblieben. »Dann hätten wir einige Punkte mehr auf dem Konto und würden die Gruppenliga-Tabelle anführen«, ist Tufan Tosunoglus feste Überzeugung. Doch der Spielertrainer bläst deshalb kein Trübsal. Vielmehr ist der Ex-Profi mit der Bilanz, die er und seine Spieler zum Jahreswechsel ziehen können, mehr als zufrieden: »Saisonziel waren 45 Punkte, um im Kampf gegen den Abstieg auf der sicheren Seite zu stehen. 40 davon haben wir bereits geholt, also ist es nur logisch, dass wir als bester aller Aufsteiger die Grenzen des Machbaren nach oben korrigieren.« Im Klartext: Platz vier zu halten, ist ab sofort auf dem Rödgener Kunstrasenplatz die neue Leitlinie. Die Gründe für den sensationellen Höhenflug liegen auf der Hand: Alle Neuzugänge, wie Keeper Kamber Koc, Außenverteidiger Fabian Schusterschitz, Mittelfeldspieler Jasko Emrovic oder Stürmer Salih Yasaroglu, mit 22 Treffern die Nummer eins der Gruppenliga-Torjägerliste, haben sich als echte Verstärkungen erwiesen. Zudem verfügen die Kurstädter im taktischen Bereich über enorme Fähigkeiten und können auf alle Eventualitäten umgehend reagieren. Das funktionierte lediglich in zwei Fällen nicht wie gewünscht, nämlich bei den Niederlagen gegen Beienheim (0:2) sowie in Fauerbach (0:4). Acht Siege, drei Remis und lediglich eine Nullnummer (in Fauerbach) seit Mitte September lassen es erahnen: Personalergänzungen in der Winterpause sind für den Bad Nauheimer Übungsleiter, der sich lediglich in Sachen Chancenverwertung mehr Effektivität erhofft, kein Thema.


Gruppenliga Frankfurt-West: SC Dortelweil, der Spätstarter

Die Frage, welcher Kaderspieler von August bis Oktober nicht im Urlaub war, brachte Dortelweils Sportlichen Leiter Hans Wrage ein wenig ins Grübeln: »Eigentlich keiner.« Diese Tatsache sowie das verletzungsbedingte Fehlen einiger Stammkräfte führten dazu, dass der als Titelkandidat eingestufte Klub zunächst in ein tiefes Loch fiel und erst am achten Spieltag (4:0 gegen Hausen) den ersten Saisonsieg feiern durfte. Später lief es weitaus besser. Ab dem zehnten Spieltag mussten Coach Markus Beierle und sein spielender »Co« Julian Mistetzky jedenfalls nur noch zu Hause gegen Beienheim die Segel streichen, siegten sechsmal (unter anderem beim Spitzenreiter Oberrad) und holten vier Remis. Mistetzky als ruhender Pol in der Defensive, Oliver Steffen auf der linken Außenbahn und Zentrumstürmer Andrei Dogot waren die Garanten des Umschwungs, der nach der Winterpause mit den derzeit verletzungs- oder berufsbedingt fehlenden Spielern Robin Dobios, Markus Vancura, Dawid Polotzek und Marcel Bittner fortgesetzt werden soll. »Wir müssen uns nach hinten absichern, zumal in Richtung Spitzengruppe der Zug abgefahren ist«, sagt Wrage. Ganz generell bemängelt er zu wenig teaminterne Kommunikation während des Spiels. »Uns fehlt ein Leitwolf.«


Gruppenliga Frankfurt-West: FC Olympia Fauerbach, der Wackelkandidat

Welchen Nutzen haben Heimsiege über die Wetterauer Lokalrivalen Beienheim (4:0), Dortelweil (6:3) und Bad Nauheim (4:0), wenn gegen Mannschaften, die ebenfalls im Tabellenkeller stecken, nichts Zählbares herausspringt? »Gewinnen ist zwar immer gut, aber Erfolge gegen Königstein, Hausen oder Kalbach wären für uns wichtiger gewesen. Gegen diese drei Teams haben wir auf dem Elachfeld keinen Punkt geholt. Das schlägt doppelt negativ zu Buche«, meint Fauerbachs Trainer Lars Osadnik. Seine offensivstarke, aber in der Abwehr nur selten sattelfeste Mannschaft hat aus den letzten acht Spielen lediglich drei von 24 möglichen Zählern geholt. 21 Punkte seien vier bis sechs weniger, als man sich ausgerechnet habe: »Um die Klasse zu halten, sind wohl 42 Zähler notwendig, also müssen wir aus den noch verbleibenden zwölf Duellen sieben Siege holen. Schwierig, aber machbar«, meint der Coach. Osadniks Hoffnungsträger sind mit Michael Walther und Lennart Retzloff zwei Führungsspieler, die nach langer Verletzungspause im Frühjahr wieder zur Verfügung stehen. »Und zwei, drei Neuzugänge, denn unser Kader ist definitiv zu klein.«

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