Große Träume, große Sorgen

27. Juli 2017, 18:27 Uhr
Der Rodheimer Maik Vetter (links) geht in seine vierte Saison in Offenbach. (Foto: Hübner)

Mit viel Begeisterung, aber wenig Geld starten die hessischen Clubs am Wochenende in die Regionalliga Südwest. Die sportlichen Ambitionen sind beim FSV Frankfurt und KSV Hessen Kassel angesichts der desolaten finanziellen Lage bescheiden. Der TSV Steinbach und Aufsteiger Eintracht Stadtallendorf sind in dieser prominent besetzten Liga ohnehin nur Außenseiter. Bei Kickers Offenbach hingegen träumen die Fans mal wieder vom Aufstieg.

Die Stimmung beim Traditionsverein vom Bieberer Berg, für den der Rodheimer Maik Vetter (siehe auch Interview auf dieser Seite) aufläuft, ist vor dem Auftaktspiel am Samstag bei 1899 Hoffenheim II (14 Uhr) bestens: 2000 Fans feierten die Mannschaft beim »Kickers-Tag« auf dem Wilhelmsplatz. Trainer und Ex-Nationaltorwart Oliver Reck will »die Euphorie nicht wegnehmen«. Der 52-Jährige wies aber darauf hin, »dass viele Mannschaften in unserer Liga sehr, sehr viel Geld in die Hand genommen haben. Und genau das haben wir nicht getan«. Rivalen wie Waldhof Mannheim oder dem 1. FC Saarbrücken wolle man mit einem eingespielten Team »auf die Füße treten«, sagte er. Vom Aufstieg spricht in Offenbach offiziell niemand. Geschäftsführer Christopher Fiori hofft auf einen Platz unter den besten Vier.

Die Neuzugänge am Bieberer Berg heißen Florian Treske (Wormatia Worms), Niklas Hecht-Zirpel (FC Nöttingen), Varol Akgöz (Rot-Weiß Frankfurt) und Sebastian Brune (TSV Steinbach). Zudem freuen sich die Offenbacher über wichtige Rückkehrer: Mittelfeldstratege Marco Rapp, Innenverteidiger Stefano Maier und Kapitän Daniel Endres sind nach Verletzungen wieder dabei. Der Torhüter stand nach einer komplizierten Meniskus-Operation und halbjähriger Pause beim letzten Testspiel (2:0 gegen Bayern Alzenau) wieder zwischen den Pfosten. »Ich denke, wir sind auf einem Niveau mit den Topteams«, sagte Endres, der seit seinem elften Lebensjahr für den OFC spielt. »Die Mannschaft ist weitgehend zusammengeblieben, offensiv haben wir uns verstärkt.«

Beim Nachbarn FSV Frankfurt werden derzeit T-Shirts mit der Aufschrift »RESTART FSV« verteilt. Der Neuanfang nach diesem Absturz aber fällt schwer: Die Bornheimer wurden von der Zweiten Liga bis in der Regionalliga durchgereicht. Im April hatte die Fußball-GmbH Insolvenz angemeldet, da der deutsche Vize-Meister von 1925 mit rund drei Millionen Euro verschuldet ist. Die finanzielle Sanierung bei laufendem Insolvenzverfahren soll mit einem sportlichen Neuanfang einher gehen: Die Mannschaft, zuletzt ohnehin nur noch ein zusammengewürfelter Haufen, ist neu aufgestellt.

Die Saisoneröffnungsfeier fand nicht im Volksbank Stadion, sondern auf einem Nebenplatz statt. »Wir wollen einen weiteren Abstieg verhindern, das hat Priorität. Wir wollen Vertrauen zurückgewinnen«, erklärte Präsident Michael Görner. Der neue FSV-Chefcoach Alexander Conrad lobt den »professionellen Standard« bei der Infrastruktur: »Der finanzielle Rahmen schränkt uns ein, trotzdem sehe ich es positiv, dass wir hier was aufbauen können.« Görner sieht seinen Frankfurter Club für die Spieler als »Sprungbrett zum Profifußball«, sagte aber vor der ersten Partie am Sonntag beim Mitabsteiger FSV Mainz II auch: »Der FSV muss sich von allen Träumen verabschieden.«

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