12. November 2018, 09:17 Uhr

EC Bad Nauheim

Große Gefühle: So emotional lief der Abschied von Harry Lange

Ein Abend voller Emotionen: Harry Lange hat zu seinem Abschiedspiel die Meister des EC Bad Nauheim von 2013 zusammengetrommelt und feiert eine Party mit mehr als 1100 Zuschauern.
12. November 2018, 09:17 Uhr
Ergreifend: Kurz vor Spielende laufenden auf die Videowand die bewegensten Szenen von Harry Lange beim EC Bad Nauheim. (Foto: A. Chuc (https://chuc.de))

EC Bad Nauheim


Die Zeit schien stehengeblieben. Am 21. April 2013, jenem für das Eishockey in Bad Nauheim so bedeutenden Sonntag. Autogramme wurden geschrieben, Schultern geklopft und unzählige Selfies geknipst. Zu zweit, zu dritt, in Gruppen. Mit Spielern und mit dem goldenen Pokal. Die Eisfläche im Colonel-Knight-Stadion wurde zur Party-Arena für mehr als 1100 Fans des EC Bad Nauheim. Damals, in der Nacht, nach dem Finalsieg in Kassel, und auch jetzt, fünfeinhalb Jahre später, am diesem Samstag. Zum Abschiedsspiel für Harry Lange waren die Meistermannschaft von 2013 und viele Wegbegleiter des Österreichers noch einmal zusammengekommen.

 
Fotostrecke: Die Rose vom Wörthersee - So emotional war der Abschied von Harry Lange als Spieler des EC Bad Nauheim

Ein Abend mit Klassentreffen-Charakter, ein Abend der großen Gefühle, ein Gänsehaut-Abend, der die eine oder andere Träne kullern ließ. »Diese Stunden; sie bedeuten mir sehr, sehr viel. Mir war immer wichtig, als Mensch wahrgenommen zu werden. Und dass die Jungs heute alle hier sind, zeigt, dass mir dies gelungen ist. Ich bin sehr gerührt«, sagt Lange, der nach 18 Profi-Spielzeiten und sechs Jahren im Trikot der Roten Teufel seine Laufbahn im Frühjahr beendet hat und heute als Assistenz-Trainer beim Zweitligisten fungiert.


EC Bad Nauheim: Emotionalste Szene zwei Minuten vor dem Spielende

Ergriffen: Harry Lange kämpft am Mikrofon mit den Tränen.
Ergriffen: Harry Lange kämpft am Mikrofon mit den Tränen.

Den emotionalen Höhepunkt hatte der Abend, als das Spiel der Meister von 2013 - nur Alex Wagner und Eddy Rinke fehlten - und der Auswahl »Harry and Friends« (8:8) zwei Minuten vor dem Ende unterbrochen worden war. Die Zuschauer erhoben sich von ihren Plätzen, und auf der Videowand waren doch noch einmal die bewegendsten Szenen aus der aktiven Zeit des 34-Jährigen bei den Hessen zu sehen; begleitet von Sprechchören zur letzten Ehrenrunde.

Diese Mannschaft ist etwas Besonderes. Das hat man damals schon gespürt, und das hat man auch gleich wieder gemerkt, als wir nun wieder zusammengekommen sind

Thomas Ower

»Als wir uns jetzt wiedergesehen haben, fühlte sich das an, als sei es gestern gewesen«, sagt Chris Stanley, der Kapitän, dessen anschließenden Wechsel nach Frankfurt längst vergessen war. Mit großem Beifall wurde die Meister allesamt, aber natürlich mit Spielern wie Brad Miller, Josiah Anderson (mit Go-Pro-Kamera auf dem Helm) oder Thomas Ower an der Spitze in Bad Nauheim empfangen. Viele waren nach 2013 zum ersten Mal in die Wetterau zurückgekommen. »Diese Mannschaft ist etwas Besonderes. Das hat man damals schon gespürt, und das hat man auch gleich wieder gemerkt, als wir nun wieder zusammengekommen sind«, sagt Torwart Ower.

EC Bad Nauheim: Anekdotenreiche Stunden auf und neben dem Eis

Einige Meter weiter tat sich Miller noch immer schwer, die Bedeutung seines Siegtores einzuordnen. »Wenn ich die Menschen sehe: Das kann man keinem beschreiben. Ich glaube, als Nicht-Nauheimer ich werde niemals begreifen können, was der Treffer für die Menschen, die hier großgeworden sind und mit dem Eishockey leben, eigentlich bedeutet«, sagt der Amerikaner, der seine Laufbahn eigentlich schon beendet hatte, bevor er im Januar 2013 noch den späteren Meister-Kader ergänzt hatte. Für 310 Euro war sein Trikot am Samstag versteigert worden, getoppt nur durch die 350 Euro für das Jersey von Harry Lange.

Kabinengespräch: Frank Carnevale, der damalige Coach, und Brad Miller, der Siegtorschütze von 2013, schwelgen in Erinnerungen.	(Foto: Chuc)
Kabinengespräch: Frank Carnevale, der damalige Coach, und Brad Miller, der Siegtorschütze ...

Am Freitagabend schon waren die meisten der Protagonisten zusammengekommen. Im »BOB’s« am Marktplatz hatte Lange Spezialitäten aus seiner Heimat servieren lassen. Zum Auftakt anekdotenreicher Stunden, einer langen Nacht. Aus Österreich, Skandinavien und ja selbst aus Kanada waren die Protagonisten angereist, auch Frank Carnevale, der Meistermacher, der nach einer halben DEL2-Spielzeit mit reichlich Beigeschmack entlassen worden war. Und selbst Wolfgang Kurz, der Alleingesellschafter der damaligen Spielbetriebs GmbH, ist am Samstag erst zum zweiten Mal nach 2013 dorthin zurückgekehrt, wo er 2007 nach der damaligen Insolvenz der Roten Teufel Verantwortung übernommen hatte. Den Pokal hatte er auch gleich mitgebracht, als begehrtes Foto-Motiv.

Ein Selfie mit dem Aufstiegshelden: Thomas Ower lächelt in die Kamera.
Ein Selfie mit dem Aufstiegshelden: Thomas Ower lächelt in die Kamera.

»Harry und seine Meister - Legenden für uns« war auf einem großen Spruchband in der Fankurve zu lesen, als die Mannschaften präsentiert und auf der Videowand nocheinmal emotionale Szenen jener Partie in Kassel in Erinnerung gerufen wurden. Auch das »Meister«-Banner von 2013 hatten die Anhänger noch einmal hervorgekramt.

 

Diese Stunden; sie bedeuten mir sehr, sehr viel. Ich bin sehr gerührt

Harry Lange

Die besten Szenen: Emotionale Momente beim EC Bad Nauheim auf Video

Harry Lange spielte zunächst 30 Minuten lang in der Mannschaft mit seinen Freunden, darunter beispielsweise Andreas Pauli, Vitalij Aab, Marcus Götz und Dusan Frosch, die zu ihrer Rückkehr in Bad Nauheim mit großem Beifall empfangen wurden, und auch mit seinem Bruder Matthias; eine Herzensangelegenheit.

Ein begehrtes Autogramm: die Signatur von Josiah Anderson.
Ein begehrtes Autogramm: die Signatur von Josiah Anderson.

Auf der Tribüne saßen die Eltern. Die Klub-Logos des Klagenfurter EC und der Graz 99ers - den beiden langjährigen Stationen Langes - schmückten das Trikot der Freundesauswahl. Nach der Hälfte der Spielzeit schlüpfte der Stürmer dann in das Jersey der Meistermannschaft, die in ihren Trikots von 2013 aufgelaufen waren. Lange traf bei diesem Show-Match natürlich auf beiden Seiten, immer wieder begleitet von »Die Rose vom Wörthersee«, dem Schlager aus den späten 1940er-Jahren, seiner Tor-Musik. Sie wird man in Bad Nauheim gewiss vermissen.

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