VfB Friedberg

Fünf Endspiele für VfB-Trainer Toni Tsiakalos

Der VfB Friedberg kämpft in der Gruppenliga ums sportliche Überleben. Der Trainerwechsel brachte noch nicht die gewünschte Wirkung. Nun müssen in den verbleibenden Spielen Punkte her.
18. April 2018, 12:00 Uhr

Ob die berüchtigte Gleitklausel drei, vier oder fünf Absteiger bringt, ist egal: Die Teams, die in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt-West sechs Wochen vor dem Saisonende noch keine 30 Punkte erspielt haben, leben gefährlich. Denn sie bewegen sich im Kampf um den Klassenerhalt auf sehr dünnem Eis. Dies bedeutet: Während für den bereits abgeschlagenen Tabellenletzten Spvgg. 02 Griesheim der Gruppenliga-Zug längst abgefahren ist, kämpfen neben den Frankfurter Vertretern FV Hausen (16./24) und SV BKC Bosnien (15./25) sowie dem Hochtaunus-Klub FV Stierstadt (13./27) auch die Fußballer des VfB Friedberg (14./25) auf der überregionalen Bühne ums sportliche Überleben. Dass die Kreisstädter derart in die Bredouille geraten könnten, war Ende November noch kein Thema. Zum Jahreswechsel rangierte die Burgfeldelf nämlich auf Position neun und segelte nach Rang sechs in der Spielrunde 2016/2017 auch in ihrer zweiten Gruppenliga-Saison auf scheinbar sicherem Kurs. Aber eben nur scheinbar: Denn inzwischen herrscht beim VfB Friedberg Alarmstufe eins. Die wichtigsten Punkte zum Kampf gegen den Abstieg im Überblick:

Der Weg in den Tabellenkeller: Unter Jürgen-Ohl-Nachfolger Andreas Pelka verbuchten die Friedberger im Monat August zwar einen klassischen Fehlstart (vier Spiele, vier Niederlagen), blieben jedoch nach einem erfolgreichen September (3 Siege/0 Unentschieden/1 Niederlage) und einem durchwachsenen Oktober (2/1/3) in den letzten fünf Partien vor der Winterpause ungeschlagen (2/3/0). Ab Ende Februar ging’s allerdings steil bergab. Inklusive der jüngst erlittenen 1:3-Heimniederlage wechselten sich Pleiten (1:7 Bornheim, 1:6 Dortelweil), Pech (3:4-Niederlagen in Friedrichsdorf und Kalbach) und Pannen (0:2 Seckbach, 1:2 Griesheim) ab. Einziger Lichtblick war das torlose Remis gegen den FV Stierstadt. Spielausschussboss Carsten Lesiak bezeichnet Sperren (Keeper Gökhan Cirak, Dominik Ware, Eugen Rack) und den verletzungsbedingten Ausfall wichtiger Stammspieler wie Lennart Retzloff, David Clement, Lukas Kögler oder Janos Schmidt als wesentliche Ursachen für die unerwartete Talfahrt: »Hinzu kam im Februar eine Vorbereitung, die eigentlich gar keine war.«

Teamstruktur: »Sind alle Kaderspieler einsatzfähig, brauchen wir uns auch ohne Salih Yasaroglu vor keinem Gruppenliga-Rivalen zu verstecken«, sagt Lesiak. Der VfB-Torjäger soll in den noch verbleibenden Spielen erstmal nicht mehr zum Einsatz kommen. Das entschieden beide Seiten einvernehmlich. Vor Keeper Gökhan Cirak seien, so der VfB-Sprecher, alle drei Mannschaftsbereiche ausreichend stark besetzt. Stützen des Teams sind Malte Strothmann, Eugen Rack, Benjamin Haase, Lukas Kögler und David Clement in der Defensive. Martin Krank, Jasko Emrovic und Michael Schäfer gelten im Spielaufbau als wichtigste Protagonisten, während Waldemar Patzwald, Dominique Ware und Tanyel Fedler im Angriff die Kastanien aus dem Feuer holen sollen. »Wichtig ist, dass wir in den kommenden Wochen uneingeschränkt auf diese Spieler zurückgreifen können«, sagt Lesiak.

Trainerkonzept: Nach dem Ausstieg von Andreas Pelka leitete Toni Tsiakalos am vergangenen Donnerstag erstmals das Training. »18 Spieler waren erschienen, es hat Spaß gemacht«, zog der 40-Jährige ein durchaus positives Fazit. Seine Premiere als zunächst zeitlich begrenzter VfB-Übungsleiter hatte sich Tsiakalos angesichts der 1:3-Niederlage gegen die Sportfreunde 04 Frankfurt gewiss anders vorgestellt, änderte allerdings nichts an grundsätzlichen Erwägungen: »Taktische Spielsysteme sind in unserer Situation zweitrangig. Wichtig ist, dass die Spieler die richtige Einstellung, den Siegeswillen sowie die notwendige Lauf- und Kampfbereitschaft an den Tag legen. Nur dann wird es uns gelingen, die Mission Klassenerhalt erfolgreich zu bewältigen«.

Ausblick: Gerüchte, Toni Tsiakalos werde nur im Falle des Gruppenliga-Klassenerhalts auch in der kommenden Runde als VfB-Coach fungieren, entbehren anscheinend jeder Grundlage. »Das ist definitiv nicht der Stand der Dinge«, sagt Tsiakalos. »Denn auch die Kreisoberliga hat ihren Reiz. Stimmt die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer, stünde meinerseits auch eine Klasse tiefer einer weiteren Zusammenarbeit nichts im Weg.« Spielausschussvorsitzender Lesiak bekräftigt derweil den Willen aller VfB-Mitstreiter, schon aus rein sportlichen Überlegungen die Gruppenliga unbedingt halten zu wollen: »Um diesbezüglich auf der sicheren Seite zu stehen, sind 37 Zähler die untere Grenze. Wir benötigen also noch zwölf Punkte«. Will heißen: Der VfB Friedberg muss vier der fünf noch ausstehenden Begegnungen gewinnen. Gut möglich, dass dabei der Wunsch der Vater des Gedanken bleibt. Vor den finalen Heimspielen ab Mitte Mai gegen Oberstedten und Hausen, in denen sechs Punkte definitiv Pflicht sind, stehen nämlich ab Sonntag drei Auswärtsspiele in Serie gegen Tabellennachbar SV BKC Bosnien, die TSG Nieder-Erlenbach und die Spvgg. 05 Oberrad auf dem Programm. Sollten Ende Mai tatsächlich fünf Teams absteigen müssen, wäre es demnach für die VfB-Truppe zwingend erforderlich, auch auf fremden Plätzen Zählbares zu holen – eine Rechnung, die nur dann aufgehen kann, wenn es »Newcomer« Toni Tsiakalos gelingt, den ins Stottern geratenen VfB-Motor möglichst schnell wieder auf Touren zu bringen. (Foto: Jaux)

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