EC Bad Nauheim

Famoses Schlussdrittel

Der EC Bad Nauheim bringt gegen den ESV Kaufbeuren mit einem Doppelschlag binnen 41 Sekunden das Momentum auf seine Seite (45.), dreht das Spiel und feiert einen 5:2-Erfolg.
13. Februar 2018, 22:53 Uhr
Der Schuss passt genau: Dusan Frosch trifft - nur 41 Sekunden nach dem Ausgleich - zur 3:2-Führung des EC Bad Nauheim, der nach 60 Minuten als 5:2-Sieger gegen den ESV Kaufbeuren vom Eis geht. (Foto: Chuc)

EC Bad Nauheim


Die Roten Teufel lassen Bad Nauheim am Faschings-Dienstag kopfstehen. Zweimal haben die Hessen gegen den ESV Kaufbeuren einen Rückstand ausgeglichen, haben mit einem Doppelschlag binnen 41 Sekunden das Spiel gedreht und nach einem Durchhänger im zweiten Abschnitt die letzten 20 Minuten auf furiose Weise mit vier Treffern für sich entschieden. Durch einen 5:2 (0:1, 1:1, 4:0)-Sieg vor 1805 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion ist die Mannschaft von Petri Kujala sechs Spieltage vor dem Hauptundenabschluss der Deutschen Eishockey-Liga 2 bis auf einen Zähler an Position sechs herangerückt, der die direkte Playoff-Viertelfinalqualifikation bedeuten würde. »Kaufbeuren zwingt jede Mannschaft, hart zu arbeiten. Das haben wir gemacht. Am Ende hatten wir das Momentum auf unserer Seite«, resümierte der Trainer der Badestädter, während ESVK-Coach Andreas Brockmann feststellte: »Wir hatten die Partie im Griff. Dann stellt ein Fehler das Spiel auf den Kopf. Das ist eben Sport.«

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Der Gast aus dem Allgäu hatte die Offensive der Hausherren 40 Minuten lang gelähmt; ja nahezu ausgeschaltet. Mit Biss in den Zweikämpfen, taktisch clever in der eigenen Zone. Trotz drei Powerplay-Situationen in den ersten 20 Minuten: Torszenen der Teufel hatten in einer temporeichen Partie Seltenheitswert. Kaufbeuren hingegen zeigte sich kaltschnäuzig und nutzte die im Grunde genommen einzig echte Chance im ersten Abschnitt zum Führungstor durch Jere Laaksonen. Der Aufreger: ein Check von Sami Blomquist gegen Marcel Brandt, der diesen überhaupt nicht hatte kommen sehen und ordentlich durchgerüttelt wurde (15.).

Zwar erwischte Bad Nauheim den perfekten Start ins zweite Drittel und glich durch Cody Sylvester aus (21.), doch konnte Kaufbeuren der Partie den Stempel aufdrücken; erst recht nach der erneuten Führung; diesmal durch Ex-Teufel Daniel Oppolzer. Bad Nauheim fehlte die Frische, der Elan. Gerade im Spiel nach vorne. Kaufbeuren war handlungs- und gedankenschneller; immer einen Schritt voraus. Allerdings: EC-Torwart Felix Bick hielt seine Vorderleute im Spiel, verhinderte einen höheren Rückstand mit Paraden gegen Karevaara und Pfaffengut.

Der Doppelschlag im Schlussdrittel - James Livingston und Dusan Frosch trafen binnen 41 Sekunden (45.) - gab den Roten Teufel erkennbar Energie, Selbstvertrauen und das Momentum. Aus dem Nichts hatte Kaufbeuren das Spiel aus den Händen gegeben. Und ehe die Allgäuer sich so richtig berappelt konnten, erhöhte Daniel Ketter auf 4:2 (54.). Den Schlusspunkt setzte Mike McNamee (60.).

EC Bad Nauheim: Bick - Brandt, Mannes, Slaton, Pruden, Ketter, Erk - Reimer, Sylvester, Niederberger, Krestan, McNamee, Livingston, Lange, Meisinger, Ratmann, Bettahar, Kolb, Frosch.

ESV Kaufbeuren: Vajs - Osterloh, Pfaffengut, Kasten, Haase, De Paly, Monteith - Lewis, Sarault, Karevaara, Blomquist, Schäffler, Billich, Schmidle, Laaksonen, Oppolzer, Wolter, Thomas, Reinig.

Steno: Tore: 0:1 (15.) Laaksonen (Monteith, Billich), 1:1 (21.) Sylvester (Brandt, Mannes), 1:2 (25.) Oppolzer (Karevaara, Schmidle - 5-4), 2:2 (45.) Livingston (Bettahar), 2:2 (45.) Frosch (Lange), 4:2 (54.) Ketter, 5:2 (60.) McNamee (Sylvester - 5-4). - Strafen: Bad Nauheim 8, Kaufbeuren 12. - Z.: 1802.

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