Der Fußball-Rückblick

Elf Sportplätze, elf Geschichten: Was aus der Vorrunde in Erinnerung bleibt

Erinnern Sie sich noch? An die Vorrunden-Höhe- und Tiefpunkte im Fußballkreis Friedberg? Wir haben elf prägende Geschichten zusammengefasst.
28. Dezember 2017, 13:11 Uhr
Rudelbildung in Steinfurth: Das Stadtpokal-Finale zwischen dem SV Steinfurth und dem Türkischen SV Bad Nauheim wurde nach diesen Szenen abgebrochen. (Foto: Archiv)

Ein Spielabbruch in Steinfurth. Die Reanimation eines C-Liga-Kickers am Spielfeldrand. Der abgesägte Torpfosten von Melbach oder der Fünferpack von Baris Özdemir in der Verbandsliga - die Vorrunde hat reichlich bunte Geschichten geliefert. Elf Episoden haben wir zusammengefasst.

 

Die Rudelbildung

Das Finale um den Pokal der Stadt Bad Nauheim zwischen dem SV Steinfurth und dem Türkischen SV Bad Nauheim hatte am 22. Juli mit einem Spielabbruch geendet. Es war zu einer Rudelbildung gekommen. »So etwas habe ich in 41 Jahren als Schiedsrichter noch nicht erlebt. Ich konnte angesichts der Aggressivität, die ich gespürt habe, keinen normalen Spielverlauf mehr garantieren und habe meine Entscheidung zum Schutz der Spieler getroffen«, sagt Fred Hoppe, der Unparteiische, später vor dem Kreissportgericht. Dieses Gremium musste angesichts der Zeugenaussagen ein unerwartet mildes Urteil fällen. Beide Mannschaften wurden für unsportliches Verhalten mit Geldstrafen sanktioniert. Einen Stadtpokalsieger 2017 gibt es nicht.

 

Neun Monate ohne Sieg

Mehr als neun Monate hatte der SSV Heilsberg auf einen Sieg warten müssen. Nachdem der Klub aus dem Bad Vilbeler Stadtteil binnen zwei Jahren (mit nur zwei »Dreiern«) aus der Kreisoberliga in die B-Liga durchgereicht worden war, konnte am 27. August wieder ein Sieg gefeiert werden. Beim SV Rosbach gewann der SSV Heilsberg an jenem Sonntagnachmittag mit 7:2. Zuvor hatte die Mannschaft zuletzt am 13. November 2016 gewonnen. Der 3:1 gegen Ober-Hörgern war zugleich der einzige Saisonsieg des SSV in der A-Liga.

 

Das Kreisoberliga-Schützenfest

15 Tore in 90 Minuten. Durchschnittlich alle sechs Minuten fällt ein Treffer. Zur Pause der Kreisoberliga-Partie zwischen dem FC Karben und dem FC Kaichen hatte nichts auf dieses Schützenfest hingedeutet. Mit 4:0 führte Karben nach 45 Minuten. Und dann ging’s Schlag auf Schlag. Allein zwischen der 50. und der 80. Minute erzielte der FCK acht Treffer bei höchsten Vorrundensieg im Friedberger Fußball-Oberhaus.

 

Der Özdemir-Fünferpack

Fünffacher Torschütze in der Verbandsliga-Partie gegen Rot-Weiß Darmstadt: Baris Özdemir (links) von Türk Gücü Friedberg: (Foto: Nici Merz
Fünffacher Torschütze in der Verbandsliga-Partie gegen Rot-Weiß Darmstadt: Baris Özdemir (...

Fünf Treffer in nur 90 Minuten erzielt selbst ein Torjäger nur selten. Und in der Verbandsliga schon gar nicht. Baris Özdemir ist dieses Kunststück am 29. Oktober gelungen. Beim 6:1-Erfolg von Türk Gücü Friedberg gegen Rot-Weiß Darmstadt traf er fünfmal. Sein schönster Treffer: ein direkt verwandelter Freistoß aus 25 Metern. In der Vorrunde hat Özdemir insgesamt 18 Treffer erzielt.

 

Das Seuchenjahr

Den SV Bruchenbrücken hat es schon in der Saisonvorbereitung übel getroffen. Henry Schmidt, Manuel Riess und Ahmet Akyüz haben sich allesamt einen Riss des Kreuzbandes zugezogen. Während der Saison hat es dann noch Benjamin Reuß erwischt. Der Pechvogel des Kreisoberligisten ist aber Yannik Schäfer. Er hatte sich im Februar das Schienbein gebrochen – und dann im Oktober direkt nochmals. »Wir sind froh, dass das Seuchenjahr 2017 vorbei ist«, sagt Trainer Stefan Schneider.

 

Das Eigentor

Am ersten Gruppenliga-Spieltag waren gerade einmal sieben Minuten gespielt, als Jasko Emrovic vom VfB Friedberg aus rund 50 Metern Entfernung, von der Mittellinie, einen Rückpass spielte; als Bogenlampe. Keeper Gökhan Cirak, der ein wenig zu weit vor seinem Kasten stand, hatte die Flugbahn des Balles falsch einschätzt, eilte noch zurück, konnte das Eigentor allerdings nicht mehr verhindern. Vor 400 Zuschauern gewann Aufsteiger Beienheim das Spiel mit 2:1.

 

Die Wiederbelebung

Vor dem Spiel zwischen der SG Ockstadt/Rosbach und dem FC Nieder-Florstadt II in der Kreisliga C musste Marc Evans, ein 34-jähriger Kicker der Gastgeber, reanimiert werden. »Marc war zweimal klinisch tot«, sagt Mirko Ewald, der Vorsitzende des SV Germania Ockstadt. Beim Warmschießen des Torhüters hatte Evans über Unwohlsein geklagt und war wenig später von einer Bank gekippt und regungslos liegen geblieben. Weder Puls noch Atmung waren festzustellen. Olaf Wörner und Sebastian Baden, zwei Mitspieler, reagierten schnell, konnten Evans mit Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzdruckmassage wiederbeleben, ehe der Rettungswagen eintraf. »Den Dank an meine Erst-, Zweit- und auch Dritthelfer kann man gar nicht in Worte fassen. Habe, glaube ich, schon verdammt viel Glück gehabt«, schrieb Evans, ein Ur-Ockstädter, auf der Facebook-Seite des SV Germania.

 

Der abgesägte Torpfosten

Der Torpfosten in Melbach wurde abgesägt. Das Netz ist zerschnitten. (Foto: pv)
Der Torpfosten in Melbach wurde abgesägt. Das Netz ist zerschnitten. (Foto: pv)

Der abgesägte Torpfosten hat in der Saison-Vorbereitung für Absage des Turniers zum den Pokal der Gemeinde Wölfersheim gesorgt, einen tiefen Riss innerhalb der TSG Wölfersheim hinterlassen und es gar in die BILD-Zeitung geschafft. Ende Mai hatten Unbekannte einen Torpfosten auf dem Sportplatz in Melbach abgesägt und einen Schaden von rund 4500 Euro verursacht. Im Dezember hat die Gemeinde Strafanzeige gestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Wie Bürgermeister Rouven Kötter sagte, stammen die verdächtigen Personen aus dem Umfeld der TSG.

 

Der Nationalspieler

Fynn Otto aus Ostheim spielt in der U17-Bundesliga für Eintracht Frankfurt und feierte im September sein Debüt in der U16-Nationalmannschaft. (Foto: Eintracht Frankfurt)
Fynn Otto aus Ostheim spielt in der U17-Bundesliga für Eintracht Frankfurt und feierte im ...

Fynn Otto wird den 13. September für immer in Erinnerung behalten. Der 15-jährige Ostheimer trug an jenem Tag das Trikot der U16-Nationalmannschaft. Dem Debüt des Innenverteidigers sind bis Jahresende drei weitere Länderspiele gefolgt. »Man stellt sich vielleicht immer mal vor, wie es sein könnte. Aber wirklich realisieren lässt sich so ein Spiel erst mit einiger Zeit Abstand«, sagt Otto, der vor vier Jahren von der JSG Weisel zu Eintracht Frankfurt gewechselt ist und dort in der U17-Bundesliga spielt.

 

Der kuriose Trainerwechsel

Das Vorbereitungsprogramm stand. Der Kader ebenso. Kreisoberligist TSG Ober-Wöllstadt musste sich zwei Tage vor dem Trainingsstart zur Saison 2017/18 aber einen neuen Trainer suchen. Berthold Vetter, der bereits seit in der Winterpause als Nachfolger von Stefan Schneider festgestanden hatte, sagte dem Klub überraschend ab und sorgte so quasi für den ersten Trainerwechsel der Saison. Mit Ronny Wadewitz konnte schließlich ein Übungsleiter gefunden werden. In der Tabelle belegt Ober-Wöllstadt Rang sieben.

 

Der Spielausfall

Amtsanmaßung, Unkenntnis oder einfach Fürsorgepflicht gegenüber dem Steuerzahler? Die Kreisoberligapartie zwischen dem SV Steinfurth und de SV Gronau wurde vor dem Kreissportgericht entschieden Ein Starkregen unmittelbar vor dem geplanten Spielbeginn am 22. September hatte die Platzverhältnisse im Rosendorf beeinträchtigt. Während die Gastgeber um den Zustand ihres Platzes fürchteten, bewerteten Schiedsrichter und Gastmannschaft den Rasen als bespielbar. Der SV Steinfurth überschritt seine Befugnisse, erklärte entgegen den Durchführungsbestimmungen den Platz als »gesperrt« - und verlor vor dem Gericht.

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