14. April 2019, 21:12 Uhr

Ein Absteiger, der vielleicht keiner ist

14. April 2019, 21:12 Uhr

Die Zweitliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda haben nach der 23:29-Heimniederlage gegen den TuS Lintfort vom Samstagabend aus rein sportlicher Sicht den Klassenerhalt verpasst. Und das, obwohl aufgrund des freiwilligen Rückzugs von Erstligist Schwaben Hornets Nellingen in die 3. Liga und dem in der Vorwoche angemeldeten Insolvenzverfahrens bei der DJK/MJC Trier, was für den Meister von 2003 den Zwangsabstieg bedeutet, in dieser Saison in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen überhaupt nur noch einen sportlichen Absteiger gibt.

Der Rückstand auf den rettenden 14. Platz, der aktuell von Werder Bremen belegt wird, beträgt für die HSG derzeit acht Punkte. Zudem verfügt der norddeutsche Kontrahent über das weitaus bessere Torverhältnis gegenüber der Wetterauer Spielgemeinschaft. Eine Hypothek, die bei gerade einmal vier noch auszutragenden Spielen zu schwer wiegt, wie auch der HSG-Vorsitzende Martin Schindler einräumt. »Da gibt es keine Zweifel: Nach dieser Niederlage sind wir abgestiegen«, bekannte er. Dennoch hoffen er und seine Mitstreiter noch auf ein glückliches Ende des Abenteuers 2. Liga mit einem Verbleib in dieser Spielklasse.

Spielbetriebs-UG gegründet

Vorsorglich wurde daher jetzt die Gründung einer »Handballspielgemeinschaft Gedern/Nidda Spielbetriebs UG« wirksam. Damit sind die rechtlichen Kriterien zu einer Lizenzerteilung über die laufende Saison hinaus geschaffen. »Eine Spielgemeinschaft, wie es unsere HSG darstellt, erhält in der Bundesliga an sich keine Spielgenehmigung. Für das erste Jahr unserer Ligazugehörigkeit wurde eine Ausnahmegenehmigung erteilt«, klärt Schindler über Richtlinien zur Lizenzerteilung auf, die für den Wetterauer Aufsteiger ab nächster Saison voll greifen würden.

Die Hoffnung, dass es trotz der misslichen sportlichen Situation, doch noch zum Klassenerhalt reicht, begründet sich mit der wirtschaftlichen Situation anderer Vereine. Sollte ein weiterer Verein aus der Bundesliga aus eben diesen Gründen das Handtuch werfen, oder zum Aufstieg berechtigte Vereine aus der 3. Liga den Aufstieg nicht wahrnehmen, besteht in Gedern und Nidda die Bereitschaft, sich erneut auf eine Abenteuerreise in Deutschlands zweithöchster Spielklasse zu begeben. Dass es im Frauenhandball für viele Klubs der 1. und 2. Bundesliga oftmals nur kurzfristig möglich ist, ihre Wettbewerbssituation erfolgreich aufrecht zu erhalten, ist nämlich nicht neu: Es stellt ein Phänomen dar, das so alt ist wie die Liga selbst.

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