13. April 2018, 07:00 Uhr

Regionalliga-Topspiel

Doppeltes Prestigeduell für Wetterauer Regionalliga-Kicker

Wenn am Samstag in der Fußball-Regionalliga Südwest Kickers Offenbach den SV Waldhof Mannheim empfängt, dann ist das nicht nur ein prestigeträchtiges Derby, sondern auch ein Duell zweier Wetterauer.
13. April 2018, 07:00 Uhr
Das Wetterau-Duell in der Fußball-Regionalliga Südwest. Am Samstag ist Marco Meyerhöfer (links) mit dem SV Waldhof Mannheim zum Verfolgerduell bei Maik Vetter und Kickers Offenbach zu Gast. (Foto: Hübner)

Wenn am Samstagmittag in der Fußball-Regionalliga Südwest Kickers Offenbach den SV Waldhof Mannheim empfängt, dann ist das nicht nur ein prestigeträchtiges Derby, sondern auch das Topspiel im Kampf um die Teilnahme an den Aufstiegsspielen. Es ist außerdem das Duell der beiden Viertliga-Profis aus der Wetterau: Maik Vetter (Rodheim) trifft mit seinem OFC auf Marco Meyerhöfer (Burg-Gräfenrode) vom SV Waldhof spielt. Wir haben die beiden vorab zum Interview gebeten.

 

Meyerhöfer: "Es bringt nichts, den OFC zu schlagen, wenn wir anschließend verlieren"

Marco Meyerhöfer (SV Waldhof Mannheim), wer ist am Samstag auf dem Bieberer Berg angesichts der Tabellenkonstellation eigentlich der Jäger, wer der Gejagte?

Marco Meyerhöfer: Ich denke, beide Mannschaften sind irgendwie Jäger und Gejagte zugleich. Die Partie am Samstag ist für beide Seiten von großer Bedeutung. Man darf sich aber auch nicht zu sehr verrückt machen und muss das Spiel mit einer gewissen Vorfreude angehen. Gerade solche Partien vor solchen Kulissen sind es doch, für die ein Sportler Tag für Tag trainiert und auf die er hinarbeitet.

Wird eine Vorentscheidung fallen?

Meyerhöfer: Nein. Dafür ist es noch zu früh. Es bringt nichts, den OFC zu schlagen, wenn wir anschließend gegen die vermeintlich kleineren Klubs verlieren. Wir müssen unser Nachholspiel auch erst noch gewinnen; da geht’s nach Koblenz, und da haben uns die Kickers zuletzt gezeigt, wie schwer das sein kann.

Ich bin natürlich sehr glücklich über die Anzahl der Spiele und dass ich etwas zum Erfolg der Mannschaft beitragen konnte

Marco Meyerhöfer

Bernhard Trares ist – seit der Winterpause – nach Gerd Deis und Michael Fink bereits der dritte Waldhof-Trainer in dieser Saison. Die Mannschaft zeigt sich davon scheinbar unbeeindruckt, hat im Jahr 2018 erst ein Spiel verloren.

Meyerhöfer: Ja, wir spielen derzeit auch guten Fußball und haben uns unsere derzeitige Position verdient. Die Arbeit des Coaches spiegelt sich in den Ergebnissen wider. Die Verantwortlichen haben in der Pause gut reagiert, und die Mannschaft hat das angenommen. Und, klar: Je größer der Erfolg, desto mehr Spaß macht die tägliche Arbeit.

Sie selbst haben nach einer von vielen Verletzungspausen geprägten Vorsaison nun den Anschluss gefunden und 28 der 30 Regionalliga-Partien bestritten. Nur Kevin Conrad hat als Waldhof-Feldspieler länger als Sie auf dem Platz gestanden.

Meyerhöfer: Ich bin natürlich sehr glücklich über die Anzahl der Spiele und dass ich etwas zum Erfolg der Mannschaft beitragen konnte. Zum anderen läuft es aber auch für den Klub derzeit gut. Wir hatten zwischenzeitlich einen zweistelligen Punkterückstand auf dem OFC, haben unter Fink und Trares einen Sprung gemacht und sind jetzt wieder dran.

Ihr Ex-Klub Saarbrücken steht an der Tabellenspitze und ist für die Aufstiegsspiele qualifiziert. Kommt man da ab und an auch ins Grübeln, ob der Wechsel nach Mannheim die richtige Entscheidung war?

Meyerhöfer: Man schaut natürlich, was die Ex-Kollegen so machen. Den Vereinswechsel habe ich aber zu keinem Zeitpunkt bereut. Ich brauchte nach dem letzten Jahr einen Neuanfang; einen neuen Klub, ein anderes Umfeld. Das hat mir gut getan. Und außerdem ist für uns ja noch alles drin.

Der Weg in die 3. Liga führt über zwei Aufstiegsspiele. Wie geht man als Spieler mit diesem Modus um, wo doch in nahezu allen Sportarten und allen Spielklassen der Meister direkt aufsteigt?

Meyerhöfer: Einerseits sieht man das kritisch. Am Ende entscheiden zwei Spiele binnen weniger Tage darüber, ob eine Saison erfolgreich ist oder nicht. Andererseits: Saarbrücken wird zu 99 Prozent die Saison auf Platz eins abschließen. Und ohne diese Regel, dass auch der Südwest-Zweite die Aufstiegsspiele bestreitet, bräuchten wir heute nicht mehr über einen möglichen Aufstieg von Waldhof Mannheim sprechen.

 

Vetter: "Das wird ein geiles Spiel"

Maik Vetter (Offenbacher Kickers), am Samstag kommt es in Offenbach zum Regionalliga-Derby gegen Waldhof Mannheim. Wer ist aus Ihrer Sicht der Jäger, wer der Gejagte?

Maik Vetter: Das ist schwer zu sagen, und es hat sich in dieser Saison ja auch schon oft gedreht. Aufgrund der aktuellen Tabellenkonstellation würde ich aber sagen, dass wir die Jäger und Mannheim die Gejagten sind, denn Punkte sehen in der Tabelle immer besser aus als Spiele, aber würde Mannheim seinen beiden Nachholspiele gewinnen, wären sie jetzt schon vor uns.

Wird es am Samstag bereits eine Vorentscheidung im Kampf um Platz zwei geben?

Vetter: Wir haben danach noch drei Spiele, Mannheim noch fünf. Es kann also noch in alle Richtungen gehen. Man kann aber auch nicht sagen, dass gar nichts passiert. Wir gehen das dennoch nicht wie ein Endspiel an, sondern freuen uns einfach darauf. Das wird ein geiles Spiel. Ich habe gehört, es sind bereits über 12 000 Karten verkauft worden und das werden sicher noch mehr.

Was macht den Erfolg der Offenbacher Kickers zurzeit aus?

Vetter: Einerseits haben wir natürlich seit ein paar Jahren mit Oliver Reck Konstanz auf dem Trainerposten, andererseits sind wir aber auch einfach eine eingeschworene Truppe. Ich bin jetzt bereits vier Jahre dort und es gibt andere, die sind noch viel länger da. Wir unternehmen privat viel zusammen, verstehen uns gut, fahren auch mal zusammen in den Urlaub. Dieses Gefühl innerhalb des Teams ist unser Erfolgsrezept.

Wer kann schon sagen, er spielt Fußball auf Profiniveau vor seiner Haustür

Maik Vetter

Sie selbst haben mit bislang zehn Toren in dieser Saison so viele Treffer wie nie erzielt und sind zum Publikumsliebling geworden. Wie bewerten Sie das?

Vetter: Ich wurde vorgezogen und spiele nun als hängende Spitze, während ich sonst immer eher defensivere Aufgaben hatte. Die Saison lief insgesamt besser als erwartet, denn im vergangenen Jahr hatte ich viele Verletzungen. Deshalb hätte ich mich auch mit weniger Einsätzen zufriedengeben. Ich bin aber gesund geblieben und es läuft zurzeit einfach sehr gut.

Sie haben bereits für Eintracht Frankfurt II, den FSV Frankfurt und Wehen Wiesbaden gespielt – Clubs, die teilweise schon in der 3. Liga waren oder es noch sind. War der Wechsel nach Offenbach dennoch der richtige Schritt?

Vetter: Absolut. Natürlich war es unglücklich, dass wir in meinem ersten Jahr in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga gescheitert sind, aber ich fühle mich hier einfach sehr wohl. Ich kann mittags mit meinem Mannschaftskollegen essengehen und abends etwas mit der Familie machen. Wer kann schon sagen, er spielt Fußball auf Profiniveau vor seiner Haustür.

Sollten Sie Zweiter in der Regionalliga werden, stehen zwei Auffstiegsspiele an. Wie würden Sie das angehen?

Vetter: Bei unserem letzten Versuch war ich noch kein Stammspieler, dennoch sehr nervös und habe mir den Kopf über die verschiedensten Szenarien zerbrochen. Mittlerweile nehme ich das lockerer. Ich würde mich freuen, wenn wir diese zwei geilen Spiele bekommen. Das sind Emotionen, die das Leben prägen. Dafür lebt man als Fußballer doch. Damals habe ich noch von Höherem geträumt, dann wäre heute vielleicht alles anders. Aber ich bin mir inzwischen sicher: So wie es gekommen ist, so sollte es auch kommen. Und das war für mich vielleicht auch besser so.

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