14. April 2019, 10:00 Uhr

Nachwuchstalent

Dieser Wetterauer ist eines der größten deutschen Talente im Fußball

Er zählt zu den Torjägern der B-Junioren-Bundesliga, die U17-Nationalmannschaft führt er als Kapitän auf's Feld. Paul Nebel aus Nieder-Mockstadt gilt als eines der größten Talente im deutschen Fußball.
14. April 2019, 10:00 Uhr
Paul Nebel aus Nieder-Mockstadt spielt mit der deutschen U17-Nationalmannschaft im Mai in Irland um den Europameistertitel. (Foto: Imago)

Spanien, Italien und Österreich sind die Vorrrundengegner. Ab 5. Mai spielt Paul Nebel mit der deutschen U 17-Nationalmannschaft in Irland, in der Heimat seiner Großmutter, um den Europameistertitel - und die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im Herbst im Peru. »Klar. Das muss unser Ziel sein«, sagt der Teenager aus Nieder-Mockstadt, der aktuell beim FSV Mainz 05 in der B-Junioren-Bundesliga für Furore sorgt. In 20 Saisonspielen hat er bislang zwölfmal getroffen, hat elf weitere Tore vorbereitet. Nebel war damit an mehr als der Hälfte aller Treffer der Rheinhessen beteiligt. Dreimal wurde er bei den teils zwei Jahre älteren A-Junioren eingesetzt. »Das ist schon ein enormer Schritt«, sagt Nebel, der trotz seiner jüngst rasanten Entwicklung bodenständig geblieben ist. »Ich will einfach nur Fußballspielen. Darauf will ich mich konzentrieren.« Die Auslese in den Nachwuchszentren der Bundesligisten ist streng. Vertrag hin oder her. »Das ist keine Garantie. Du musst liefern, musst Leistung bringen. Tag für Tag.« Bis 2021 läuft sein Kontrakt mit Mainz 05.


Schon mit 14 Jahren verließ Paul Nebel sein Elternhaus - für den Fußball

Anfangen hatte alles zu Hause in Nieder-Mockstadt. Mit Marco, seinem fußballbegeisterten Vater, als Trainer. Wie das meist nunmal so ist. Als Fünfjährige kickte er in der JSG Florstadt. In Karben, beim Sportverein, wurde das Talent Nebels im D-Junioren-Alter entdeckt. Über Kickers Offenbach führte sein Weg schließlich vor rund zweieinhalb Jahren nach Mainz.

Schon früh, als 14-Jähriger, verließ er sein Elternhaus, wo nicht selten eine kleine Fensteröffnung in rund zwei Metern Höhe zum »Torwandschießen«, zum Trainieren, eingeladen und die Freunde aus der Straße schon mal vor der elterlichen Hofreite schlange stehen ließ. Selbstständig sei er geworden, gereift, ein bisschen früher erwachsener geworden, sagt Nebel. »Es war für uns als Eltern schwer, ihn in diesen frühen Jahren gehen zu lassen. Aber Paul hat für sich bislang immer die richtigen Entscheidungen getroffen«, sagt Mutter Gitti.


Paul Nebels Alltag ist ab 7 Uhr morgens streng getaktet

Eine Saison lang war Nebel gependelt. Am Autobahnanschluss Rosbach hatte ihn der Shuttle der Nullfünfer abgeholt und auch dorthin zurückgebracht. Die Großeltern chauffierten ihren Enkel, und der Schüler hatte Zeit, Chancen und Pflichten eines Nachwuchsspielers im Bundesliga-Klub kennenzulernen. Inzwischen lebt Nebel mit vielen anderen Kickern im Kolping-Haus in Mainz, besucht die IGS im Stadtteil Bretzenheim.

Der Tag ist streng getaktet. Morgens um 7 Uhr steht Nebel auf, gegen 21 Uhr – nach Schule und zwei Trainingseinheiten – ist er wieder in seinem Zimmer; einem Einzelzimmer in einer Wohngemeinschaft. Freie Zeit - eine Seltenheit. »Wenn man abends alleine ist, dann denkt man natürlich an Freunde und Familie.« Die Heimspiel-Wochenenden (gespielt wird zumeist samstagvormittags) nutzt der Linksfuß deshalb meist zum Trip in die Heimat, schaut seinen jüngeren Brüdern Connor (14/Karbener SV) und Padraig (10/JSG Florstadt) beim Fußball zu.


Von der "Sport Bild" zu einem größten Nachwuchstalente erklärt

Am 6. Mai 2017 gab Nebel seinen Einstand in der deutsche Nationalmannschaft bei einem U 15-Testspiel im Sportpark Muldersingel in den Niederlanden. Zehn U 16-Einsätze und aktuell sieben U 17-Partien (drei Tore) sind bislang hinzugekommen. Im Verein wird auf schulische Leistungen wert gelegt, der Klub leistet Unterstützung. Der Verband organisiert seinen Spielern Privatlehrer, um Fehlstunden aus Lehrgängen kompensieren zu können. Inzwischen trägt der Teenager aus der Wetterau die Kapitänsbinde, ist eine Führungspersönlichkeit. Sein enormer Ehrgeiz, sein Willen, seine Flexibilität zeichnen ihn aus. »Anfangs war er rechter Verteidiger, heute ist er Linksaußen. Das zeigt, wie vielseitig er für uns Trainer ist«, sagt Michael Feichtenbeiner, der ihn als DFB-Nationalcoach von dessen Debüt an begleitet, unlängst im Südwestfernsehen.

Die Sport Bild, Europas auflagenstärkste wöchentliche Sport-Illustrierte, bezeichnete Nebel kürzlich als eines der zehn größten deutschen Talente. »Da war ich schon ein wenig überrascht. Wenn man so etwas liest, dann freut man sich natürlich«, sagt Nebel. Die Scouts, die im Mai zahlreich auf den Tribünen der irischen EM-Stadien sitzen, kennen längst seinen Namen und werden sicher ganz genau hinschauen, wenn der Junge aus der Wetterau seine bislang größte Fußball-Bühne betritt.

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