Spektakulärer Wechsel

Darum wechselt Torhüter Kamber Koc von der Hessen- in die Gruppenliga

Es war eine der Überraschungen: Kamber Koc, Torhüter des Hessenliga-Aufsteigers Türk Gücü Friedberg wechselt zum Gruppenliga-Neuling Türkischer SV Bad Nauheim. Im Interview erklärt er, warum.
12. Juli 2018, 07:00 Uhr
Kamber Koc gehörte zu den Säulen der Hessenliga-Aufstiegsmannschaft von Türk Gücü Friedberg. Trotzdem saß er in den Relegationsspielen auf der Bank – nun folgte gar sein Wechsel zum Türkischen SV Bad Nauheim. Warum? (Archivfoto: Nici Merz) (Foto: MERZ_N)

Im Lager des Kreisoberliga-Meisters Türkischer SV Bad Nauheim ist man im Hinblick auf die anstehende Gruppenliga-Saison durchaus optimistisch gestimmt. »Beim ersten Testspiel war Jake Hirst, der bekanntlich ein Probetraining beim Regionalligisten Kickers Offenbach absolviert, nicht dabei. Dennoch haben wir auch ohne unseren Torjäger gegen den Verbandsligisten Vatanspor Bad Homburg 1:0 gewonnen. Ich denke, wir sind dank starker Neuzugänge gut aufgestellt«, meint Bad Nauheims Spielausschussvorsitzender Deniz Can.

Zu jenen Fußballern, die gegen Bad Homburg erstmals im TSV-Dress zu finden waren, zählte auch Kamber Koc. Sein Job: Als Torwart gegnerische Treffer verhindern. Dass der 33-jährige Routinier in dieser Funktion hierzulande einer der bekanntesten Spieler ist, hat er seiner stets vorbildlichen Einstellung und – natürlich – seinen starken Leistungen zu verdanken. Nach den Stationen FSV Frankfurt, KSV Klein-Karben, FSV Fernwald und Eintracht Wetzlar stand Koc mit kurzer Unterbrechung (Juli 2014 bis Dezember 2014 bei Teutonia Watzenborn-Steinberg) seit Juli 2012 beim Hessenliga-Aufsteiger Türk Gücü Friedberg zwischen den Pfosten. Sein Wechsel zum Gruppenliga-Aufsteiger nach Bad Nauheim zur neuen Saison überraschte die Kenner der Szene, hatte jedoch nachvollziehbare Gründe, wie er im Interview mit dieser Zeitung erzählt.

Herr Koc, Gruppenliga-Torwart beim TSV Bad Nauheim anstatt Hessenliga-Keeper in Diensten von Türk Gücü Friedberg. War das Ihrerseits so geplant?

Kamber Koc: Im Prinzip schon, aber erst in zwei, drei Jahren. Meine ursprüngliche Absicht war, noch einige Zeit Hessenliga zu spielen, und danach erst zum Türkischen SV nach Bad Nauheim zu wechseln.

Es gab für mich keine Basis mehr, weiterhin mit TG-Trainer Mustafa Fil zusammenzuarbeiten

Kamber Koc

Weshalb ist es nun anders gekommen?

Koc: Weil es für mich keine Basis mehr gab, weiterhin mit TG-Trainer Mustafa Fil zusammenzuarbeiten. Seinen Umgang mit den Spielern, auch mit mir, würde ich als respektlos bezeichnen. Warum ich in den Aufstiegsspielen zur Hessenliga gegen den SSV Sand und gegen den FSV Fernwald auf der Bank saß, obwohl ich vorher durchgehend die Nummer eins war, habe ich trotz der tadellosen Vorstellungen, die Vladan Grbovic in diesen wichtigen Duellen gezeigt hat, bis heute nicht verstanden.

Jetzt wollen Sie beim Türkischen SV Bad Nauheim den Kasten sauberhalten. Der Klub erwartet viel von Ihnen. Betrachten Sie das als Ansporn oder als Belastung?

Koc: Ich bin Fußballer aus Leidenschaft und versuche stets, mein Bestes zu geben. Für Bad Nauheim zu spielen, ist etwas Besonderes für mich. Ich wohne dort, kenne das Umfeld des Klubs aus dem Effeff und pflege mit allen Beteiligten seit Jahren ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Teamintern werde ich eine der Führungsrollen übernehmen.

Welche Vereine waren in Ihrer Laufbahn eigentlich die wichtigsten Stationen?

Koc: Natürlich der FSV Frankfurt, wo alles begann, sowie später der damalige Hessenligist FSV Fernwald im Kreis Gießen.

Gab es Trainer, die Ihnen besonders imponiert haben?

Koc: Diesbezüglich ragen Alexander Conrad zu meiner Klein-Karbener Zeit, Niko Semlitsch in Fernwald und der aktuelle OFC-Coach Daniel Steuernagel, dessen fachliche Kompetenz mich während meines Kurz-Engagements in Watzenborn-Steinberg schwer beeindruckt hat, sicher heraus.

Tufan Tosunoglu weiß genau, worauf es ankommt

Kamber Koc

Funktioniert die Zusammenarbeit mit dem vier Jahre jüngeren TSV-Spielertrainer Tufan Tosunoglu bis jetzt so, wie Sie sich das vorgestellt haben?

Koc: Da gibt es überhaupt keine Probleme, denn wir liegen auf der gleichen Wellenlänge. Tufan Tosunoglu war früher Profi und weiß genau, worauf es ankommt. Seine Person hat meine Entscheidung, trotz Anfragen höherklassiger Klubs, künftig beim Türkischen SV Bad Nauheim zu spielen, enorm vereinfacht.

Wo werden sich die Bad Nauheimer in der kommenden Runde als Gruppenliga-Neuling einordnen?

Koc: Rufen alle Spieler das ab, was sie drauf haben, brauchen wir uns vor keinem Gruppenliga-Rivalen zu verstecken. Uns als Titelanwärter zu bezeichnen, wäre allerdings vermessen. Dafür kommen andere Mannschaften infrage, beispielsweise die Spvgg. 05 Oberrad oder unser Wetterauer Lokalkonkurrent SC Dortelweil.

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