07. März 2018, 12:00 Uhr

Feuer gefangen

Daniel Contin: »Ich habe noch mal Feuer gefangen«

Daniel Contin wollte die Fußballschuhe an den Nagel hängen. Er verrät, warum er dennoch beim VfR Ilbenstadt Feuer fing, wie er dem VfR neues Leben einhauchte und welche Tore er nicht vergessen wird.
07. März 2018, 12:00 Uhr
Gut gelaunt: Daniel Contin hat den VfR Ilbenstadt als Spielertrainer neues Leben eingehaucht und hofft auf den Aufstieg in die A-Liga über die Relegation. (Foto: Merz)

Seit Saisonbeginn ist Daniel Contin auf dem Sportgelände an der Klostermauer der neue Spielertrainer. Er bewegte sich ab der ersten Trainingseinheit auf durchaus bekanntem Terrain, denn für den VfR Ilbenstadt war der routinierte Techniker in der Spielrunde 2005/2006 schon einmal auf den heimischen Sportplätzen unterwegs. Der VfR-Höhenflug kommt für ihn nicht überraschend:

 

Es ist gelungen, dem Verein mit vereinten Kräften neues Leben einzuhauchen

Daniel Contin


Und in dieser Konstruktion betrachtet sich Daniel Contin, dessen Fußballer-Laufbahn einst beim FV Bad Vilbel in der Oberliga Hessen begann und ihn später unter anderem zum KSV Klein-Karben, nach Ober-Erlenbach und Staden, zum SV Nieder-Wöllstadt sowie vor seinem Ilbenstädter Engagement zum SV Steinfurth führte, beileibe nicht als wichtigster Faktor. »Im Spielausschuss leisten Maximilian Wagenbach und Jan Meisinger hervorragende Arbeit. Weitere Klubmitglieder, beispielsweise Rasit Celikkanat, kümmern sich ebenfalls um das Drumherum«, sagt der 36-Jährige. Sicher ist, dass Daniel Contin beim VfR Ilbenstadt auch in der kommenden Saison als spielender Coach in der Team-Verantwortung stehen wird. Der sportliche Erfolg sei zwar wichtig, habe aber ohne ein intaktes Vereinsleben auf Dauer keine Chance, lautet sein Motto.

Daniel Contin, Sie sind schon lange im Geschäft. Wo haben Sie als Fußballer die schönste Zeit verbracht?

Daniel Contin: Sportlich gesehen erinnere ich mich gerne an meine Bad Vilbeler Zeit zurück. Dort gelangen mir in einem Testspiel gegen die U21-Nationalmannschaft mal zwei Treffer. Das vergisst man nicht. Geht’s um die Geselligkeit nach dem Spiel, war Nieder-Wöllstadt nicht zu toppen. Aber auch in Ilbenstadt herrschte seinerzeit ein prima Klima. Wir sind auf dem besten Weg, daran anzuknüpfen. Die Jungs ziehen voll mit, und es kommen wieder mehr Zuschauer.
 

+++ Lesen Sie auch: So kam Daniel Contin zum VfR Ilbenstadt zurück +++
 

Ihr Einstieg ins Trainergeschäft kam für die Kenner der Szene überraschend.

Contin: Das kann durchaus sein, denn eigentlich hatte ich gar nicht die Absicht und wollte wegen permanenter Verletzungsprobleme meine Laufbahn beenden. Nach mehreren Gesprächen mit den Ilbenstädtern habe ich jedoch noch einmal Feuer gefangen. Dort verfolgte man die Idee, mit Spielern, die Ilbenstädter Wurzeln haben, eine neue Identität aufzubauen. Das hat mir gefallen. Fast alle jener 16 Spieler, die im Sommer letzten Jahres zu uns wechselten, können auf einen lokalen Bezug verweisen und wollen auch in der kommenden Saison für den VfR spielen. Ich denke, dass der Umbruch nach einigen Startschwierigkeiten inzwischen abgeschlossen ist.
 

Fürs nächste Jahr haben mit Christian Adler, Tim Dallwitz, Dirk Thorn, Dennis Sürer, Dominik Reichardt und Marc Humml sechs weitere Fußballer ihr Kommen zugesagt. Was dabei verblüfft, ist der frühe Zeitpunkt.

Contin: Stimmt, aber für uns ist es halt wichtig, rechtzeitig Weichenstellung zu betreiben. Schließlich ist es die feste Absicht des Vereins, demnächst wieder eine Reserve-Mannschaft ins Rennen zu schicken.
 

Angesichts eines Elf-Punkte-Rückstandes auf Spitzenreiter Burg-Gräfenrode ist der Meisterschafts-Zug wohl schon abgefahren. Ärgert Sie das?

Contin: Nein, denn man muss neidlos anerkennen, dass die Roggauer in der B-Liga Süd über die beste Mannschaft verfügen.

+++ Lesen Sie auch: SV Nieder-Wöllstadt schlägt SV Steinfurth mit 2:1 +++


Bleibt also nur noch die Aufstiegsrelegation und der zu erwartende Zweikampf mit dem diesbezüglichen Rivalen FSV Kloppenheim…

Contin: …den wir nur deshalb noch nicht überholt haben, weil wir uns zur Rückrundenfortsetzung beim stark spielenden TSV Rödgen mit einem 2:2 begnügen mussten und am vergangenen Sonntag das direkte Duell gegen die Kloppenheimer den schlechten Platzverhältnissen zum Opfer fiel. Aber im Ernst: Ich erwarte ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei für uns der Sprung in die A-Liga zumindest in dieser Saison nicht zwingend Pflicht ist. Beim VfR Ilbenstadt ist es zunächst mal das Wichtigste, die neuen Strukturen zu festigen. Die Möglichkeit, parallel dazu über die Relegation A-Liga-Status zu erlangen, wäre ein zusätzliches Schmankerl.

VfR Ilbenstadt

So hat sich der Verein neu erfunden

Dass die Fußballer des VfR Ilbenstadt schon bessere Zeiten erlebt haben, ist nicht zu bestreiten, denn bis zum Sommer 2015 zählten sie in der Kreisoberliga Friedberg zum festen Inventar. Danach ging’s allerdings steil bergab. Nach dem Abstieg aus dem Wetterauer Fußball-Oberhaus lief nämlich auch auf der A-Liga-Bühne so gut wie gar nichts zusammen. Die Folge: Man wurde durchgereicht und musste sich ab der Saison 2016/2017 mit einem unspektakulären Dasein in der B-Liga-Süd (Rang 12) begnügen. Ein Tiefpunkt in der Klubgeschichte, zweifellos. Doch das ist Schnee von gestern. Diese Runde, so scheint’s, hat das Team aus dem Niddataler Stadtteil den Turbo gezündet, zumal die im Sommer vergangenen Jahres neu formierte Mannschaft als aktueller Rangdritter nach 14 Siegen, zwei Unentschieden und nur drei Niederlagen mit 44 Punkten auf dem Konto hinter dem bereits weit enteilten Liga-Leader FSG Burg-Gräfenrode und dem mit den Ilbenstädtern nahezu auf Augenhöhe rangierenden Tabellenzweiten FSV Kloppenheim (45 Zähler) in der B-Liga-Spitzengruppe munter mitmischt.    (ub)

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