Diana Mahn

Ziel Nationalmannschaft: Diana Mahn aus Fernwald spielt mit 14 in U17-Bundesliga

Diana Mahn hat klare Ziele: Die 14-Jährige möchte in der Nationalmannschaft Fußball spielen. Bei der TSG 1899 Hoffenheim wird sie nun als Mittelfeldspielerin und Torfrau ausgebildet.
09. Januar 2018, 16:00 Uhr
Von Fernwald nach Hoffenheim: Diana Mahn (vorne) spielt seit einem halben Jahr im U17-Bundesliga-Team der TSG 1899. (Foto: Markus Friedel)

Die Feiertage hat Diana Mahn mit ihrer Familie verbracht. In diesem Punkt unterscheidet sich die 14-Jährige kaum von anderen Teenagern. Doch ihre Zeit zu Hause in Albach ist rar. Denn sie ist eine der talentiertesten Fußballerinnen in der Region und verfolgt zielstrebig ihren Bundesliga-Traum. Deshalb ist sie im letzten Sommer von den C-Junioren der TSG Wieseck zum Nachwuchs des Frauen-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim gewechselt. Bei den Sinsheimern ist die U15-Nationalspielerin im U17-Bundesliga-Team auf der Sechser-Position gesetzt. »In Hoffenheim hat mir das Konzept am besten gefallen«, sagt sie. Anfragen gab es im letzten Jahr auch vom FF USV Jena und vom 1. FFC Frankfurt. Doch kaum ein Klub betreibt die Nachwuchsförderung im weiblichen Jugendbereich so intensiv wie die TSG 1899.

Es war am Anfang nicht leicht. Aber ich hatte nicht wirklich Heimweh

Diana Mahn

Deshalb musste Diana Mahn auch nicht lange nachdenken, das Angebot der Hoffenheimer anzunehmen – sie packte ihre Sachen und zog nach Baden-Württemberg. Zuvor war ihr Talent beim U15-Länderpokal dem damaligen TSG-B-Juniorinnen-Trainer Marco Göckel aufgefallen. Er lud sie zum Probetraining beim Bundesligisten ein. »Danach war ich noch einmal drei Tage zur Probe in der Gastfamilie, und dann hatte ich mich entschieden«, erzählt Diana Mahn. Seitdem dreht sich in ihrem Leben noch mehr um Fußball – an sechs Tagen pro Woche steht sie auf dem Platz, hinzukommt das Elitetraining mit dem Technikcoach der ersten Mannschaft und in der Hightech-Trainingshalle »Footbonaut«.

Mit drei Jahren für JSG Fernwald gekickt

Dazwischen steht natürlich noch die Schule auf dem Programm. Diana Mahn besucht eine Sportprofilklasse am Leibniz-Gymnasium in Östringen. Für die Wege zur Schule, zur Hausaufgabenbetreuung oder die Trainingseinheiten stellt der Verein den jungen Kickerinnen einen Fahrdienst zur Verfügung. Die Rundumbetreuung und die Unterbringung in einer Gastfamilie haben ihr die Eingewöhnung erleichtert. »Meine Gasteltern sind voll nett. Meine Gastmutter ist Zeugwartin bei Hoffenheim, mein Gastvater arbeitet dort als Trainer.« Die Fernwälderin wohnt dort zusammen mit der Tochter der Gasteltern, einer Teamkollegin und mit der ungarischen Nationalspielerin Dóra Zeller aus dem TSG-Frauenteam. »Es war am Anfang schon nicht leicht«, gibt die 14-Jährige zu. »Aber ich hatte nicht wirklich Heimweh. Das muss man auch vom Charakter können. Außerdem habe ich sehr schnell Anschluss in meiner Klasse in der Schule und in der Mannschaft gefunden.«

Auch Dianas Eltern ist es nicht ganz leichtgefallen, ihre Tochter ziehen zu lassen. »Grundsätzlich waren wir schon darauf eingestellt, dachten aber, dass es noch ein Jahr Zeit hat«, sagt Sylvia Mahn: »Zwischendrin ist es immer mal schwer. Es wird einmal mehr und einmal weniger bewusst. Dadurch, dass noch vier Geschwister da sind, ist immer viel Trubel bei uns.« Kleiner Vorteil: Die Eltern haben viele Fahrten weniger. »Als Diana noch bei der TSG Wieseck gespielt hat, sind wir ja durch ganz Deutschland gereist.« Bis zu ihrem Wechsel ins Badische kickte ihre Tochter nach den Stationen JSG Fernwald, bei der sie als Dreieinhalbjährige begann, und VfR Lich ab dem zweiten D-Junioren-Jahr in Wieseck und zuletzt in der männlichen C-I der TSG. Dort wurde Diana Mahn bewusst, dass ihr Fußball eine echte Perspektive bietet.

Sechser in U15-Nationalmannschaft

In Hoffenheim wurde sie gleich in die U17 hochgezogen, spielt im Mittelfeld und ist eine der Standard-Spezialistinnen im Team – aber auch ihr Torwart-Talent wird dort nach wie vor gefördert. Das Umschalten zwischen den Positionen ist kein Problem für sie: »Ich hab das von klein auf so gemacht, von daher ist es nicht wirklich schwer für mich.« Auch in der U15-Nationalmannschaft hat sie beide Optionen, wenngleich die Tendenz hier eher in Richtung Sechser geht. »Beim DFB darf ich trotzdem je nach Belastung auch das Torwarttraining mitmachen.« Wo sie selbst ihre Perspektive sieht, weiß die Fernwälderin noch nicht. »Irgendwann kommt die Festlegung, spätestens in zwei Jahren. Bisher lassen die Trainer es offen. Sie fragen höchstens mal nach, ob ich eine Richtung habe, wo ich hingehen will.«

Bei der Wunschposition ist sie unschlüssig, bei ihrem großen Ziel nicht – Diana Mahn möchte auch im Aktivenbereich in der Bundesliga spielen – am liebsten bei einem Spitzenteam. »Und ich würde gerne Nationalspielerin werden«, sagt die 14-Jährige. Dafür investiert sie enorm viel.

Info

Diana Mahn über...

...ihre Stärken: »Im Feld sehe ich meine Stärken in der Technik, im Zweikampf und im Kopfball. Im Tor in der Sprungkraft, der Technik und im Spielverständnis.«

...die Betreuung in Hoffenheim: »Wir haben einen Trainer, einen Co-Trainer, einen Athletiktrainer, einen Physio und eine Betreuerin. Außerdem kommt einmal im Monat die Sportpsychologin Birgit Prinz und macht das Training bei uns.« Die Ehrenspielführerin der Nationalmannschaft und dreifache Weltfußballerin des Jahres steht den Spielerinnen auch bei Bedarf für Gespräche zur Verfügung. (kus)

 

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