04. März 2019, 10:09 Uhr

Tischtennis-DM

Tischtennis-DM in Wetzlar: Es reicht (noch) nicht für die heimischen Stars

Während die Augen der Öffentlichkeit bei den deutschen Tischtennismeisterschaften in Wetzlar auf dem Abschied von Timo Boll lagen, endete das Turnier für zwei heimische Stars enttäuschend.
04. März 2019, 10:09 Uhr
Die Nordeckerin Lea Grohmann hatte sich für ihre dritten deutschen Meisterschaften viel vorgenommen, zumal sie an Position 15 gesetzt in das Turnier in Wetzlar ging. Dennoch war bereits in der ersten Runde Schluss für die 18-Jährige. (Foto: ras)

Wer am Samstagnachmittag durch die Rittal-Arena schlenderte, konnte eine enttäuschte Lea Grohmann treffen. Die Nordeckerin, die als 15. der Setzliste die Vorrunde der deutschen Tischtennismeisterschaften am Freitag zwar auslassen konnte, musste sich nämlich bei ihrem ersten Auftritt im Einzel gleich geschlagen geben. Gegen Yuki Tsutsui vom TuS Neckarsulm hieß es in Wetzlar am Ende 2:4, obwohl sie in Satz zwei mit 6:1 und im dritten Durchgang bereits mit 8:3 geführt hatte. Grohmann ärgerte sich hinterher, den Sack nicht zugemacht zu haben. »Ich wollte unbedingt nach Wetzlar, zum einen, weil es meine Heimat ist, zum anderen, weil ab dem kommenden Jahr das Feld verkleinert wird, sodass es schwieriger wird, sich zu qualifizieren«, erklärte sie. »Da hätte ich natürlich gerade bei dieser Atmosphäre auch gerne noch ein zweites Spiel gemacht. Aber es war von vornherein ein 50:50-Spiel«, meinte Grohmann, schließlich kennen sich die beiden gut, spielten sie doch eine Saison gemeinsam beim TTC Staffel, mit dem sie in der 2. Bundesliga aktiv ist.

 
Fotostrecke: Die Tischtennis-DM in Wetzlar in Bildern


Tischtennis-DM in Wetzlar: Grohmann im Doppel und Mixed gut drauf - aber auch ohne echte Chance

Nach den klaren Auftaktsiegen im Doppel und Mixed am Freitagabend, war am Samstag für sie auch hier jeweils in der zweiten Runde Schluss. Mit Sonja Busemann (TSV Langstadt) scheiterte sie beim 1:3 allerdings auch am topgesetzten Doppel um die frisch gebackene Europe-Top-16-Siegerin Petrissa Solja (TSV Langstadt) und Sabine Winter (SV DJK Kolbermoor). »Immerhin habe ich so mal gegen Peti gespielt. Das war wirklich cool«, freute sich Grohmann über ihr Duell mit der deutschen Ausnahmespielerin. Gemeinsam mit Robin Malessa war beim 1:3 gegen Nadine Bollmeier/Lennart Wehking (TuS Bad Driburg/1. FC Köln) bereits am frühen Vormittag als eines von nur zwei hessischen Teams ebenfalls Schluss gewesen. »In beiden Spielen haben wir gut gespielt, von daher kann ich damit leben«, sagte Grohmann, die trotz des Frusts über das frühe Ausscheiden sportlich fair die weiteren hessischen Athleten anfeuerte – und natürlich auch ihre neuen Teamkameradinnen vom Bundesligaklub TV Busenbach, zu dem sie im Sommer wechseln wird.


Tischtennis-DM in Wetzlar: Ruwen Filus ärgert sich über seine vergebenen Chancen

Der Florstädter Ruwen Filus zeigt nach leichten Startschwierigkeiten ein starkes Spiel im Viertelfinale gegen den späteren Finalteilnehmer Patrick Franziska – unterliegt aber unglücklich mit 2:4. (Foto: ras)
Der Florstädter Ruwen Filus zeigt nach leichten Startschwierigkeiten ein starkes Spiel im ...

Pechvogel des Wochenendes war dennoch wohl der Wetterauer Ruwen Filus. Der Florstädter hatte für alle drei Disziplinen gemeldet, musste jedoch bereits vor dem Start in zwei davon die Segel streichen. Denn Han Ying (Club KTS Tarnobrzeg/Polen), Titelverteidigerin im Einzel und mit Filus aktuell Europameisterin in Mixed, musste krankheitsbedingt ebenso passen wie Filus’ Doppelpartner Steffen Mengel (Post SV Mühlhausen). So ging der Abwehrspieler an Position sieben gesetzt ins Rennen um den Einzeltitel, musste sich aber gegen seine Erstrundenaufgabe Gerrit Engemann (TTC GW Bad Hamm) nach 0:1-Rückstand und zwischenzeitlichem 3:1 noch einmal strecken, bis das 4:2 eingetütet war. Gegen Wehking stand im Achtelfinale ein 4:1, ehe gegen den späteren Finalgegner von Rekordgewinner Timo Boll, Patrick Franziska, beim 2:4 am späten Abend der Weg beendet war.

»Das war schon sehr bitter«, ärgerte sich Filus. »Es ist lange her, dass ich gegen ihn gewonnen habe, aber ich hatte die Hoffnung, dass er in seinem achten Spiel an diesem Tag etwas Kräfte gelassen hatte. Ich habe gut gespielt, aber ich habe in den entscheidenden Momenten zu viele leichte Fehler gemacht. Das darf mir auf diesem Niveau nicht passieren.« Filus war mit 1:0 und 2:1 in den Sätzen in Führung gegangen, hatte im zweiten Durchgang beim 6:2 und im fünften beim 8:1 sogar die Chance, weiter davonzuziehen bzw. wieder in Führung zu gehen, doch letztlich zog ihm Franziska doch den Zahn. Doch trotz der Enttäuschung konnte er dem Spiel auch Positives abgewinnen: »Ich habe gezeigt, dass mit mir zu rechnen ist. Das war das beste Spiel im letzten halben Jahr. Darauf muss ich jetzt aufbauen und mir meine Konstanz zurückholen«, sagte er. Bereits in zwei Wochen startet ein interner Ausscheidungswettkampf von sechs Nationalspielern um die beiden hinter Boll und Franziska verbliebenen Tickets für die WM in Budapest Ende April. Filus: »Wenn ich dieses Niveau dort abrufen kann, habe ich gute Chancen.«

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Emotionaler Abschied von Timo Boll
Ciao, Timo! Rekordchampion Timo Boll gewinnt zu seinem DM-Abschied seinen 13. nationalen Titel. (Foto: ras)
Ciao, Timo! Rekordchampion Timo Boll gewinnt zu seinem DM-Abschied seinen 13. nationalen T...

Der Odenwälder Timo Boll hat einen standesgemäßen Abschied von der Tischtennis-DM gefeiert. Das deutliche 4:0 im Finale gegen Nationalmannschaftskollege Patrick Franziska bedeutete den 13. Einzeltitel im 20. Anlauf. Der Rekordsieger kürte sich damit auch zum erfolgreichsten Teilnehmer der Turnierhistorie überhaupt. »Ich bin sehr froh über den Titel, der nie eine Selbstverständlichkeit ist. Aber natürlich ist trotz dieses perfekten Abschlusses auch etwas Wehmut dabei«, sagte Boll. Er war fünf Tage vor seinem 38. Geburtstag bei seinem ersten Statement nach dem Titelgewinn über das Hallenmikrofon sichtlich gerührt, wurde mit Standing Ovations gefeiert und bedankte sich mehrfach beim Publikum. Boll hatte im Vorfeld aufgrund des enger werdenden internationalen Terminkalenders angekündigt, nicht mehr bei deutschen Meisterschaften anzutreten.

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