Jugendfußball

Hallenmasters Wieseck: Alleine am Sonntag 16 Scouts vor Ort

Das Wohnmaxx-Hallenmasters in Wieseck hat mit Teams wie Eintracht Frankfurt und TSG Hoffenheim ein neues Niveau erreicht. Turnierleiter Fabian Durst spricht über den Aufwand und die Pläne.
18. Januar 2018, 12:00 Uhr
In der U16 stachen die Wiesecker heraus und kamen bis ins Finale. Hier ist Roger Adamski am Ball gegen den FC Nöttingen. (Foto: hf)

Herr Durst, das Jugendturnier, das am Sonntag zu Ende ging, war in diesem Jahr besonders prominent besetzt und kann als Erfolg verbucht werden – wie viel Arbeit steckt hinter der Organisation eines so großen Hallenturniers?

Fabian Durst: Wir stecken da schon wirklich viel Arbeit rein. Wir haben beispielsweise jetzt schon die Termine für nächstes Jahr fix gemacht. Mit Stadt und Sponsoren ist früh alles abgeklärt, die Einladungen an die Nachwuchsleistungszentren gehen immer im April raus. Jeder Verein bekommt eine persönliche Einladung. Zuerst sprechen wir die an, zu denen wir einen guten Draht haben: Eintracht Frankfurt, der 1. FC Köln, die Spvgg. Unterhaching oder Eintracht Braunschweig. Danach kommt der Zweitligaverteiler, dann warten wir drei, vier Wochen auf Antworten und dann geht’s an die Dritt- und Regionalligisten.

Können Sie den Aufwand mal anhand der Übernachtungen für all die Jugendspieler deutlich machen?

Durst: Fünf, sechs Wochen vor dem Turnier beginnt die anstrengende Phase, wo unter anderem auch das angegangen wird. Wir haben zwei Möglichkeiten: Im Residenzhotel haben wir ein Freikontingent, da haben wir alle Trainer und die kompletten U16-Teams untergebracht. Die U14 und U15 wurden auf Gasteltern verteilt. Jeder Wiesecker Spieler hat zwei Spieler von anderen Mannschaften zugeteilt bekommen. Die, die hier länger spielen, kennen das schon. Unsere Spieler übernachten auch teilweise mal woanders.

Wie sah die Arbeit in der Sporthalle am Ried aus?

Durst: Wir haben am Freitagmorgen um 8 Uhr morgens begonnen, die Banden usw. aufzubauen – mit einem Team von 35 Personen, dazuzählte beispielsweise unsere komplette U17. Das erste Turnier hat abends um 18 Uhr stattgefunden. Zeitintensiv war unser Angebot, den Spielplan und die Ergebnisse in digitaler Form zuzuschicken. Da haben wir ca. 200 Anfragen bekommen.

Sind in Zukunft weitere neue Schritte wie dieser geplant?

Durst: Das Turnier hat sich in den letzten Jahren immer mehr gesteigert, dieses Jahr hatten wir das mit Abstand beste Teilnehmerfeld. Wir wollen das etablieren und ausbauen, haben von vielen Teams schon Zusagen für das nächste Jahr bekommen. Das ist eine Bestätigung. Der Sonntag war mit den drei Gruppen in der U14 der aufwendigste, auch von den Kosten mit Fahrtgeld usw. her. Das wollen wir im nächsten Jahr auch auf die U15 ausweiten. Und wir überlegen, beim nächsten Mal aufgrund der hessischen Ferien schon am Mittwoch mit der U12 zu beginnen, die U19 noch dazuzunehmen und am Wochenende dann die großen Turniere mit U14 und U15 auszutragen. Außerdem überlegen wir auf Indoor-Kunstrasen zu gehen. Da laufen gerade Gespräche.

Aus welchem Grund richtet die TSG Wieseck dieses Turnier aus?

Durst: Ganz klar steht an erster Stelle das Image. Wir sind mittlerweile überregional bekannt. Wenn ich alleine überlege, wie viele Scouts da waren und wie viele Einladungen für ein Probetraining nach dem Turnier bei uns reingekommen sind. Das ist schon ein gutes Netzwerk. Vom Wirtschaftlichen her gehen wir mit ziemlich genau null raus.

Die Namen klangen am vergangenen Wochenende tatsächlich nach Profifußball: Eintracht Frankfurt, TSG Hoffenheim, SV Sandhausen, Eintracht Braunschweig oder VfL Wolfsburg – war das nur der Name oder sind auch tatsächlich viele hochklassige Spieler in Wieseck gewesen?

Durst: In der U15 hatten wir mehrere Nationalspieler hier, auch die U14 war gut besetzt. Wirklich mit der zweiten Besetzung ist kaum einer gekommen, die Cheftrainer waren auch alle da.

Wie beurteilen Sie da das Wiesecker Abschneiden im Leistungsvergleich? In der U16 ist man ins Finale gekommen, ansonsten war jeweils in der Vorrunde Schluss.

Durst: In der U12 war das mit null Punkten dürftig, das muss man so sagen. Positiv war die U16, die sich besser präsentiert hat als gedacht. Die U15 hatte trotz guter Leistung Pech und die U14 war durchwachsen. Es war also insgesamt okay. Mit eher durchschnittlichen NLZ wie denen von Wehen-Wiesbaden, dem FSV Frankfurt oder Kickers Offenbach sind wir auf Augenhöhe.

Sie haben die Schar von Scouts bereits angesprochen. Wie viele waren über das Wochenende verteilt in Wieseck?

Durst: Alleine am Sonntag bin ich auf 16 Scouts gekommen. Einige haben hier auch übernachtet. Über das gesamte Turnier gesehen würde ich sagen, dass die Hälfte aller Bundesligisten jemanden zum Beobachten geschickt hat, in der zweiten Liga war es tendenziell noch mehr.

Abschließend: Passt die Zuschauerresonanz für den Aufwand und das prominente Teilnehmerfeld?

Durst: Wir haben keinen Eintritt genommen, von daher haben wir auch keine genauen Zahlen. Aber ich denke, dass wir am besucherstärksten Sonntag über den Tag verteilt schon knapp 1000 Zuschauer hatten. Dafür, dass es Jugendfußball ist, ist das zufriedenstellend. Aber es könnte natürlich immer noch ein bisschen mehr sein. Was uns bei diesem Turnier noch etwas fehlt, ist die regionale Bekanntheit. Es könnten ein paar mehr Gießener kommen.

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