21. Februar 2019, 22:32 Uhr

HSG Wetzlar

Grün-weiße DNA aktiviert

Die HSG Wetzlar hat dem Auswärts-Blackout beim Bergischen HC ein begeisterndes Heim-31:27 über GWD Minden folgen lassen.
21. Februar 2019, 22:32 Uhr
Eine ganz starke Leistung zeigt Wetzlars Torhüter-Held Till Klimpke, der sich hier Mindens Dalibor Doder entgegenstellt. (Foto: Vogler)

HSG Wetzlar


Kampfstark, beherzt, leidenschaftlich! HSG-Trainer Kai Wandschneider hatte von seiner Mannschaft eine Reaktion verlangt und in einer Art und Weise bekommen, die ihn selbst in Staunen versetzte: »Das war ein Riesenschritt Richtung Klassenerhalt. Alle Spieler, die heute auf der Platte waren, haben sich ein Riesenkompliment verdient.« Nach den Worten von Gästetrainer Frank Carstens hatte die HSG Wetzlar ihre grün-weiße DNA wieder aktiviert.

Olle Forsell Schefvert, Filip Mirkulovski und Stefan Cavor wirbelten im Rückraum und setzten auch immer wieder Anton Lindskog am Kreis in Szene. In der Abwehr wechselte der wiedergenesene Stefan Kneer für Mirkulovski auf die Halbposition und hielt Mindens Christoffer Rambo sensationell auf Distanz. Überhaupt war die HSG-Abwehr gut auf den Beinen und hatte mit Youngster Till Klimpke in dieser ersten Halbzeit einen wahren Tausendsassa zwischen den Pfosten. In den ersten acht Minuten parierte das Eigengewächs bereits sechs Bälle, hielt bis zur Pause sage und schreibe 14 Mal und wies bei 23 Paraden am Ende der Partie 47 Prozent Fangquote auf. Unfassbar!

Im Angriff leisteten sich die Grün-Weißen zwar einige technische Fehler, kompensierten diese aber mit einer Wurfquote, die bei über 81 Prozent lag. So war GWD-Coach Frank Carstens bereits nach acht Minuten gezwungen, seine Mannschaft zur Besprechung an die Seitenlinie zu zitieren. Wetzlar lag zu diesem Zeitpunkt mit 5:0 vorn und ließ sich auch von dieser Unterbrechung nur minimal stören. Zwar kamen die Gäste in der 14. Minute bis auf 5:8 durch Rambo heran, doch auch eine doppelte Überzahl gereichte Minden nicht zum Vorteil. Immer wieder hallte der Name Till Klimpke durch die Arena, der dem TSV nach und nach den Zahn zog. Carstens nahm bereits in der 27. Minute seine zweite Auszeit, appellierte an seine Mannschaft, den Plan einzuhalten und die Dinger vorne reinzumachen. Seine wirkungslose halblinke Rückraumhoffnung Marian Michalczik stand da schon gar nicht mehr auf dem Feld.

Die Wetzlarer spielten mit Überzeugung und Körpersprache und erhöhten in der 39. Minute durch Cavor gar auf 23:14. In der Folge stockte es jedoch im Angriffsspiel der Gastgeber etwas, was auch daran lag, dass Minden nun mit einer 5:1-Abwehr agierte, die auch mal offensiv auf die Halbpositionen herausrückte. Nach und nach knabberte der TSV am Rückstand und kam immer wieder auf vier Tore (21:25, 50.) heran.

Nun war es HSG-Trainer Wandschneider, der mit Maßnahmen den Spielfluss der Gäste zu stören versuchte und seine Akteure aufforderte, sich mehr ohne Ball zu bewegen. Der Angriff agierte zunehmend unkonzentriert und leistete sich Ballverluste, die die Gäste bis auf 25:28 (57.) bedrohlich heranbrachten.

Mirkulovskis sechster Eins-gegen-eins-Treffer zum erlösenden 29:25 in der 57. Minute läutete zwar noch eine Manndeckung der Mindener ein, die jedoch ins Leere lief. Ein Doppelpack von Forsell Schefvert und zwei Paraden von Klimpke sicherten der HSG in den letzten beiden Minuten so den hochverdienten 31:27 (18:12)-Sieg.

»Wir haben das Spiel bereits in der ersten Halbzeit weggeworfen«, ärgerte sich GWD-Kanonier Christoffer Rambo, »das war nicht mehr aufzuholen.« Olle Forsell Schefvert, in Angriff und Abwehr herausragend, fasste atemlos, aber sichtbar erleichtert, die 60 Minuten zusammen: »Till Klimpke hat fantastische gehalten, wir haben super gedeckt und im Angriff sowohl gegen die 6:0- als auch die 5:1-Deckung viele Eins-gegen-eins-Duelle gewonnen.« Und Filip Mirkulovski, der eines seiner besten Spiele im HSG-Trikot machte, schickte als Ankündigung gleich hinterher: »Wenn wir auf diesem Niveau bleiben, haben wir in Friesenheim gute Chancen.«

Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Kneer (1), Björnsen (2), Ferraz (n.e.), Mirkulovski (6), Torbrügge, Weissgerber (n.e.), Frend Öfors (n.e.), Holst (9/6), Waldgenbach (n.e.), Forsell Schefvert (4), Rubin, Lux (n.e.), Lindskog (4), Cavor (5).

Minden: Christensen, Sonne-Hansen; Mansson (1), Savvas (2), Rambo (6), Korte (5), Padshyvalau (1), Pusica (1), Gullerud (1), Michalczik, Kister, Staar, Doder (1/1), Cederholm (1), Gulliksen (8), Zvizey.

Stenogramm / SR: Thiyagarajah/Thiyagarajah (Gummersbach). – Zuschauer: 3721. – Zeitstrafen: 6:4 Mintuen. – Siebenmeter: 6/6:1/1.

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