Profi aus Gießen

Gießener Fußball-Profi Nico Rinderknecht lässt nichts unversucht

Ein Akteur beim Fußball-Video-Game FIFA 18 zu sein, ist etwas Besonderes. Nico Rinderknecht hat es geschafft. Doch das große Ziel des Gießeners ist eigentlich ein anderes.
12. Januar 2018, 07:00 Uhr
Der Gießener Fußballprofi Nico Rinderknecht freut sich auf den Restart in Liga drei und auf die baldige Rückkehr zum FC Ingolstadt. (Foto: gae)

Nico Rinderknecht ist äußerlich kaum wiederzuerkennen. Er sieht drahtig aus. Es hat sich in seinem Leben einiges verändert. Der für eine Saison vom Zweitligisten FC Ingolstadt 04 zum Drittliga-Klub nach Münster ausgeliehene 20-Jährige hat seine Ernährung umgestellt und sich einen Mentaltrainer zugelegt. Rinderkecht hat ein großes Ziel – in der nächsten Saison eine Stammkraft bei den Schanzern zu sein. Dafür gibt er in allen Bereichen Vollgas.

Wie haben Sie sich beim Drittligisten Preußen Münster eingelebt?

Nico Rinderknecht: Am Anfang lief es für mich nicht nach Wunsch. Eine Fußverletzung hat mich außer Gefecht gesetzt – und das ist gleich im ersten Training passiert. Das war eine schwere Zeit für mich, aber mit der Mannschaft kam ich sofort klar. Ich bin zufrieden mit dem, wie alles gelaufen ist und habe mich gut eingelebt.

Wie haben Sie die Umstellung vom Regionalliga- auf Drittliga-Niveau verkraftet?

Rinderknecht: Es ist alles athletischer. Man merkt ganz deutlich, das sind alles Profis. Im Tempo und in der Härte sind deutliche Unterschiede zur Regionalliga Bayern vorhanden. Aber das ist kein Problem für mich.

Sie sollen in Münster den nächsten Schritt in Ihrer Entwicklung machen – besonders an Ihrer Robustheit arbeiten. Haben Sie diesbezüglich Fortschritte gemacht?

Rinderknecht: Ich denke schon. Ich sehe selber, dass ich mich in vielen Bereichen weiterentwickelt habe – besonders auch körperlich. Aber es muss immer weitergehen. Ich habe noch ein halbes Jahr, dann geht es zurück nach Ingolstadt.

In welcher Art stehen Sie in Kontakt mit dem FC Ingolstadt?

Rinderknecht: Es ist kein täglicher Kontakt, aber mit Marcel Hagmann (Individualtrainer, der sich um die Talente der Jugendteams sowie um die der Profimannschaft kümmert, Anm. d. Red.) telefoniere ich mindestens einmal die Woche. Mit Sebastian Knosp (Scouting-Leiter) habe ich viel zu tun. Ich bin dankbar, dass er das für mich macht. Er schaut sich in letzter Zeit jedes Spiel an und sagt mir seine Meinung. In meinem Alter ist ein Feedback wichtig.

In welchen Bereichen liegen Ihre Stärken im Spiel?

Rinderknecht: Auf jeden Fall in der Laufbereitschaft. Ich sehe mich als Sechser. Im Zweikampf muss ich mich noch verbessern, auch wenn ich da Fortschritte gemacht habe. Im Spiel nach vorne, im Aufbau habe ich meine Stärken. Da mache ich wenige Fehler.

Sie haben einige Veränderungen in Ihrem Leben vorgenommen. Welche?

Rinderknecht: Ich habe meine Ernährung umgestellt, damit ich das Beste aus mir herausholen kann. Ich esse keine Süßigkeiten mehr, nur noch Gemüse und helles Fleisch und trinke nur Wasser. Ich habe mein Körperfett reduziert und fühle mich viel fitter.

Was haben Sie noch verändert?

Rinderknecht: Ich arbeite mit einem Mentaltrainer, da ich mich oft vor und nach den Spielen lange damit auseinandersetze.

Wie hilft er Ihnen?

Rinderknecht: Zum Beispiel riet er mir, vor dem Spiel mein Kopfkino einzuschalten und mir dabei nur positive Abläufe vorzustellen. Zudem soll ich mich mental auf bestimmte Situationen vorbereiten, wie ich darauf reagieren würde, dass ein positiver Ausgang zu erwarten ist. Das Ganze hat mich auf der mentalen Ebene stabiler gemacht.

Warum kam es zu Ihrem Umdenken?

Rinderknecht: Ich will ganz nach oben und dabei muss man alle Bereiche ausreizen.

Nach oben heißt für Sie – in die erste Mannschaft des FC Ingolstadt? Da wird der Konkurrenzkampf in der nächsten Saison auf der Sechs aber nicht einfach. Momentan besetzt diese Position mit Christian Träsch ein ehemaliger Nationalspieler.

Rinderknecht: Konkurrenz hat man in diesem Geschäft immer. Es wird nicht einfach, aber ich werde angreifen – und dann sehen wir weiter. Ich vertraue auf meine Qualitäten. Wenn es im ersten Anlauf nicht klappt, dann vielleicht im zweiten.

Könnten Sie sich vorstellen, mit Sonny Kittel und Fatih Kaya (noch U19) in Zukunft zusammen in der ersten Mannschaft der Schanzer zu spielen?

Rinderknecht: Klar, das wäre super, ein Gießener Trio in Ingolstadt, aber das ist Zukunftsmusik.

Pflegen Sie enge Kontakte in Ihrer Heimatstadt Gießen?

Rinderknecht: Klar. Meine Eltern wohnen hier, meine Freundin. Ich bin so oft wie möglich in Gießen. Ich war auch beim Stadtpokal in der Osthalle und habe mir die Spiele meines Bruders bei der Freien TSG Gießen angesehen.

Sie beobachten die mittelhessische Fußball-Szene also noch ganz genau. Was ist Ihre Meinung zu der geplanten Fusion von VfB 1900 Gießen und SC Teutonia Watzenborn-Steinberg?

Rinderknecht: Mich würde es für die Region freuen, wenn das klappen würde. Dann hätte man hier sicher über eine längere Zeit höherklassigen Fußball. Alleine bekommen es die Klubs nicht hin, da macht es Sinn, die Kräfte zu bündeln.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Christian Träsch
  • FC Ingolstadt 04
  • FIFA
  • Fußball
  • Fußball-Regionalliga Bayern
  • Kaya
  • Mentaltrainer
  • SC Teutonia Watzenborn-Steinberg
  • Sonny Kittel
  • VfB 1900 Gießen
  • Wolfgang Gärtner
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 24 - 4: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.