26. August 2017, 12:00 Uhr

Waldstadion

Football erobert Gießener Waldstadion - wie reagieren die Fußballer?

Jahrzehntelang war das Waldstadion "das Stadion des VfB 1900 Gießen". Das scheint sich nun zu ändern. Das Sportamt ist den Footballern der Gießen Golden Dragons wohl gesonnen und räumt viel ein. Das sagen die Fußballer.
26. August 2017, 12:00 Uhr
Die Footballer der Golden Dragons kommen mit Power und richten sich peu a peu im Waldstadion ein. (Foto: Friedrich)
Die Gießen Golden Dragons richten sich Stück für Stück im Gießener Waldstadion ein – erst durfte der Football-Zweitligist alle Heimspiele in der Traditionsstätte austragen, nun folgt der nächste Schritt: Die Footballer dürfen Bandenwerbung betreiben, eigene Footballtore werden aufgestellt, an den Eingang kommt ein Logo der Dragons. Ganz zum Unmut der Fußballer des VfB 1900 Gießen gewährt das Sportamt den Golden Dragons peu a peu mehr Möglichkeiten.

Tobias Erben: "Die Footballer sind der Hauptnutzer des Waldstadions"

»Die Footballer sind, was den Seniorensport angeht, der Hauptnutzer des Waldstadions – und das sehe ich als gerechtfertigt an«, sagt Sportamtsleiter Tobias Erben. »Das ist aber keine bewusste Steuerung des Sportamts.« Tino Wächter, Sportlicher Leiter des VfB 1900, erklärt: »Uns wurde das Ganze mehr oder weniger vollendet präsentiert. Ich sehe darin überhaupt keine Vorteile für uns Fußballer.« Der Ärger bezieht sich vor allem auf den Rasen, auf dem die Fußballer letztlich selten spielen.

Die Ränge im Waldstadion sind gut gefüllt bei den Heimspielen der Dragons. Im Schnitt kommen 830 Zuschauer...
Die Ränge im Waldstadion sind gut gefüllt bei den Heimspielen der Dragons. Im Schnitt komm...


Golden Dragons haben im Schnitt zehnmal so viele Zuschauer

Zuschauermäßig dominieren die Dragons schon jetzt: In den bisherigen fünf Zweitliga-Heimspielen kamen im Schnitt 830 Zuschauer – dafür benötigte der letztjährige Fußball-Sechstligist VfB 1900 zehn Partien (Schnitt 87 Zuschauer). Allerdings relativiert auch Erben: »Die Fußballspiele finden oft in der dunklen, kalten Jahreszeit statt« – und häufig auf dem Kunstrasenplatz, genau 13-mal in der letzten Saison. Lediglich drei Partien trug der letztjährige Verbandsligist im Waldstadion aus. Die Footballer also spielen schon jetzt doppelt so oft auf Rasen wie die Fußballer – im Seniorensport. Im Jugendbereich leistet der VfB 1900 mit seinen zwölf Mannschaften seit vielen Jahren gute Arbeit, auch das führt Wächter an.

...die Tribüne auf dem Kunstrasenplatz, auf dem der VfB 1900 Gießen hauptsächlich spielt, bleibt dagegen häufig leer. Im Schnitt kamen in der letzten Saison 87 Zuschauer. (Fotos: Friedrich)
...die Tribüne auf dem Kunstrasenplatz, auf dem der VfB 1900 Gießen hauptsächlich spielt, ...


Angespanntes Verhältnis zwischen Fußballern und Sportamt

Von einem harmonischen Verhältnis zwischen Fußballern und Sportamt kann keine Rede sein – sinnbildlich sagt Tobias Erben: »Der Amateurfußball ist auf dem absteigenden Ast.« Die Zusammenarbeit zwischen Erben und Footballern verläuft einvernehmlicher: »Sie haben sich eine Fanbase aufgebaut, haben ein Alleinstellungsmerkmal und lassen sich jede Menge einfallen: Stadionsprecher, Hüpfburg, Partnervereine. Der Football erreicht eine andere Zielgruppe.« Erben kündigt an, dass sich die Footballer als logische Folge künftig auch bei der Pflege des Geländes mehr einbringen würden.
 
Streitpunkt bleibt der Rasen
 
Thorsten Schließner, Football-Abteilungsleiter des Dragons-Stammvereins MTV 1846 Gießen, äußert Bereitschaft dazu, zeigt sich über die Entwicklung im Generellen »sehr glücklich« und erklärt, dass man der Stadt »sehr dankbar« sei.

Der VfB 1900 Gießen ist genau das Gegenteil von glücklich. Tino Wächter vom VfB 1900 deutet die Gespräche so, dass »die Footballer Vorreiter im Waldstadion werden sollen«. Mehr Leben in und um das Waldstadion befürworte man, mit dem Rasen allerdings gebe es aus Fußballersicht erhebliche Probleme. Durch die häufigen Platzsperren ist der Rasen im Waldstadion für sieben Monate nicht bespielbar. »Und wenn die Platzsperre aufgehoben ist, stehen die Footballer drauf«, erklärt Wächter. »Ein Stadion sollte auch für den Fußball genutzt werden. Wir gehören da hin.«

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