10. Februar 2018, 12:00 Uhr

Teutonia

Ex-Eintrachtler führen Teutonia

Zwei Ex-Profis von Eintracht Frankfurt gestalten die Zukunft von Fußball-Hessenligist SC Teutonia Watzenborn-Steinberg: Trainer Daniyel Cimen, Chefscout Michael Fink – das Duo hat Großes vor.
10. Februar 2018, 12:00 Uhr
Teutonias Cheftrainer Daniyel Cimen (l.) und Chefscout Michael Fink führen eine Spielerliste mit verschiedenen Bewertungen. (Foto: sno)

Die Chancen sind groß, die Pläne ebenso – aktuell aber ist die Freundschaft am größten: Mit Daniyel Cimen und Michael Fink wird die Teutonia künftig von zwei gegenseitigen Trauzeugen geführt, die alles übereinander wissen und sich im Fußball auskennen. 116 Spiele absolvierten beide insgesamt für Eintracht Frankfurt. Der 33-jährige Cimen ist seit September 2017 Trainer in Pohlheim, der 35-jährige Fink arbeitet seit Februar als Chefscout für die Teutonia.

Der Mann, der einst auch bei Besiktas Istanbul spielte, kommt, »weil ich Watzenborn-Steinberg nicht mehr lange in der Hessenliga sehe«. Die Regionalliga ist das Zwischenziel der beiden. Und Fink sagt sogar: »Vielleicht können wir langfristig die 3. Liga angreifen.« Das klingt äußerst ambitioniert – die Verantwortlichen, die den Verein tat- und finanzkräftig unterstützen, haben inoffiziell aber schon öfter angedeutet, dass sie die 3. Fußball-Liga nicht für ausgeschlossen halten – der konstante sportliche Erfolg vorausgesetzt.

Fest steht: Mit den beiden Ex-Profis erfahren die Pohlheimer einen enormen Imagewinn – und bekommen fachliche Kompetenz. Fink wurde als Chefscout vorgestellt, die Scouts, die er leiten wird, sollen bald kommen. »Wir wollen zwei Scouts plus Michael haben«, sagt Cimen. Fink wird koordinieren, Gegner beobachten, Spieler sichten und dabei Auge und Netzwerk einbringen. »Als ich hörte, dass Michael seinen Vertrag bei Waldhof Mannheim auflöst, war mir klar, dass wir versuchen müssen, ihn in den Verein zu integrieren«, sagt Cimen.

Über zwei Jahre lang agierte Fink als spielender Co-Trainer beim Südwest-Regionalligisten aus Mannheim, ehe er eigenständig ging. »Es gab Meinungsverschiedenheiten, die nicht mehr zu kitten waren. Ich habe das Vertrauen und die Ehrlichkeit nicht mehr gespürt.« Cimen sprach die Personalie im Verein an und bekam Zuspruch. Fink sagte auch zu, weil die örtliche Nähe stimmte und die Freundschaft zum Cheftrainer gegeben ist. »Ich wohne weiterhin in Frankfurt«, dort wurde er vor knapp zwei Monaten Vater. »Im Einzugsgebiet rund um Gießen gibt es außerdem keinen höherklassigen Fußball, ich sehe also Potenzial. Und mit Daniyel teile ich die gleiche Philosophie von Fußball: Selbst das Spiel in die Hand nehmen, offensiv Fußball spielen lassen.«

Die gegenseitigen Trauzeugen lernten sich in ihrer gemeinsamen Zeit bei Eintracht Frankfurt (Saison 2006/07) kennen. »Mit vielen Spielern bildest du eine Zweckgemeinschaft, bei zwei, drei Spielern entsteht eine tiefe Freundschaft«, erklärt Cimen. »Wir sind uns sehr ähnlich. Michael ist trotz seiner Karriere bodenständig geblieben.« Ruhig, sachlich, zuvorkommend – das trifft auf beide zu.

Auch die Frauen verstehen sich gut, der zweifache Vater vom Hause Cimen sagt: »Durch die Kinder sind wir nun noch mehr verbunden.« Bei aller Freundschaft und Fußball-Romantik ist beiden klar: Watzenborn-Steinberg ist ihre große Chance, nach der Spielerkarriere Fuß zu fassen im höheren Fußballgeschäft. »Es ist eine Chance für uns beide«, sagt Fink. Regionalliga, Fußball-Lehrer, Profigeschäft als Verantwortlicher – die Pläne sind groß, aktuell aber rangiert die Teutonia noch auf Platz fünf der Hessenliga.

Cimen, der bislang einen Punkteschnitt von 2,3 Zählern pro Spiel aufweist, weiß das und sagt: »Wichtig ist im Fußball, im Hier und Jetzt zu leben.« Man wolle das Projekt Stück für Stück vorantreiben. »Und durch die geplante Fusion im Sommer (mit dem VfB 1900 Gießen, neuer Vereinsname noch nicht bekannt, Anm. d. Red) wird das Potenzial noch mal größer.«

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