09. Januar 2019, 07:00 Uhr

Handball

Auf einem guten Weg

Vorrunde beendet, den ersten Spieltag der Rückrunde absolviert und in die sechswöchige Pause anlässlich der WM abgetaucht. Wie lief es bislang für Handball-Zweitligist TV 05/07 Hüttenberg?
09. Januar 2019, 07:00 Uhr
Lothar Weber, der Manager des Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg. (Foto: ras)

TV 05/07 Hüttenberg


Damit auch die Zeit, um mit Lothar Weber, einem der beiden Geschäftsführer der Hüttenberger Handball-Marketing GmbH & Co. KG, ein Zwischenfazit zu ziehen. Und bei nur fünf Punkten Vorsprung muss es Ziel der Hüttenberger sein, sich schnellstmöglich weiter von den Abstiegsplätzen abzusetzen.

Vorrundenfazit – »Das ist ganz einfach. Wir sind schwach gestartet, haben uns mittelprächtig gefangen und haben jetzt in den letzten Spielen endlich konstanter gepunktet«, fasst der TVH-Manager die bisherigen 20 Spiele kurz und prägnant zusammen. Denn der erste Sieg gelang erst im vierten Spiel – und 3:9 Punkte nach dem sechsten Spieltag konnten erst jetzt ausgeglichen werden. Zumal die Aufholjagd durch unerwartete Rückschläge gebremst wurde. 9:3 Punkte zuletzt weisen aber in die richtige Richtung.

Die Gründe – »Die Liga wurde meiner Meinung nach von einigen unterschätzt. Diese Liga ist eine Wundertüte, und was da jedes Wochenende, auch durch die fünf Absteiger am Saisonende, abgeht, ist Wahnsinn. Da muss man sich nur den letzten Spieltag anschauen, als Tabellenführer Coburg beim Drittletzten Elbflorenz deutlich verliert und auch Ferndorf zu Hause eine klare Niederlage gegen Großwallstadt kassiert. Es gibt keine Übermannschaft. Balingen kristallisiert sich als Favorit heraus. Dann kommen noch Coburg, Nordhorn und Lübbecke«, lautet Webers Einschätzung. Um dann konkret auf den TVH einzugehen. »Wir haben genug Qualität in der Mannschaft. Viele sagen, sie ist sogar stärker als letztes Jahr. Einzig Dominik Mappes ist natürlich nicht eins zu eins zu ersetzen. Aber auch andere Vereine, wie zum Beispiel Coburg, haben sich nach dem Erstliga-Abstieg schwergetan. Ausnahme war hier nur der Bergische HC, der aber auch mit dem gleichen Etat in die 2. Liga gehen konnte. Zudem lief die Vorbereitung vielleicht zu gut mit zu guten Ergebnissen. Außerdem musste sich die neue Mannschaft natürlich erst finden. Niko (Weber – Anm. d. Red.) zum Beispiel hat 20 Jahre hinter einer 6:0-Deckung gestanden. Verwunderlich sind allerdings unsere Leistungsschwankungen. Bei den Mannschaften vorne wie Hamm, Essen und Nettelstedt holen wir Punkte. Dafür bauen wir die Mannschaften, die unten stehen, auf.«

Leistungsschwankungen und Missmut – »Ich kenne auch die Aussagen, warum zum Beispiel keine zweite Welle gelaufen wird. Aber das kann man nur, wenn man hinten den Ball erkämpft oder hält. Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen, dass sie nicht kämpfen. Und der Trainer stellt sie optimal ein. Aber grundsätzlich vergeben wir zu viele Torchancen. Das ist das Problem«, lautet die Einschätzung von Lothar Weber. »Und offenbar setzt sich die Mannschaft zu Hause zu sehr unter Druck, auswärts fällt es ihr leichter. Denn solche Heimniederlagen wie gegen Emsdetten und Elbflorenz mit diesen Leistungen kann man natürlich nur schwer erklären. Erst recht, wenn man vorher stark gespielt und gepunktet hat.«

Zuschauerzuspruch – »Da bin ich sehr zufrieden«, sagt Weber zum Schnitt von knapp 1300 Zuschauern bisher. »Ich hätte nicht gedacht, dass zum Beispiel gegen Elbflorenz 1200 Leute kommen. Dann ist natürlich in der alten Hüttenberger Sporthalle auch die Stimmung kompakter als in einer halb vollen Osthalle«, freut er sich zudem über die deutliche Steigerung zur Aufstiegssaison vor zwei Jahren.

Anstehende Personalentscheidungen – »Klar ist jetzt die Zeit der Weichenstellung oder auch von Vollzugsmeldungen«, weiß der TVH-Manager. »Aber durch die Enge der Liga hat man eine Unsicherheit, wo die Reise hingeht. Mit Emir (Trainer Kurtagic, Anm. d. Red.) und seinem Berater werden wir uns dieser Tage ein zweites Mal zusammensetzen. Da sind wir genauso dran wie auch mit den Spielern. Aber das ist halt wie immer auch eine finanzielle Sache.« Den bereits feststehenden Weggang von Ragnar Johannsson im Sommer bedauert Weber sehr, »denn für ihn werden wir keinen adäquaten Ersatz finden. Ragnar ist ein super Typ. Ich habe dem Bergischen HC zu seiner Verpflichtung gratuliert.« Groll hegt er keinen. »Er will erste Liga spielen. Zudem ist er in einem gewissen Alter. Da kann man ihm keinen Vorwurf machen.«

Zwar hat die Mannschaft nun, natürlich ausgestattet mit individuellen Trainingsplänen, Urlaub bis zum Ende der hessischen Weihnachtsferien. Doch auch im Umfeld gibt es genug zu tun. Und Trainer Emir Kurtagic will die folgenden vier Wochen Vorbereitung bis zum Re-Start mit der schweren Heim-Aufgabe gegen die HSG Nordhorn-Lingen nutzen, um weiter an der Konstanz zu arbeiten. »Wir haben viele Entwicklungsfelder, die wir analysieren. In den letzten Spielen sind wir schon in schwierigen Phasen ruhiger geblieben und nicht in Hektik verfallen, so wie noch am Anfang der Runde«, sieht er die Mannschaft auf einem guten Weg. Einem Weg, der die Blau-Weiß-Roten noch ein paar Plätze in der Tabelle nach oben führen soll.

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