27. Oktober 2017, 21:04 Uhr

Ziemlich beste Freunde

Der FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp empfängt am Samstag den Aufsteiger Huddersfield Town mit Coach David Wagner. Es ist das erste Mal, dass zwei deutsche Trainer in der englischen Premier League aufeinander treffen. Und die beiden sind enge Freunde.
27. Oktober 2017, 21:04 Uhr
Kumpel-Duell: David Wagner tritt mit Aufsteiger Huddersfield Town beim FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp (hinten) an. (Foto: dpa)

Ein einziges Mal sind sich die beiden guten Freunde David Wagner und Jürgen Klopp in ihrer Karriere bisher in einem Pflichtspiel begegnet – als Spieler in der 2. Bundesliga. »Ich in Gütersloh links außen und er in Mainz als Rechtsverteidiger«, erinnerte sich Wagner in der »Sportschau« der ARD. »Wir haben hoch gewonnen, und ich hab dreimal getroffen.« Der Huddersfield-Coach hätte nichts dagegen, wenn er auch im zweiten Pflichtspiel am Samstag (16 Uhr) gegen seinen guten Kumpel Klopp einen Sieg feiert. Mit dem Aufsteiger tritt er am Samstag in der englischen Premier League beim FC Liverpool an.

Das Wiedersehen mit Klopp wollte Wagner nicht überbewerten. »Na klar freue ich mich darauf, weil er dort Trainer ist«, erklärte er. »Aber ich habe mich auch auf José Mourinho gefreut.« Nach dem 2:1-Sieg gegen Mourinhos Manchester United hofft Wagner an der Anfield Road auf die nächste Sensation mit seinen Terriers. Die britische Zeitung »The Independent« bezeichnete die erste Premier-League-Partie zwischen zwei deutschen Trainern sarkastisch als Duell zwischen dem »Neuling mit den großen Augen« und dem »abgekämpften Pädagogen«.

»Neuling« Wagner könnte den »abgekämpften« Klopp in eine echte Krise stürzen. In Liverpool ist die Lage angespannt. Nur ein Sieg aus den letzten sechs Liga-Spielen ist zu wenig für die Meisterschaftsträume in Anfield. Den Schwung aus der Europa League (7:0 bei NK Maribor) konnten die Reds nicht mitnehmen. Das 1:4 bei Tottenham Hotspur war ein weiterer heftiger Dämpfer gegen einen Konkurrenten um die Spitzenplätze. Im September war Klopps Team mit 0:5 bei Manchester City untergegangen. Ein Sieg gegen Huddersfield ist Pflicht, sonst wird die bisher leise Kritik am Trainer bald lauter.

Vor der Saison hätten viele auf eine klare Angelegenheit zugunsten Liverpools getippt. Wagner scherzte deshalb, er habe Klopp ein 1:1 angeboten. Doch jetzt könnten die Terriers die Reds mit einem Sieg sogar überholen. Nur ein Punkt trennt den Tabellenelften Huddersfield vom Neunten Liverpool. Der Erfolg gegen Rekordmeister Man United sorgt laut Wagner für zusätzliche Motivation. »So ein Ergebnis mit so einer Leistung gibt natürlich allen einen Schub und ordentlich Selbstvertrauen«, sagte er. »Und ich bin mir sicher, dass uns das nicht nur an diesem Wochenende helfen wird.«

Dass es gegen seinen besten Freund geht, mache die Vorbereitung nur einfacher. »Ich weiß ja schon alles, was ich wissen muss«, sagte Wagner. »Es ist wahrscheinlich das erste Mal, dass ich meiner Analyse-Abteilung die Infos gebe, nicht umgekehrt.« Der Coach räumte allerdings ein, es sei »ein bisschen seltsam« für ihn, ein Team von Klopp zu analysieren.

Vor Diskussionen der beiden emotionalen Typen am Spielfeldrand habe er aber keine Angst. Der »Sport Bild« sagte Wagner: »Wir beide kennen uns gut genug, dass alles, was in diesen 90 Minuten an der Seitenlinie gesprochen wird, danach vergessen ist und nicht zählt.«

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