08. Juli 2018, 19:47 Uhr

Aufarbeitung in Basilien

Tite soll bleiben, Spott für Neymar

08. Juli 2018, 19:47 Uhr

Es war diesmal kein 1:7. Doch es tat offenbar genau so weh. »Der Schmerz ist der gleiche wie damals«, sagte Brasiliens Abwehrspieler Marcelo nach dem 1:2 (0:2) am Freitag im WM-Viertelfinale gegen Belgien mit Blick auf das Debakel gegen Deutschland 2014. Dem von aller Welt verspotteten Superstar Neymar verdarb das Aus sogar erst einmal die Lust aufs Spiel. Bei Instagram erklärte er, es sei »gerade schwer, die Kraft zu finden, um wieder Fußball spielen zu wollen«.

Direkt nach dem Spiel waren die Brasilianer von ihren rund 20 000 Fans noch überwiegend mit Applaus aus dem Turnier verabschiedet worden. Mit jeder Stunde Abstand wächst aber die Erkenntnis: Aus ist Aus. Und die Aufarbeitung hat längst begonnen. Nationaltrainer Tite wird trotz des Scheiterns und eines auslaufenden Vertrages wohl bleiben. Laut Medienberichten hat der Verband ihm einen Vierjahresvertrag angeboten. Und Tite soll dazu tendieren, ihn anzunehmen. Die Mannschaft steht offenbar geschlossen hinter ihm.

Die Tageszeitung »O Estado de S. Paulo« berichtete über Sonderrechte für Neymar, die in Russland in keinem Verhältnis zu seinem Nutzen für die Mannschaft standen. Während die Familien der anderen Spieler in einem benachbarten Hotel wohnten, sollen Neymars Mutter, Schwester und deren Sohn sowie bis zum Achtelfinale sogar Neymars Friseur im Teamquartier logiert haben. Doch statt dass der teuerste Spieler der Welt Brasilien zum sechsten Titel schoss, bleibt von Neymar bei diesem Turnier vor allem seine ständige Theatralik in Erinnerung. Neymar, der Schauspieler. Der Dauer-Lamentierer mit der albernen Spaghetti-Frisur. Für die spanische »Mundo Deportivo« war er »Neymal« – »mal« heißt schlecht.

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