17. September 2017, 22:05 Uhr

Eishockey IOC-Tagung in Lima

Team-EM-Titel für Boll und Co. Wolfsburg feiert gegen München ersten Saisonsieg Kämna überrascht Bach: Müssen handeln

Die deutschen Tischtennis-Stars haben ihr großes Ziel nicht ganz erreicht: Sie gewannen bei der Team-EM in Luxemburg nur den Titel bei den Männern. Die Frauen verloren das Finale gegen Rumänien.
17. September 2017, 22:05 Uhr
Vorhand-Return von Timo Boll. (Foto: dpa)

Deutschland ist im europäischen Tischtennis nur bei den Männern die Nummer eins. Bei der Team-EM in Luxemburg holten sich Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll und Patrick Franziska am Sonntag durch einen 3:0-Sieg gegen Portugal den Titel zurück. Die Mannschaft von Bundestrainer Jörg Roßkopf revanchierte sich damit auch für die Endspiel-Pleite vor drei Jahren gegen den gleichen Gegner. Trotzdem reichte nicht zum ersten deutschen Doppel-Erfolg seit 2013 bei diesem Turnier. Nach drei EM-Titeln in Serie verlor die Nationalmannschaft der Frauen diesmal im Endspiel mit 1:3 gegen Rumänien.

»Das ist das Finale der beiden besten Mannschaften des Turniers«, sagte der deutsche Sportdirektor Richard Prause über die Revanche gegen Portugal. Der Top-Favorit aus Deutschland hatte mit dem Europameister von 2014 trotzdem weniger Mühe als mit dem Überraschungsteam aus Slowenien bei dem 3:2-Erfolg im Halbfinale.

Zum Auftakt musste Boll bei seinem 3:2-Sieg gegen Marcos Freitas noch drei Matchbälle abwehren. Danach gewannen auch Ovtcharov gegen den Saarbrücker Bundesliga-Profi Tiago Apolonia mit 3:0 und Franziska gegen Joao Monteiro mit 3:1. Nur dieser Titel war das Ziel der Deutschen. »Dafür sind wir angetreten«, sagte der 36 Jahre alte Boll.

Für ihn persönlich war es der sechste Erfolg bei einer Team-EM, für die deutschen Männer insgesamt der siebte. Da sie den Weltranglisten-Vierten Ovtcharov, den Weltranglisten-Sechsten Boll und den Doppel-Europameister Patrick Franziska im Team hatten, schien dieser Titel immer nur eine Formsache zu sein. Doch ihre jüngste EM-Bilanz setzte die deutschen Männer auch unter Erfolgsdruck.

Die Team-Endspiele 2014 und 2015 gingen jeweils verloren. Das Einzel-Finale 2016 bestritten die beiden Franzosen Emmanuel Lebesson und Simon Gauzy. »Diesmal sind wir alle noch ein paar Prozent heißer«, sagte Franziska. Und diesen Erfolg gilt es jetzt bei der Mannschafts-WM im Mai 2018 in Halmstad zu bestätigen. Dort eine Medaille zu holen, ist weitaus schwieriger als Europameister zu werden. Denn dort spielen dann auch die Chinesen und Japaner mit.

Die deutschen Frauen hatten bereits 2015 und 2013 im Finale gegen Rumänien gespielt und beide Male gewonnen. Diesmal unterlag Han Ying im entscheidenden fünften Einzel mit 1:3 Sätzen gegen Daniela Dodean-Monteiro. Die Weltranglisten-Neunte hatte schon zum Auftakt mit 2:3 gegen Elizabeta Samara verloren.

Zweimal glich Shan Xiaona für die deutsche Mannschaft zum 1:1 und 2:2 aus. Doch auch Nina Mittelham verlor ihr Spiel gegen Bernadette Szocs mit 1:3. »Wir haben bei der gesamten EM nicht so gut gespielt. Dass wir trotzdem bis ins Finale gekommen sind, macht mir Mut, dass wir diesen Titel bald wieder gewinnen können«, sagte Jie Schöpp.

Der kriselnde Vizemeister Grizzlys Wolfsburg hat gegen den deutschen Meister EHC München seinen ersten Saisonsieg in der Deutschen Eishockey-Liga geholt. In der Verlängerung traf Kristopher Foucault am Sonntag zum 4:3 (1:0, 0:2, 2:1, 1:0) und sorgte damit auch für die zweite Niederlage der Bayern. Mit dem vierten Sieg im vierten Spiel verteidigten die Ice Tigers aus Nürnberg Platz eins in der Tabelle. Die Franken schlugen die Kölner Haie auswärts 3:2 (0:2, 3:0, 0:0).

Mit drei Zählern Rückstand hielt Rekordmeister Eisbären Berlin den Anschluss. Gegen die Straubing Tigers gab es ein 3:1 (0:0, 2:1, 1:0). Den Treffer zum Endstand erzielte Michael Dupont im letzten Drittel unmittelbar nachdem die Gastgeber eine lange Phase in Unterzahl überstanden hatten.

Auch in der Folge scheiterten die Straubinger mehrfach am starken Eisbären-Goalie Petri Vehanen. »Petri ist in einem überragenden Zustand. Wir müssen ihm mehr helfen. Heute war es schon ein bisschen besser«, sagte Oppenheimer. Die Tigers warten nun seit dem Auftaktsieg gegen Ingolstadt auf einen Erfolg.

Die Schwenninger Wild Wings konnten nach zuletzt ebenfalls zwei Niederlagen dagegen wieder gewinnen und bezwangen die Pinguine aus Krefeld im Parallelspiel 5:1 (1:0, 2:1, 2:0). Mirko Höfflin gelangen zwei Treffer. Für die Gäste war es die dritte Niederlage im vierten Saisonspiel.

Die Düsseldorfer EG gewann eine spannende Partie gegen die Adler Mannheim im Penalty-Schießen. Nach der regulären Spielzeit und der Overtime stand es in Düsseldorf 3:3 (1:1, 0:0, 2:2).

Noch ein wenig schüchtern jubelte Youngster Lennard Kämna an der Seite der großen Stars Tom Dumoulin und Michael Matthews. So richtig fassen konnte es der 21-Jährige nicht, dass er mit dem Sunweb-Team die Goldmedaille zum Auftakt der Straßenrad-WM in Bergen/Norwegen gewann. Nicht Chris Froome mit seiner Übermannschaft Sky, und erst recht nicht Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin bestimmten am Sonntag im Mannschaftszeitfahren die Schlagzeilen, stattdessen setzte die deutsche Equipe ihre Erfolgsgeschichte fort.

Die vom niederländischen Giro-Sieger Tom Dumoulin angeführte Sunweb-Formation siegte über 42,5 Kilometer mit einem Vorsprung von 8,29 Sekunden auf die amerikanische BMC-Mannschaft. Den dritten Platz belegte 22,35 Sekunden zurück Sky. Martin fuhr indes mit Katusha nur auf den neunten Platz, eineinhalb Minuten betrug der Rückstand auf Sunweb.

»Das ist verrückt. Wir sind geflogen. Die Mannschaft war so homogen, alles hat funktioniert«, schwärmte Taktgeber Dumoulin, der auch zu den Favoriten beim Einzelzeitfahren am Mittwoch zählt. »Dass wir schneller als Sky sind, war schon der Wahnsinn und dann kam auch nicht BMC heran«, ergänzte Dumoulin.

Spannend hat es Sunweb gemacht, erst auf den letzten Kilometern holte das Team die entscheidenden Sekunden gegenüber BMC heraus. Auch deswegen, weil alle sechs Fahrer bis zum Schluss zusammenblieben. Auch der Zeitfahrspezialist Kämna hatte seinen Anteil. Für ihn ist es bereits der zweite WM-Titel. 2014 hatte er in Ponferrada Gold bei den Junioren gewonnen.

Für Martin gab es dagegen mit Katusha nichts zu holen, dafür war das Team nicht stark genug. Im vergangenen Jahr hatten Martin und Landsmann Marcel Kittel mit dem belgischen Quick-Step-Team noch den Titel bei der WM in Doha gewonnen. Kittel wurde in diesem Jahr von seinem Radrennstall nicht für die WM nominiert. Im nächsten Jahr fährt der diesjährige fünfmalige Tour-Etappensieger wieder an Martins Seite bei Katusha.

Eine schlechte Nachricht hatte die deutsche Mannschaft schon vor dem WM-Auftakt ereilt. Kapitän John Degenkolb muss für das Straßenrennen am 24. September passen. Der Thüringer laboriert immer noch an den Folgen einer Bronchitis.

Bei den Frauen hat unterdessen das deutsche Team Cervelo-Bigla Bronze gewonnen. Das Team um die drei deutschen Fahrerinnen Stephanie Gaumnitz, Lisa Klein und Clara Koppenburg hatte am Ende einen Rückstand von 28,03 Sekunden auf die siegreiche niederländische Mannschaft Sunweb. Titelverteidiger Boels Dolmans aus den Niederlanden lag auf Platz zwei 12,43 Sekunden zurück.

IOC-Präsident Thomas Bach will rechtzeitig vor den Winterspielen in Südkorea im Februar die nötigen Maßnahmen im russischen Dopingskandal ergreifen. Das machte Bach am Freitag (Ortszeit) zum Abschluss der Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees in der peruanischen Hauptstadt Lima klar. »Es kann nicht sein, dass die Winterspiele von einem andauernden Verfahren bezüglich Russland überschattet werden«, sagte Bach, der zuversichtlich ist, dass die beiden IOC-Kommission rechtzeitig Ergebnisse liefern. »Dann werden wir entscheiden. Ein Eingeständnis allein hilft nicht vergessen zu machen, was in der Vergangenheit passiert ist.«

Es sei offensichtlich, dass während der Winterspiele im russischen Sotschi 2014 das Anti-Doping-System manipuliert worden sei. »Die Manipulation konnte nicht eine einzelne Person bewerkstelligen«, sagte Bach.

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