24. September 2017, 21:55 Uhr

Sagan schreibt Geschichte

24. September 2017, 21:55 Uhr
Hattrick: Peter Sagan wird zum dritten Mal in Folge Weltmeister. (Foto: dpa)

Spätestens bei der Siegerehrung auf dem Festplasen in Bergen hatten die norwegischen Radsport-Fans dem großen Triumphator Peter Sagan wieder verziehen. Wie ein Rockstar wurde der Slowake nach seinem historischen Hattrick gefeiert, sogar die deutschen Akteure sprachen voller Bewunderung vom Überflieger des Radsports. »Er ist schon eine Legende. Ich war die ganze Zeit vorne dabei und habe ihn nie gesehen. Ich hatte schon vergessen, dass er mitfährt«, scherzte Rick Zabel nach dem neuerlichen WM-Coup Sagans im Straßenrennen am Sonntag. Und Simon Geschke fügte hinzu: »Er hat hoch gepokert, erst zum Schluss war er da. Das ist halt Sagan, er fährt in einer eigenen Liga.«

Nur um wenige Zentimeter besiegte Sagan im Zielsprint den Lokalhelden Alexander Kristoff, erst nach bangen Sekunden waren der Sieg und ein Stück Radsport-Geschichte besiegelt. Damit gelang dem Kapitän des deutschen Bora-hansgrohe-Teams bei der WM in Norwegen als erstem Radprofi zum dritten Mal in Serie der WM-Titel, was nicht einmal Eddy Merckx vollbrachte. »Das ist unglaublich. Für Alexander war es ein Heimspiel. Es tut mir leid, dass ich den Norwegern ein wenig die Stimmung vermiest habe. Es ist etwas ganz Besonderes für mich«, sagte Sagan, der seinen Sieg dem im Mai verstorbenen Radprofi Michele Scarponi widmete, der am Montag Geburtstag gefeiert hätte.

Dabei hatte Sagan, neuerdings mit raspelkurzen Haaren, in den letzten Tagen noch über eine Erkältung geklagt. Es reichte trotzdem. Vor mehreren hunderttausend Zuschauern, darunter auch der norwegische Kronprinz Haakon mit Gattin Mette-Marit, komplettierte nach 267,5 Kilometern der Australier Michael Matthews das Podium.

Für das deutsche Team erfüllten sich die vagen WM-Träume dagegen erwartungsgemäß nicht, stattdessen stand unter dem Strich die größte WM-Pleite seit 21 Jahren. Als bester deutscher Fahrer erreichte Geschke als 20. das Ziel. »Ich habe es noch mit einem Sprint versucht, aber mit meinen 62 Kilogramm hat mir das nicht in die Karten gespielt«, scherzte der Berliner.

Das krankheitsbedingte Fehlen des als Kapitän vorgesehenen John Degenkolb konnte somit kein Fahrer im deutschen Team kompensieren. Damit war die deutsche WM-Pleite perfekt. Bei den Weltmeisterschaften 1996 in Lugano hatten letztmals die deutschen Akteure in den vier Eliterennen der Männer und Frauen die Podestplätze verpasst. In der Endabrechnung war der enttäuschende neunte Platz des entthronten Zeitfahr-Weltmeisters Martin im Einzelzeitfahren noch das beste Ergebnis.

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