05. November 2017, 21:38 Uhr

Fußball

ManCity nicht zu stoppen Hannover 96 weist Vorwürfe gegen Martin Kind zurück Düsseldorfs Vorsprung schrumpft Wehen holt verdient Punkt in Magdeburg

05. November 2017, 21:38 Uhr
Torschütze Sergio Aguero (l.) und Leroy Sane von Manchester City freuen sich über das 2:0 gegen Arsenal. (Foto: dpa)

England: Manchester City ist in der Premier League derzeit nicht zu stoppen. Das Team von Pep Guardiola unterstrich seine Titelambitionen am Sonntag mit einem 3:1 (1:0) gegen den FC Arsenal und kam zum neunten Sieg nacheinander. Stadtrivale Manchester United verliert indes den Anschluss. Nach dem 0:1 (0:0) beim FC Chelsea in London beträgt der Rückstand als Tabellenzweiter bereits acht Punkte auf Man City. Jürgen Klopp feierte mit dem FC Liverpool am Samstag einen wichtigen 4:1-Auswärtssieg bei West Ham United.

Spanien: Der FC Barcelona hat sein Heimspiel gegen den FC Sevilla gewonnen und die vier Punkte Vorsprung auf Verfolger FC Valencia verteidigt. Die Katalanen bezwangen mit Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen den Tabellen-Fünften durch zwei Treffer von Paco Alcacer 2:1 (1:0). Der eingewechselte Ex-Schalker Johannes Geis kam zu seinem dritten Liga-Einsatz für Sevilla. Der Tabellenzweite aus Valencia besiegte CD Leganes mit 3:0.

Italien: Rekordmeister Juventus Turin mühte sich in der Serie A am Sonntag zum Pflichtsieg über Schlusslicht Benevento. Nach einem 0:1-Rückstand in der Halbzeit drehte der Titelverteidiger noch die Partie mit 2:1. Durch den Erfolg kletterte Juve mit 31 Zählern auf Platz zwei und liegt nur noch einen Punkt hinter Spitzenreiter Neapel. Der SSC spielte gegen Chievo Verona 0:0. Der deutsche Nationalspieler Benedikt Höwedes kam nach wochenlanger Verletzungspause noch nicht zum Zug und muss weiter auf sein Debüt warten. Auch Weltmeister Sami Khedira saß nur auf der Bank.

Frankreich: Nationalspieler Julian Draxler hat Paris Saint-Germain zum zehnten Sieg in der Ligue 1 verholfen. Der Weltmeister steuerte am Samstag zum 5:0 (3:0) beim SCO Angers ein Tor bei. Draxler traf in der 14. Minute mit einem herrlichen Heber nach Vorarbeit von Dani Alves zum 2:0. Er bereitete auch das 4:0 durch Edinson Cavani in der 60. Minute vor. Der brasilianische Superstar Neymar fehlte angeschlagen.

Fußball-Bundesligist Hannover 96 hat Vorwürfe der angeblichen Untreue gegen Clubchef Martin Kind zurückgewiesen. »Die wider besseren Wissens gegen Herrn Kind erhobenen Vorwürfe sind abwegig und ehrabschneidend und finden in den tatsächlichen Gegebenheiten nicht ansatzweise einen objektivierbaren Anhaltspunkt«, schrieb der Club am Sonntag in einer Stellungnahme.

Der »Spiegel« (Samstag) hatte über ein von der clubinternen Opposition in Auftrag gegebenes Gutachten berichtet. Die Gutachter werfen Kind vor, sich mit dem Erwerb von 51 Prozent der Anteile an der Hannover 96 Management GmbH für nur 12 750 Euro »sittenwidrig einen erheblichen Vermögensvorteil« zu verschaffen.

96-Aufsichtsratsmitglied Ralf Nestler hatte daher eine einstweilige Verfügung beim Landgericht gegen die Übernahme durch Kind und drei weitere Gesellschafter beantragt. 96 droht Nestler nun mit Konsequenzen. »Aufsichtsratsmitglieder sind verpflichtet, über alle ihnen durch ihre Aufsichtsratstätigkeit bekannt gewordenen vertraulichen oder geheimen Vorgänge der Gesellschaft Stillschweigen zu bewahren. Eine Verletzung dieser Verschwiegenheitsverpflichtung kann für das Aufsichtsratsmitglied nicht nur zivilrechtliche, sondern auch strafrechtliche Folgen haben«, hieß es in der Mitteilung. Der Club wies darauf hin, dass der vereinbarte Kaufpreis in Höhe von 12 750 Euro »begründet« sei, da die betroffene Komplementär GmbH »ausschließlich die Funktion der Haftungseinschränkung und Geschäftsführung« habe.

Auch auf ein Gutachten aus dem Jahr 2008, über das die »Bild« (Samstag) berichtet hatte, ging 96 ein. Die Gutachter sind demnach zu dem Ergebnis gekommen, dass der Club gegen die 50+1-Regel verstoßen habe. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) als Auftraggeber des Gutachtens war dieser Meinung bei der Lizenzierung indes nicht gefolgt. »Hannover 96 hat nie gegen Statuten verstoßen und jährlich die Lizenzunterlagen bei der DFL vollumfänglich eingereicht«, hieß es in der Stellungnahme dazu.

Nach dem zweiten Spiel ohne Sieg wird der Vorsprung von Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf in der 2. Fußball-Bundesliga kleiner. Die Rheinländer kamen am Sonntag im 250. Zweitligaspiel ihres Trainers Friedhelm Funkel nur zu einem 2:2 (0:0) gegen den 1. FC Heidenheim und führen die Tabelle mit 30 Punkten mit nur noch einem Zähler vor Holstein Kiel an. In der turbulenten Schlussphase gelang den Gästen in der Nachspielzeit durch einen Strafstoß der Ausgleich durch Marc Schnatterer. Fortunas Clubchef Robert Schäfer machte dem Berliner Schiedsrichter Lasse Koslowski große Vorwürfe: »Ich weiß nicht, was der in der 2. Liga sucht. Der war von A bis Z überfordert«, sagte Schäfer.

Durch Treffer von Rouwen Hennings und Benito Raman lagen die Düsseldorfer zuvor zweimal in Führung. Trainer Funkel war fassungslos über die Leistung des Schiedsrichters. »So etwas habe ich in 27 Jahren als Trainer nicht erlebt. Dieser Schiedsrichter hat vollkommen die Kontrolle verloren und Entscheidungen getroffen, die kein Mensch nachvollziehen kann«, befand der Düsseldorfer Coach.

Verfolger Kiel kam zu einem souveränen 3:0-Erfolg gegen Dynamo Dresden. Die Treffer für die Störche erzielten Top-Torjäger Marvin Duksch, Steven Lewerenz und Kingsley Schindler. »Wir haben ein gutes Spielsystem. Im Moment wandeln wir von Erfolg zu Erfolg. Das fühlt sich gut an«, meinte Kiels Mittelfeldspieler Dominick Drexler.

Union Berlin hatte sich tags zuvor mit einem 1:0 gegen den FC St. Pauli auf Rang drei vorgeschoben, da der 1. FC Nürnberg erst am Montag (20.30 Uhr/Sky) auf den FC Ingolstadt trifft. Im dritten Sonntagsspiel trennten sich Erzgebirge Aue und Arminia Bielefeld 1:1. »Das war ein Punkt für die Moral«, sagte Bielefelds Kapitän Julian Börner.

Mit fünf Siegen aus sechs Spielen haben sich die Berliner in der Spitzengruppe etabliert. »Wenn wir diese Mentalität über die ganze Saison so zeigen können, dann ist man definitiv ganz oben dabei«, sagte Siegtorschütze Sebastian Polter nach dem hart erkämpften Erfolg im Verfolgerduell gegen St. Pauli. »Wir müssen aber diese Mentalität Spiel für Spiel zeigen«, forderte der Torjäger, der sechsmal in den vergangenen sechs Spielen getroffen hat. Dank des Erfolges gegen die Hamburger und der Niederlage des SV Sandhausen haben die Berliner schon mal zwei Konkurrenten auf Abstand gehalten.

Die großen Gewinner im Abstiegskampf sind der MSV Duisburg und Jahn Regensburg. Die Duisburger setzten sich durch einen frühen Treffer von Moritz Stoppelkamp beim zuvor zu Hause unbesiegten SV Sandhausen durch und feierten bereits den vierten Auswärtssieg. »Wir haben viel Kampf und Leidenschaft an den Tag gelegt. Man muss immer viel investieren, um in der 2. Liga einen Dreier einzufahren – das haben wir getan«, meinte Duisburgs Matchwinner. Mit dem Sieg konnte der Aufsteiger den Abstand zum Relegationsrang vergrößern. Die Regensburger feierten beim 3:2-Erfolg gegen den Vorletzten Greuther Fürth einen wichtigen Sieg gegen einen unmittelbaren Konkurrenten. »Jetzt läuft‹s gerade ganz gut. Da dürfen wir uns zwar nicht blenden lassen davon, aber jetzt kommen auch die Gegner, die für uns wichtig sind«, meinte Stürmer Marco Grüttner.

Für die Fürther, die die Niederlage durch ein Eigentor von Richard Magyar selbst besiegelten, wird die Situation allmählich kritisch. »Es muss jedem bewusst sein, dass es wohl bis zum letzten Spieltag eng sein wird«, sagte Kapitän Marco Caligiuri.

Unzufrieden war Rüdiger Rehm mit dem Punktgewinn im Verfolgerduell der 3. Fußball-Liga beim 1. FC Magdeburg nicht. Doch irgendwie beschlich die Zuhörer das Gefühl, dass sich der Trainer des SV Wehen Wiesbaden vielleicht doch etwas mehr erhofft hatte als das torlose Unentschieden, durch das die Hessen den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz verpassten. »Wir wollten Magdeburg unser Spiel aufdrücken und es bei diesem sehr schweren Auswärtsspiel auf den Platz bringen. Wir wollten gewinnen«, sagte Rehm nach dem 0:0 am Samstag.

Dennoch bleibt der Tabellenvierte mit nur einem Punkt Rückstand auf den Zweiten Fortuna Köln und den Dritten Magdeburg in Lauerstellung. »Ich denke schon, dass es ein gewonnener Punkt ist und keine verlorenen Zähler. Damit können wir leben«, sagte Mittelfeldspieler Robert Andrich.

Etwa 15 Minuten benötigte der SVWW, um das Spiel gegen anrennende Hausherren vor 15 264 Zuschauern in den Griff zu bekommen. Bis zum Schluss ließen sich die Gäste nicht von der lautstarken Kulisse beeindrucken und spielten die Partie souverän zu Ende. »Wir standen defensiv stabil. Ich war auch mit dem Aufbauspiel von hinten heraus zufrieden, aber vorne hat die letzte Effizienz und Konsequenz aus den letzten Spielen gefehlt«, bilanzierte Rehm.

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