Laura D., die Allergrößte Gute Unterhaltung – mal absichtlich, mal unabsichtlich

Sprint-Superstar Usain Bolt holt seine letzte WM- Medaille, Biathlon-Königin Laura Dahlmeier gleich fünf goldene, Wladimir Klitschko geht k.o. Außerdem sprengt Neymar mit seinem Wechsel nach Paris alle finanziellen Grenzen. Doch auch andere Menschen prägen das Sportjahr 2017.
29. Dezember 2017, 20:53 Uhr

Das Sportjahr 2017 bot auch ohne wichtiges Fußballturnier oder Olympische Spiele viele Highlights. Aus deutscher Sicht glänzten vor allem Fünffach-Weltmeisterin Laura Dahlmeier und Triathlon-Champion Patrick Lange. Im Sommer verabschiedete sich Usain Bolt von der Leichtathletik-Bühne.

Usain Bolt: 55 500 Zuschauer feiern die Lichtgestalt der Leichtathletik am 13. August auf der letzten Ehrenrunde im Londoner Olympiastadion. Acht Olympiasiege und elf WM-Titel hat der Jamaikaner in seiner schillernden Karriere erobert – in London noch einmal Bronze. Seine schillernden Weltrekorde nimmt der 31-Jährige mit in die Sportlerrente.

Neymar: Die Trophäe als Weltfußballer gab es für Neymar 2017 zwar ebenso wenig wie einen ganz großen Titel, trotzdem beherrschte der Brasilianer im Sommer wochenlang die Schlagzeilen. Der Rekordwechsel des 25-Jährigen für 222 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Paris St. Germain sprengte alle bisher gekannten finanziellen Grenzen.

Laura Dahlmeier: Sechs Medaillen in sechs WM-Rennen, davon fünf goldene, gewann Biathlon-Überfliegerin Laura Dahlmeier im Frühjahr in Hochfilzen. Kurz danach sicherte sich die 24-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen auch noch den Sieg im Gesamtweltcup. »Ich kann selbst nicht glauben, was mir da gelungen ist. Das wird schwer zu toppen sein«, sagte Dahlmeier, die als große Favoritin zu Olympia nach Pyeongchang reist und zum Jahresende als »Sportlerin des Jahres« in Baden-Baden geehrt wurde.

Lewis Hamilton: Lange sah es nach einem packenden Duell mit Ferrari-Star Sebastian Vettel bis zum Saisonende aus, doch schließlich sicherte sich Lewis Hamilton seinen vierten WM-Titel in der Formel 1 souverän schon vorzeitig. Der Brite stellte in seinem Mercedes weitere Rekorde auf, ist nun unter anderem Spitzenreiter bei den meisten Poles und hat Michael Schumacher abgelöst. »Vier ist eine fantastische Zahl, aber jetzt möchte ich Nummer fünf!«, sagte der 32-Jährige, der 2018 erneut ganz vorne landen will.

Patrick Lange: Davon hatte Patrick Lange nicht zu träumen gewagt. Nicht nur, dass der 31-Jährige bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii nach einer Wahnsinnsleistung die deutsche Siegesserie fortsetzte, dem Dritten von 2016 gelang das in 8:01:39 Stunden auch noch mit einem ganz starken Streckenrekord. »Das ist, wovon ich immer geträumt habe. Das ist nicht wahr, das ist so großartig«, sagte Lange. »Das ist Gefühls-Achterbahn hoch Tausend.« Möglich auch, weil Titelverteidiger und Topfavorit Jan Frodeno auf der Laufstrecke einbrach.

Chris Froome: Chris Froome überwand im September sein Trauma Vuelta. Im sechsten Anlauf und nach drei zweiten Plätzen gelang dem 32 Jahre alten Briten der erste Sieg bei der Spanien-Rundfahrt. »Es war eine echte Höllenfahrt zum Schluss. Fast jeden Tag gab es eine Schlacht im Gesamtklassement«, sagte der viermalige Tour-de-France-Sieger, der als dritter Radprofi nach den Franzosen Jacques Anquetil (1963) und Bernard Hinault (1978) das Double aus Tour- und Vuelta-Sieg schaffte. Allerdings überholte ihn im Dezember eine Doping-Affäre um auffällig hohe Werte des Asthmamittels Salbutamol. Ob er 2018 als Titelverteidiger bei der Tour de France starten darf, ist momentan mehr als fraglich.

Anthony Joshua: 90 000 Fans im Londoner Wembleystadion und Millionen Zuschauer vor den Fernsehern waren dabei, als sich Anthony Joshua am 29. April zum neuen König des Schwergewichtsboxens aufschwang. Der Brite besiegte Wladimir Klitschko durch technischen K.o. in der elften Runde, sein ukrainischer Gegner sollte Wochen später seine Karriere beenden. Klitschko hatte Joshua am Boden, verpasste es allerdings, entscheidend gegen den 28 Jahre alte Olympiasieger von 2012 nachzusetzen.

Roger Federer: Auch wenn sich Roger Federer mit Verletzungen herumplagte und es am Ende nicht zum Titel bei der ATP-WM in London reichte, so erlebte der Schweizer ein bemerkenswertes Jahr. Gleich zu Beginn meldete sich der 36 Jahre alte Routinier nach langer Verletzungspause mit seinem 18. Grand-Slam-Titel bei den Australian Open zurück. Im Finale bezwang er Rafael Nadal: »Es ist das erste Jahr, wo ich nicht gedacht habe, dass ich einen Grand Slam gewinne – und genau das dann geschafft habe.«

Erich Frenzel/Johannes Rydzek: Als erstem Nordischen Kombinierer ist Eric Frenzel im März der fünfte Gewinn des Gesamtweltcups in Serie gelungen. Der 29-Jährige dominierte gemeinsam mit dem Zweitplatzierten Johannes Rydzek und seinen Teamkollegen die Saison. Bei 23 Einzel-Weltcups gab es 21 deutsche Siege, der Nationen-Cup war praktisch schon zur Halbzeit entschieden. Und da bei der WM in Lahti alle vier Titel nach Deutschland gingen, geht die Saison 2016/17 als erfolgreichste in die Kombinierer-Geschichte ein. Rydzek setzte dabei die Akzente und sich mit vier Titeln in vier Wettbewerben die Krone auf. Die Wahl zum »Sportler des Jahres« war nur folgerichtig.

Johannes Vetter: Mit einem grandiosen Rekordwurf avancierte der gebürtige Sachse am 11. Juli in Luzern zum zweitbesten Speerwerfer der Leichtathletik-Geschichte. An diese sensationellen 94,44 Meter kam Johannes Vetter in London zwar nicht heran, aber WM-Gold ist sein bisher größter Erfolg. Der neue Weltmeister schlug auch Olympiasieger Thomas Röhler und sorgte für Furore: Vetter wird »Europas Leichtathlet des Jahres 2017«.

Fußball: Deutschland gewinnt ein Jahr vor der angestrebten WM-Titelverteidigung mit einer jungen Mannschaft den Confed-Cup. Spektakulär: Der FC Bayern München feuert im Herbst Trainer Carlo Ancelotti und holt »Rentner« Jupp Heynckes zurück. Ein Deutscher gewinnt die Champions League – Toni Kroos mit Real Madrid. Abschied: Hans Schäfer, der 54er-Weltmeister, stirbt im Alter von 90 Jahren. Nun ist Horst Eckel der letzte noch lebende Spieler der legendären WM-Mannschaft.

Laura Dahlmeier hat 2017 allen Grund zur Freude.

»Ein Bauer muss sich auch ab und zu von seinen Kühen und Schweinen trennen. Das gehört dazu.«

(Nagelsmann über Niklas Süle und Sebastian Rudy, die zu Bayern München wechselten)

*

»Ich habe nichts gegen das Wort Europa. Ich bin ja nicht die AfD.«

(Alexander Nouri, Trainer von Fußball-Bundesligist Werder Bremen, auf die Frage, ob sein Verein noch einen Europacup-Platz erreicht)

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»Wir danken der Mannschaft, dass sie uns auch in dieser Saison so zahlreich hinterhergereist ist.«

(Fan-Transparent des FC Schalke 04 beim letzten Saisonspiel in Ingolstadt)

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»Heute essen wir sicher keine glutenfreie Pasta. Heute trinken wir nur Bier.«

(Torhüter Lukas Hradecky von Bundesligist Eintracht Frankfurt nach dem Einzug ins DFB-Pokalfinale)

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»Am Anfang war ich klar besser. Dann war das Aufwärmen vorbei.«

(Der niederländische Tennis-Profi Robin Haase nach seiner klaren Niederlage gegen Rafael Nadal bei den French Open)

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»Alle wollen hin, aber nach einer Woche will keiner mehr da sein.«

(André Greipel zur Lust der Radprofis auf den Saisonhöhepunkt Tour de France)

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»Wir arbeiten hart, wir trainieren jeden Tag – und ihr tippt nur auf euren Computern rum.«

(100-Meter-Weltmeister Justin Gatlin aus den USA)

*

»Früher haben die Spieler auf den Boden geschaut, wenn der Ball versprungen ist. Das brauchst du nicht mehr machen, dafür sind die Plätze zu gut. Dafür sagen sie: Ich hatte den falschen Reisbrei heute Mittag und habe Laktose-Intoleranz.«

(Rudi Völler)

*

»Wäre, wäre Fahrradkette.«

(Rekordnationalspieler Lothar Matthäus in einer »Sky«-Analyse)

*

»Grundsätzlich ist die Heim-Mannschaft immer Favorit, aber ich sehe die Chancen bei fifty-fifty.«

(Boris Becker vor dem Abstiegsduell in Portugal)

*

»Wir könnten bei Helene Fischer ja mal fragen, ob wir in der Pause des nächsten Konzertes 45 Minuten Fußball spielen könnten. Wir würden gefragt: Auf welche Schnapsideen kommt ihr denn?«

(Stephan Schippers, Geschäftsführer des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach)

*

»Nach den Spielen dachte ich immer: Wer ist dieser Ewald Lienen, von dem da gesungen wird? Muss ja ein Riesentyp sein! Und dann komm ich nach Hause und meine Frau sagt: ›Bring doch mal den Müll runter.‹ Da wusste ich dann wieder, wo ich herkomme.«

(Trainer Ewald Lienen vom Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli)

*

»Dann hat Cando zweimal gebellt, und dann war das Ding in trockenen Tüchern.«

(Trainer Jupp Heynckes über Bedenken vor der Vertragsunterschrift beim FC Bayern München und seinen Schäferhund Cando)

*

»Es fehlt immer ein bisschen. Und dadurch fehlt am Ende ziemlich viel.«

(Kölns Trainer Peter Stöger) (dpa)

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