Kerber verliert und rückt dennoch vor

15. März 2017, 22:08 Uhr
Angelique Kerber sucht weiter ihre Form. Auch in Indian Wells kann die Kielerin nicht überzeugen. Dass sie trotzdem ab Montag wieder die Nummer eins der Tennis-Welt ist, wirkt daher komisch. (dpa)

Wenn am nächsten Montag die neue Weltrangliste veröffentlicht wird, dann steht Angelique Kerber wieder an der Spitze – daran ändert auch das Achtelfinal-Aus in Indian Wells nichts. Zum zweiten Mal in ihrer Karriere übernimmt die Kielerin nach dem Masters-Event in Indian Wells den Tennis-Thron. Doch während es im vergangenen Herbst keinen Zweifel daran gab, dass Kerber nach ihrem imposanten Jahr 2016 mit den Grand-Slam-Titeln in Melbourne und New York völlig zurecht die Nummer eins war, so wirkt die Zahl 1 vor Kerbers Namen nun etwas unwirklich.

Schließlich spielt Kerber in diesem Jahr bislang kaum einmal wie eine Branchenführerin. In Kalifornien schied sie am Dienstag (Ortszeit) mit 3:6, 3:6 gegen die Russin Jelena Wesnina aus und erlebt damit weiter eine mäßige Saison. Schon in der Runde zuvor stand die Linkshänderin gegen die Französin Pauline Parmentier kurz vor dem Aus und kam nur dank eines für sie so typischen Kraftaktes über 2:30 Stunden weiter.

»Es war nicht mein Tag. Ich habe mich nicht gut bewegt«, sagte Kerber nach der klaren Pleite gegen Wesnina und lobte ihre an Nummer 14 gesetzte Gegnerin: »Sie hat gutes Tennis vom Anfang bis zum Ende gespielt, und sie war aggressiv. Ich habe nicht zu meinem Spiel gefunden.«

Die Aussagen der Norddeutschen nach ihren Niederlagen wiederholen sich in diesem Jahr. Egal, ob in Melbourne oder in Doha – eine wirkliche Erklärung für ihre ungewöhnlich vielen frühen Niederlagen hat Kerber bislang nicht gefunden. Nur weil Serena Williams in Indian Wells verletzt fehlte, übernimmt Kerber wieder die Spitze. Aber irgendwie ist der 29-Jährigen in der Pause zwischen dem Traum-Jahr 2016 und der bislang enttäuschenden Saison 2017 die Leichtigkeit verloren gegangen.

»Während eines Jahres hat man immer mal Höhen und Tiefen«, sagte Kerber. Sie werde das Positive mit nach Miami nehmen, wo nächste Woche das nächste Turnier ansteht – viel wird das nach Indian Wells allerdings nicht sein. Der Aufschlag ist nach wie vor ein Problem, insgesamt war sie auf dem Weg, druckvoller zu spielen und die Partien zu bestimmen, schon einmal deutlich weiter.

Das Tennis-Spektakel in der kalifornischen Wüste geht damit ohne deutsche Beteiligung weiter. Denn vor Kerber hatte sich am Dienstag in Alexander Zverev auch der letzte Deutsche bei den Herren in der dritten Runde verabschiedet. Der 19 Jahre alte Hamburger war im zuvor mit viel Spannung erwarteten Duell mit dem Australier Nick Kyrgios beim 3:6, 4:6 chancenlos.

Zverev verpasste damit auch ein reizvolles Duell mit dem ehemaligen Weltranglisten-Erste Novak Djokovic. Der Serbe bezwang den Argentinier Juan Martin del Potro 7:5, 4:6, 6:1. Im vergangenen Jahr war Djokovic bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gleich in seinem Auftaktmatch am späteren Finalisten Del Potro gescheitert.

Bereits im Achtelfinale kommt es zu einer Revanche für das Australian-Open-Finale zwischen Roger Federer und Rafael Nadal. Der Schweizer Melbourne-Champion bezwang den Amerikaner Steve Johnson 7:6 (7:3), 7:6 (7:4), der unterlegene Nadal siegte in einem spanischen Duell 6:3, 7:5 gegen Fernando Verdasco. Der Sieger trifft im Viertelfinale auf Djokovic oder Kyrgios.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Angelique Kerber
  • Fernando Verdasco
  • Juan Martín del Potro
  • Novak Djokovic
  • Rafael Nadal
  • Roger Federer
  • Serena Williams
  • DPA
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 43 - 10: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.