02. April 2017, 22:08 Uhr

Bundesliga Frauen Fußball Triathlon

Gilberts famoses Solo Wolfsburg setzt sich vor Potsdam an die Spitze Teuer erkämpfter Punkt – Ochs erleidet Kreuzbandriss Frodeno von einem Reifendefekt gestoppt

02. April 2017, 22:08 Uhr
Ex-Weltmeister Philippe Gilbert krönt eine 56 Kilometer lange Solofahrt mit dem Sieg bei der Flandern-Rundfahrt. (Foto: dpa)

John Degenkolb musste frühzeitig abreißen lassen, für Vorjahressieger Peter Sagan endete eine schier aussichtslose Verfolgungsjagd auf dem Asphalt: Beim beeindruckenden Solosieg des überragenden Ex-Weltmeisters Philippe Gilbert erfüllten sich die deutschen Hoffnungen auf einen Erfolg bei der 101. Flandern-Rundfahrt am Sonntag nicht. Der slowakische Rad-Star Sagan vom deutschen Bora-hansgrohe-Team musste 17 Kilometer vor dem Ziel nach einem schmerzhaften Sturz das Unternehmen Titelverteidigung abblasen. Für Degenkolb reichte es nach 260 Kilometern von Antwerpen nach Oudenaarde mit 18 giftigen Anstiegen (»Hellinge«) zu Platz sieben - mit einem Rückstand von 50 Sekunden.

Gefeierter Star vor einem Millionenpublikum in Flandern war dagegen Gilbert. Der 34 Jahre alte belgische Meister vollendete eine fulminante Solofahrt über 56 Kilometer mit seinem ersten Sieg bei der »Ronde«. Die Plätze zwei und drei belegten Olympiasieger Greg van Avermaet (Belgien) und der Niederländer Niki Terpstra. »Mein Ziel ist es, alle Monumente zu gewinnen, jetzt bin ich einen Schritt weiter«, sagte Gilbert.

Gilbert war bei bestem Radsport-Wetter eine Klasse für sich, nicht einmal eine exquisite Verfolgergruppe mit Sagan und van Avermaet vermochte es, gemeinsam den Rückstand zu verkürzen. Es kam sogar noch schlimmer: Nachdem Sagan eine Bande touchierte, kam auch van Avermaet zu Fall. Damit hatte sich die Verfolgungsjagd erledigt.

In diese Gruppe hatte es Degenkolb erst gar nicht geschafft. Der Wahl-Frankfurter, der als Mitfavorit gehandelt worden war und einem Sieg bei der Flandern-Rundfahrt noch hinterher fährt, musste rund 37 Kilometer vor dem Ziel abreißen lassen. Damit zeigte sich wie schon bei Mailand-San Remo, dass es für den deutschen Klassikerspezialisten derzeit nicht ganz zu Siegambitionen reicht.

»Das war ein superschweres Rennen, das früh eröffnet worden ist. Ich hatte nicht die Beine, als Sagan und van Avermaet attackierten«, sagte Degenkolb. Den letzten deutschen Sieg in Flandern hatte 2004 Steffen Wesemann eingefahren.

Gut 60 Kilometer vor dem Ziel nahm das Rennen richtig an Fahrt auf, als Gilbert am Kwaremont aus einer starken Gruppe um den dreimaligen Sieger Tom Boonen heraus attackierte und kurz darauf auch die alleinige Führung übernahm. Der Ex-Weltmeister fuhr schnell einen Vorsprung von gut einer Minute heraus und sorgte bei den Topfavoriten um Sagan und Co. für Beunruhigung.

Der VfL Wolfsburg hat den Ausrutscher von Turbine Potsdam genutzt und die Tabellenführung in der Frauenfußball-Bundesliga übernommen. Der Champions-League-Sieger von 2013 und 2014 gewann mit 4:0 (1:0) gegen 1899 Hoffenheim. Der bisherige Spitzenreiter Potsdam hat nach dem überraschenden 1:1 (1:0) beim Tabellensechsten SGS Essen nun dieselbe Punktzahl (41) und die gleiche Tordifferenz (+29), aber einen Treffer weniger erzielt. Mit vier Zählern Rückstand bleibt Titelverteidiger Bayern München Dritter. Allerdings fiel der 1:0 (0:0)-Erfolg über den SC Sand schwerer als erwartet. Der 1. FFC Frankfurt setzte sich mit 1:0 beim abstiegsgefährdeten USV Jena durch.

Der FSV Frankfurt hat im Abstiegskampf der 3. Fußball-Liga den nächsten Zähler geholt. Die Bornheimer schafften am Samstag ein 0:0 bei Fortuna Köln, bezahlten für den Punkt jedoch einen hohen Preis. Kapitän Patrick Ochs zog sich einen Kreuzbandriss am rechten Knie zu. Für den 32-Jährigen ist die Saison beendet. Damit wird der erfahrenste FSV-Akteur den Hessen im Kampf um den Klassenerhalt fehlen.

Bereits vor der Partie hatte sich Winterzugang Dennis Russ – wie im Januar Torjäger Fabian Schleusener – im Training das Kreuzband gerissen. Trainer Gino Lettieri muss im Saisonendspurt auf entscheidende Spieler verzichten. »Die Tabelle macht mir keine Gedanken. Mein Problem ist, dass wir keine Spieler mehr haben. Die personelle Situation ist sehr hart«, sagte er.

Zudem reihte sich vor 1846 Zuschauern im Kölner Südstadion auch noch Milad Salem in das Bornheimer Krankenlager ein. Der 29-Jährige musste nach einer halben Stunde mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss ausgewechselt werden. »Die Verletzungen sind natürlich ganz bitter, sowohl für die Spieler als auch für uns. Nun müssen wir alle Kräfte bündeln«, sagte Sportdirektor Roland Benschneider am Sonntag. Der FSV bleibt in der Tabelle auf Rang 18, mit vier Punkten Rückstand auf die Nichtabstiegsränge.

Großer Jubel herrschte beim Hessen-Rivalen SV Wehen Wiesbaden: Das Team von Trainer Rüdiger Rehm kam am Sonntag zu einem 1:0 (0:0)-Erfolg gegen Preußen Münster und kletterte in der Tabelle mit 38 Punkten auf den 13. Platz. Patrick Mayer erzielte in der 88. Minute den umjubelten Siegtreffer. Der Stürmer war erst neun Minuten zuvor eingewechselt worden.

Jan Frodeno haderte gar nicht lange und schaute schon auf den nächsten Triathlon in drei Wochen. Tatenlos hatte er im kalifornischen Oceanside bei seinem Einstieg ins Jahr 2017 die Konkurrenz über die halbe Ironman-Distanz noch vorbeiziehen lassen müssen. Ein platter Reifen, dazu noch eine nicht funktionierende CO2-Patrone: »Ich stand eine gefühlte Ewigkeit an der Strecke«, sagte er. Frodeno stieg zwar noch mal auf sein Rad, dann aber vor dem abschließenden Halbmarathon aus. Zumal auch noch der Rücken zwickte. »An manchen Tagen soll es eben nicht sein«, meinte Frodeno.

Den Sieg über die 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen sicherte sich der Kanadier Lionel Sanders. Er benötigte bei der Wiederholung seines Vorjahreserfolges 3:50:04 Stunden, Zweiter wurde der Amerikaner Chris Leifermann vor dem Schweizer Ronnie Schildknecht.

Frodenos Landsmann Andreas Dreitz musste sich nach Platz zwei im Vorjahr mit Rang vier zufrieden geben. Ihm fehlten 20 Sekunden zum dritten Platz. »So, so eng«, schrieb er auf Facebook. Dreitz war als Zweiter auf die Laufstrecke gewechselt und wurde erst auf den letzten Metern von Schildknecht von einem Podiumsrang verdrängt. »Dennoch ein guter Start in die Saison.«

Hätte es für Frodeno auch werden können. Er war klarer Erster nach dem Schwimmen: »Ich hatte einen wirklich guten Tag im Wasser.« Nach nicht mal einem Drittel der Radstrecke war für den 35-Jährigen der dritte Erfolg beim 70.3 Oceanside nach 2014 und 2015 aber keine Option mehr. Erst habe er noch Schadensbegrenzung betreiben wollen auf der abschließenden Halbmarathon-Laufstrecke. Dann entschied er sich aber, das Rennen vorzeitig zu beenden. Zur Freude der Fans an der Strecke, die sich mit dem Ironman-Weltmeister von 2015 und 2016 sowie Weltrekordhalter fotografieren konnten. Am 23. April möchte der Olympiasieger von 2008 auf Sardinien erneut über die Halbdistanz antreten.

Frommhold unter acht Stunden

(dpa). Nils Frommhold hat zum Saisonauftakt beim Ironman Afrika den Sieg um weniger als eine Minute verpasst. Der gebürtige Berliner blieb am Sonntag in Port Elizabeth über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen unter der magischen Acht-Stunden-Marke. Frommhold benötigte 7:59:29 Stunden. Damit fehlten ihm nur 50 Sekunden auf Platz eins, den sich der Amerikaner Ben Hoffmann in 7:58:39 sicherte. Bei den Frauen schaffte es die deutsche Langstrecken-Meisterin Katja Konschak (9:25:39) auf den sechsten Platz.

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