Eishockey 36. Sportpresse-Ball

Flanagan überrascht Adler Mannheim besiegen Nürnberg Ice Tigers Krause und Rosberg als »Sportler mit Herz« geehrt Julia Görges gewinnt B-WM

05. November 2017, 21:37 Uhr
Von ihrem großen Erfolg überwältigt ist die US-amerikanische Langstreckenläuferin Shalane Flanagan, die als erste Amerikanerin seit 40 Jahren den New-York-Marathon gewinnt. (Foto: dpa)

Als erste Amerikanerin seit 40 Jahren hat Shalane Flanagan den New-York-Marathon gewonnen. Knapp fünf Kilometer vor dem Ziel konnte sich die 36-Jährige am Sonntag von ihren Verfolgerinnen absetzen und die Sieglos-Serie der US-Läuferinnen beenden. Flanagan triumphierte in 2:26:53 Stunden und ist die erste einheimische Gewinnerin beim Traditionsrennen über die 42,195 Kilometer seit Miki Gorman im Jahr 1977. Hinter ihr liefen die Kenianerin Mary Keitany (2:27:54) und Mamitu Daska aus Äthiopien (2:28:08) ins Ziel. Keitany hatte die vergangenen drei Austragungen für sich entschieden.

Bei den Männern holte der 24 Jahre alte Kenianer Geoffrey Kamworor bei der 47. Auflage des Rennens ebenfalls seinen ersten Triumph in New York und bekam dafür wie Flanagan 100 000 Dollar Preisgeld. Der Halbmarathon-Weltmeister von 2016 überquerte nach 2:10:53 Stunden die Ziellinie. Kamworor setzte sich knapp vor dem ebenfalls aus Kenia stammenden Wilson Kipsang (2:10:56) durch. Der ehemalige Weltrekordhalter und Berlin-Sieger hatte 2014 in New York gewonnen. Dritter wurde der einstige Boston-Sieger und WM-Zweite Lelisa Desisa aus Äthiopien (2:11:32).

Flanagan waren die Emotionen schon kurz vor der Ziellinie im Gesicht abzulesen. »Es ist unbeschreiblich. Das ist ein Moment zum Aufsaugen und Behalten«, sagte Flanagan. »Das ist der Augenblick, von dem ich geträumt habe, seit ich ein kleines Mädchen war«, fügte die Olympia-Sechste nach ihrem ersten und möglicherweise auch letzten Sieg in einem Marathon-Rennen hinzu. Flanagan hatte vor dem Lauf in New York das Ende ihrer Karriere für den Fall des Erfolges erwogen. Das ebenso prestigeträchtige Rennen in Boston im April hatte die Olympia-Zweite über 10 000 Meter von Peking 2008 wegen einer Rückenverletzung verpasst.

Die aus dem Bundesstaat Colorado stammende Flanagan wies auch auf den Terroranschlag der vergangenen Woche in New York mit acht Toten hin. »Es war eine schwierige Woche für die New Yorker und eine schwierige Woche für unsere Nation. Ich dachte mir, was gibt es Besseres, als den Amerikanern ein Lächeln zu schenken.« Der Lauf, zu dem wieder mehr als 50 000 Teilnehmer erwartet wurden, fand unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Die Nationalspieler Marcel Goc und Sinan Akdag haben die Adler Mannheim vor der Länderspiel-Pause zum knappen Sieg über die Nürnberg Ice Tigers geführt. Der siebenmalige deutsche Eishockey-Meister bezwang die Franken am Sonntag in der Verlängerung mit 2:1 (0:0, 1:0, 0:1).

Der frühere NHL-Stürmer Goc brachte die Mannheimer in Führung. Erst vier Sekunden vor dem Ende glich Philippe Dupuis für die Franken aus, die als Tabellenführer in den Spieltag gegangen waren. Adler-Profi Akdag gelang dann an seinem 28. Geburtstag in der Overtime der Siegtreffer, mit dem er für die zweite Niederlage der Nürnberger in Serie sorgte.

Mit einem verdienten Erfolg gehen die Eisbären Berlin in die Länderspiel-Pause. Nach zuvor zwei Niederlagen setzte sich die Mannschaft von Trainer Uwe Krupp mit 5:2 (0:0, 2:0, 3:2) bei den Grizzlys Wolfsburg durch. Die Iserlohn Roosters bestätigten mit dem 4:1 (0:0, 1:0, 3:1) gegen den ERC Ingolstadt ihren Aufwärtstrend.

Der EHC Red Bull München löste unterdessen nach dem 5:1 (2:1, 1:0, 2:0) gegen die Düsseldorfer EG die Nürnberg Ice Tigers wieder als Tabellen-Erster ab. Die Franken waren zuvor den Adler Mannheim unterlegen.

Ihren nächsten Dämpger mussten hingegen die Kölner Haie hinnehmen. Der ambitionierte Club verlor am Sonntag 2:3 (0:2, 2:1, 0:0) bei den Pinguins Bremerhaven.

Die Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause und der frühere Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg sind beim 36. Sportpresse-Ball in Frankfurt als »Sportler mit Herz« ausgezeichnet worden.

Krause erhielt die Ehrung am Samstagabend für ihre souveräne Reaktion auf ihren fremdverschuldeten Sturz im WM-Finale über 3000 Meter Hindernis. Obwohl sie dadurch frühzeitig alle Medaillenchancen einbüßte, hatte sie das Rennen beendet und danach jegliche Schuldzuweisungen unterlassen. »Nach dem missratenen WM-Finale ist das ein ganz besonderer Tag für mich. Ich habe lange damit zu kämpfen gehabt. Deshalb ist es schön, wenn man jetzt am Ende des Jahres so dafür honoriert wird«, sagte die 25-Jährige.

Rosberg war im Vorjahr nach seinem WM-Triumph zurückgetreten und hatte damit nach Ansicht der Ball-Organisatoren ein Zeichen für emotionalen statt noch mehr materiellen Reichtum gesetzt. »Das ist eine besondere Ehre, ganz klar«, sagte der Ex-Rennfahrer.

Bei der gleichen Gelegenheit ist Bergsteiger Reinhold Messner in Würdigung seines Lebenswerks als »Legende des Sports« ausgezeichnet worden. Der 73-Jährige hat in seiner Laufbahn als erster Mensch 14 Achttausender ohne Sauerstoffflasche bestiegen und mehr als 3500 Gipfel erklommen.

»Reinhold Messner hat den Heroismus des Bergsteigens entmystifiziert und es stilistisch verändert, ohne die extremen, sportlichen Herausforderungen zu verharmlosen«, würdigte Ball-Organisator Jörg Müller am Samstagabend den Preisträger.

»Was mich besonders freut, ist nicht die sportliche Dimension. Man gibt mir diesen Preis, weil ich den Heroismus aus dem Bergsteigen herausgenommen habe. Das ehrt mich, denn das war eines meiner größten Anliegen seit 60 Jahren«, sagte Messner.

Julia Görges hat ohne Satzverlust die B-Weltmeisterschaft gewonnen. Deutschlands derzeit beste Tennisspielerin bezwang am Sonntag im Endspiel im chinesischen Zhuhai die US-Amerikanerin Coco Vandeweghe 7:5, 6:1. Nach einem umkämpften ersten Satz setzte sich Görges letztendlich souverän durch. Die 29-Jährige aus Bad Oldesloe beendete damit die Saison mit zwei Turniersiegen in Folge sowie einer Serie von neun gewonnen Matches.

Durch den Erfolg gegen die Zwölfte der Weltrangliste wird Görges in dem Ranking von Platz 18 auf 14 klettern. Das ist ihre bislang beste Platzierung. Der Triumph im Finale der WTA Elite Trophy war zudem der vierte Turniersieg ihrer Karriere.

Vandeweghe begann aggressiv mit präzisen und wuchtigen Schlägen, die Görges in Schwierigkeiten brachten. Gleich im ersten Aufschlagspiel der Deutschen setzte sich die 25-Jährigen mit einem Break ab. Görges ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und drehte den Satz: Beim Stand von 3:5 gewann sie Vandeweghes Aufschlagspiel und nach dem anschließenden Ausgleich schaffte sie ein weiteres Break gegen die zunehmend frustriert wirkende US-Open-Halbfinalistin.

Nach dem Satzerfolg setzte Görges, die sich erst mit dem Turniererfolg von Moskau Ende Oktober für das Saisonabschluss-Turnier qualifiziert hatte, ihren starken Auftritt fort. Dieses Mal begann sie den Satz mit einem Break – ihrem dritten in Folge. Diesen Vorteil baute Görges noch aus und gewann den zweiten Durchgang ungefährdet. (dpa)

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