18. Dezember 2018, 22:39 Uhr

Eintracht will Bann brechen

18. Dezember 2018, 22:39 Uhr
Gelson Fernandes will weiter für die Eintracht jubeln und hat seinen Vertrag bis 2020 verlängert. (Foto: dpa)

Eintracht Frankfurt


Beim Nachbarn aus Mainz, von Frankfurt aus locker mit der S-Bahn oder auch dem Schiff zu erreichen, hat die Eintracht noch nie einen Blumentopf gewinnen können. Da halfen keine doppelten Eigentore eines Spielers der Rheinhessen (Nikolce Noveski) und auch keine 2:0-Führungen. In Mainz gab es für die Frankfurter in zehn Anläufen in erster oder zweiter Liga wenig bis gar nichts zu holen, immerhin reichte es zu fünf Unentschieden – und einem 1:0-Erfolg im DFB-Pokal durch ein schmuckloses Tor in der 98. Minute durch Reinhold Jessl. Das ist noch gar nicht so lange her, 32 Jahre erst.

Adi Hütter ist der nächste Trainer, der versuchen wird, diesen Bann zu durchbrechen. In Augsburg hat er das mit seiner Mannschaft geschafft, vor der heutigen Partie in der rheinlandpfälzischen Landeshauptstadt (20.30 Uhr) sagt der Österreicher indessen lediglich: »Wir sollten das nicht großartig zum Thema machen.«

Es ist eher kein Zufall, dass sich die Eintracht bei den Nullfünfern in der Vergangenheit so ungemein schwer getan hat, meistens ist sie irgendwann einfach »aufgefressen« worden von den Mainzer Mannschaften, die zumeist sehr viel Behauptungswillen, Kampfeslust und Bereitschaft an den Tag legten. Und nun? Haben die Frankfurter ja selbst so ein Ensemble beisammen, das in der Lage ist, einen Kontrahenten einfach niederzuwalzen und das von Ex-Nationalspieler und TV-Experte Dietmar Hamann als »Mentalitätsmonster« geadelt wurde.

Darin steckt sehr viel Wahrheit, erst am Sonntag beim 2:1-Heimsieg gegen Bayer Leverkusen stellten die Hessen ihre Widerstandsfähigkeit und ihren Jagdinstinkt unter Beweis. »Das war das intensivste Spiel der Saison«, sagte Coach Hütter und konnte das mit statistischem Material belegen: Die Anzahl an schnellen Läufen und Sprints sei noch mal höher als für gewöhnlich gewesen, und sonst rennen und spurten seine Mannen auch schon, als sei der Beelzebub in Turnschuhen höchstselbst hinter ihnen her.

Und das Ganze nach einer kräftezehrenden Hinrunde mit allerlei Englischen Wochen und drei Tage nach einem Europapokalspiel bei Lazio Rom. Die Art und Weise, wie seine Elf die Werkself letztlich in die Knie gezwungen habe, »hat mir sehr imponiert«, befand der Fußballlehrer. »Wenn wir das annähernd in Mainz hinbekommen, werden wir ein positives Ergebnis erzielen.« Wenn nicht, dann eher nicht. »Wenn wir nicht 120 Prozent geben, sind wir eine normale Mannschaft«, sagte Gelson Fernandes, der Routinier, der gestern seinen Vertrag um ein weiteres Jahr bis 2020 verlängerte. Und als normale Mannschaft wird es in der Bundesliga schwer. »In Nürnberg oder gegen Wolfsburg waren wir platt«, betonte der Schweizer, der die Folgen ganz plausibel aufzeigte: »Wenn wir müde sind und nicht so sprinten können wie sonst, sind wir weniger gut, weil wir weniger Druck auf den Gegner ausüben können.« Schließlich sei man gewiss kein Team, das andere Mannschaft im Vorbeigehen und mit »spielerischen Mitteln« schlagen könne. »Wir sind eine Mannschaft, die nicht abwarten kann, wir haben Spieler, die laufen, sprinten und kämpfen können – und das ist gut so.« Genau diese Eigenschaften, gepaart mit einer nicht zu unterschätzenden Qualität im Tor, auf den Flügeln und im Sturm, haben die Eintracht so stark gemacht und in die Spitzengruppe der Liga geführt. Thomas Kilchenstein

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