Große Aufregung bei Werder Bremens Niederlage gegen Mainz 05: Ein Tor von Josh Sargent wird aufgrund des VAR zurückgenommen.
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Große Aufregung bei Werder Bremens Niederlage gegen Mainz 05: Ein Tor von Josh Sargent wird aufgrund des VAR zurückgenommen.

Werder Bremen erlebt neuen Vereins-Negativrekord

VAR-Ärger bei bitterer Niederlage gegen Mainz 05 - Der SV Werder Bremen rutscht tief in den Abstiegssumpf

  • VonMichael Haseler
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Der SV Werder Bremen verliert auch den Abstiegskampf-Krimi gegen Mainz 05 mit 0:1, stellt damit einen neuen Vereinsnegativ-Rekord ein und steckt mehr denn je im Abstiegssumpf. Der Spielbericht der DeichStube.

Bremen – Jetzt ist sie endgültig an den Osterdeich zurückgekehrt, die schiere Abstiegsangst, mit der Werder Bremen in dieser Saison eigentlich überhaupt nichts zu tun haben wollte. Doch nach der 0:1 (0:1)-Niederlage gegen den direkten Konkurrenten Mainz 05 steckt die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt wieder ganz tief drin im Tabellenkeller. Zudem bedeutete die sechste Niederlage in Folge einen neuen Negativ-Rekord für den Verein. Mainz‘ Siegtor hatte Adam Szalai erzielt, und der Video-Schiedsrichter hatte auf der anderen Seite für große Bremer Empörung gesorgt.

Im Vergleich zur 1:4-Pleite in Dortmund hatte Kohfeldt drei Veränderungen in seiner Startelf vorgenommen. Nach drei Pflichtspielen Pause wegen eines Zehenbruchs kehrte Stürmer Niclas Füllkrug in die Anfangsformation zurück – ebenso wie Linksverteidiger Ludwig Augustinsson, der zuletzt mit einer Oberschenkelzerrung ausgefallen war. Zudem durfte Josh Sargent wieder von Beginn an spielen. „Es geht heute um viel für uns, und ich mag solche Spiele“, hatte Kohfeldt kurz vor dem Anstoß noch gesagt – die gute Laute des Trainers sollte aber schon bald jäh gedämpft werden.

Werder Bremen-Tor gegen Mainz 05 vom VAR zurückgenommen - Christian Groß: „Ein klares Tor“

Nach einer guten Anfangsphase, in der Werder Bremen eindeutig mehr vom Spiel hatte, gab es in der 16. Minute die eiskalte Dusche. Weil Milos Veljkovic ohne Gegnerkontakt stolperte, hatte Karim Onisiwo plötzlich freie Bahn, scheiterte aus spitzem Winkel zwar an Torhüter Jiri Pavlenka – allerdings brauchte Adam Szalai den Abpraller nur noch über die Linie zu schieben, 1:0 für Mainz. Besonders ärgerlich für Werder: Eigentlich hätten die Hausherren zu diesem Zeitpunkt längst selbst führen müssen. Eine 3:1-Kontersituation nach einem Mainzer Eckball hatten Milot Rashica und Maximilian Eggestein jedoch kläglich vertändelt (9.).

Nach dem Rückstand war den Bremern deutlich anzumerken, dass der Treffer von Mainz 05 so richtig weh getan hatte. Es dauerte einige Minuten, ehe die Mannschaft wieder den Weg nach vorne fand. Kurz nachdem Pavlenka einen Onisiwo-Abschluss pariert hatte (28.), war es Eggestein, der Füllkrug per Trickpass eine Großchance ermöglichte. Der schwache Abschluss des Stürmers war letztlich aber kein Problem für Mainz-Torhüter Robin Zentner (31.). Pavlenka musste sich da auf der anderen Seite schon sehr viel mehr strecken, um gegen Leandro Barreiro per Glanzparade das 0:2 zu verhindern (38.). Kurz darauf kam es dann vor dem Mainzer Tor zur großen Aufregerszene.

Nach einem Eckball von Augustinsson spitzelte Kevin Möhwald Zentner den Ball zwischen den geöffneten Armen weg, woraufhin Dominik Kohr Sargent anschoss – und es plötzlich 1:1 stand (44.). Die Freude des SV Werder Bremen schlug aber schnell in blankes Entsetzen um, denn nach Eingreifen des Video-Schiedsrichters (VAR) Felix Zwayer nahm Referee Marco Fritz den Treffer zurück – eine Fehlentscheidung, weil der Ball zwischen Zentners Armen frei gewesen war. Das Regelwerk sieht in solchen Fällen nur dann ein Foul, wenn der Torhüter den Ball eindeutig unter Kontrolle hat. „Er hatte Probleme, den Ball zu kontrollieren, er hatte ihn nicht sicher in der Hand“, ärgerte sich Werders gelbgesperrter Christian Groß in der Halbzeitpause am Sky-Mikrofon: „Für mich war das ein klares Tor.“

Werder Bremen verliert auch den Abstiegskampf-Krimi gegen Mainz 05

Nach dem Wechsel dauerte es dann gerade einmal drei Minuten, bis die Gäste um ein Haar schon für die Vorentscheidung gesorgt hätten. Marco Friedl verlor im Strafraum gegen Szalai völlig die Orientierung, woraufhin der Mainzer Angreifer den Ball aus der Drehung mit Urgewalt an die Latte drosch (48.). Eine Szene, die den Auftakt zu einer wilden Phase der Partie bildete, in der beide Teams zu Chancen kamen. Eggestein setzte einen Flachschuss knapp neben das Tor (58.), Pavlenka rettete abermals stark gegen Onisiwo (59.), ehe Füllkrug an Zentner scheiterte (60.). Danach verflachte das Tempo wieder, was Mainz 05 durchaus entgegenzukommen schien. Kohfeldt wartete trotzdem lange, ehe er neue Impulse von der Bank brachte. Erst in der 78. Minute kamen Davie Selke (für Füllkrug) und Romano Schmid (für Friedl). Werder Bremen stellte nun hinten auf Viererkette um, was vorne für mehr Personal und Durchschlagskraft sorgen sollte.

Die Hausherren rannten im leeren Weserstadion zwar immer wieder an, hatten vor dem Tor aber entweder nicht die zündende Idee oder leisteten sich schlicht zu viele Fehler in ihren Aktionen. In der 85. Minute schickte Kohfeldt dann Eren Dinkci (für Möhwald) auf den Platz – in der Hoffnung, dass der 19-Jährige sein Fußballmärchen aus dem Hinspiel vielleicht erneut schreiben würde. Was ihm nicht gelang. Stattdessen hätte Mainz 05 am Ende durchaus noch auf 2:0 erhöhen können. (dco) Auch interessant: Florian Kohfeldt - „Ich schimpfe auf keinen“ - die Stimmen zur Werder-Niederlage gegen Mainz. Und: Florian Kohfeldt hat seine Chance nicht genutzt - ein Kommentar zur Werder-Krise. In unserem TV-Guide erfahrt ihr, wie ihr Werder Bremen gegen Union Berlin live im TV und im Livestream sehen könnt.

Werder Bremen verliert gegen Mainz 05 - der Live-Ticker zum Nachlesen!

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Abpfiff! Werder verliert mit 1:0 gegen den direkten Konkurrenten Mainz 05. Torschütze in der ersten Halbzeit war Adam Szalai nach Fehler von Milos Veljkovic. Der vermeidliche Ausgleichstreffer durch Josh Sargent wurde fälschlicherweise aberkannt. Am Ende war Werder trotzdem wieder einmal offensiv zu ineffektiv. Vier Spieltage vor Schluss steckt man nun wieder mitten im Abstiegskampf.

90. Min+4: Noch eine Minute. Nur noch lange Dinger. Es gibt nochmal eine letzte Ecke. Pavlenka kommt nach vorne.

90. Min+3: Super Schuss von Schmid. Knapp drüber! Noch rund zwei Minuten auf der Uhr.

90. Min+1: Glatzel hat die Chance alles klar zu machen und schießt einen halben Meter am Tor vorbei. Insgesamt gibt es fünf Minuten oben drauf.

89. Min: Flanke auf Gebre Selassie. Der ist zwar kopfballstark, aber bekommt keine Wucht hinter den Ball. Abstoß Zentner.

87. Min: Svensson bringt Stöger und Burkardt für Onisiwo und Boetius und nimmt wieder Sekunden von der Uhr.

87. Min: Mwene aus der zweiten Reihe. Knapp vorbei. Wo bleibt Werders Schlussoffensive?

85. Min: Kann sich Geschichte wiederholen? Eren Dinkci kommt für Kevin Möhwald.

83. Min: Robin Zentner spielt auf Zeit und sieht gelb.

83. Min: Rashica hat endlich mal etwas Platz auf rechts, bleibt mit seiner Flanke aber wieder hängen. Das ist einfach zu wenig!

80. Min: Werder versucht es weiter mit Halbfeldflanken. Stefan Bell kann darüber, wie so oft, nur müde lächeln.

78. Min: Jetzt wechselt Kohfeldt. Schmid und Selke haben noch ca. 15 Minuten Zeit um zumindest noch den Ausgleich mitzugestalten. Füllkrug und Friedl sind draußen.

77. Min: Augustinsson tritt Ecke Nummer fünf und sechs in den Mainzer Strafraum. Das Ergebnis bleibt unbefriedigend.

76. Min: Die 05er stehen sicher und verteidigen geschickt. Werder fällt nichts ein. Ein Spiegelbild der letzten fünf Spiele.

74. Min: Glatzel und Latza kommen für Kohr und Szalai. Wann möchte Florian Kohfeldt eigentlich mal wechseln?

73. Min: Das Bremer Angriffsspiel bleibt zu ausrechenbar. Mainz hat aktuell keine Probleme.

72. Min: Mainz fordert Elfmeter nachdem Eggestein vermeindlich geschubst haben soll. Fritz winkt zum Glück direkt ab.

70. Min: Bo Svensson bereitet die ersten Wechsel der Partie vor.

67. Min: Nach dem darauffolgenden Freistoß haben gleich zwei Bremer die Chance aus zweiten Reihe abzuziehen. Da sie sich aber gegenseitig behindern, wird nichts Zählbares daraus.

66. Min: Boetius foult Eggestein rabiat. Über die gelbe Karte muss er sich nicht beschweren.

65. Min: Wann reagiert Florian Kohfeldt? Auf der Bank warten die Offensivkräfte Schmid, Osako, Selke und Hinspiel-Torschütze Dinkci auf ihren Einsatz.

63. Min: Sargent lässt seine Frustration an Brosinski aus und steigt zu hart ein. Zurecht sieht der US-Amerikaner die gelbe Karte.

61. Min: Wilde Phase jetzt! Auf beiden Seiten lassen die Abwehrreihen federn. Soeben hatte Eggestein den Ball schon an Zentner vorbeigelegt. Der Winkel war dann zu spitz. Auf der anderen Seite kann Werder in Person von Moisander einen wichtigen Zweikampf nicht für sich entscheiden und gerät erneut in Nöte. Noch bleibt es beim 0:1 aus Bremer Sicht.

60. Min: Onisiwo! Werder pennt hinten wieder, Pavlenka muss retten!

59. Min: Sargent spielt direkt auf den links losmarschierenden Rashica. Der Kosovare bleibt an zwei großen Mainzer Verteidigern hängen. Da muss er versuchen den Ball wieder abzugeben bevor er sich blind festrennt.

57. Min: Augustinsson trifft die Mauer, die zur Ecke lenkt. Der Schwede führt die Ecke ebenfalls aus. Auch dieser Standard bleibt ungenutzt.

56. Min: Eggestein wird rund 20 Meter vor dem Tor von Bell gefoult. Es gibt einen direkten Freistoß.

54. Min: Damit war nicht zu rechnen. Veljkovic sieht ordentlich ramponiert aus, läuft aber trotzdem wieder auf seine Position. Er will offenbar noch etwas gut machen. Hoffentlich kein falscher Ehrgeiz.

53. Min: Veljkovic liegt immer noch draußen. Die Physios sind allerdings offenbar der Meinung, dass der Innenverteidiger weitermachen kann.

50. Min: Veljkovic bleibt durch einen Zusammenprall bei einem Kopfballduell mit Barreiro liegen. Der Serbe blutet direkt stark, so dass von einer schlimmeren Verletzung ausgegangen werden muss. Felix Agu macht sich schon bereit.

48. Min: Latte! Adam Szalai lässt Friedl alt aussehen und pflückt eine Flanke runter bevor er den Ball mit Karacho an die Unterkante der Latte setzt. Glück für Werder!

47. Min: Beide Trainer haben übrigens nicht ausgewechselt.

Werder Bremen gegen den 1. FSV Mainz 05 im Live-Ticker: VAR verhindert Werder-Treffer kurz vor der Pause

46. Min: Weiter geht‘s! Wie reagieren die Grün-Weißen nach der Fehlentscheidung kurz vor dem Pausenpfiff?

Halbzeit! Werder geht mit einem 0:1-Rückstand in die Pause! Florian Kohfeldt ist bedient und geht direkt auch Schiri Marco Fritz zu! Doch es nützt nichts. Trotz engagierten Start sind es die Gäste, die nach einem Ausrutscher von Veljkovic in Führung gegangen sind.

45. Min+2: Fraglich ist, warum der VAR Felix Zwayer da überhaupt eingreift. Es handelte sich um keine klare Fehlentscheidung. Im Gegenteil. Marco Fritz hatte das Tor zuerst sogar gegeben.

45. Min +1: Der Schiri schaut sich das Tor nach VAR-Eingriff nochmal an und gibt das Tor nicht. Aus unserer Sicht eine klare Fehlentscheidung! Zentner bekam den Ball nach einer Ecke nicht richtig zu fassen, Möhwald spitzelt den Ball weg und über Umwege zu Sargent, der zum Ausgleich trifft. Die Entscheidung lautet trotzdem Foul und kein Tor! Das ist gleichermaßen falsch wie bitter für Werder!

45. Min: Der Ball ist im Tor!!! Die Werder-Tormusik läuft! Aber es gibt sofort lautstarke Proteste der Mainzer, weil Zentner den Ball schon in der Hand gehabt haben und dann gefoult worden sein soll.

44. Min: Füllkrug legt einen Ball auf Rashica ab, der direkt aus halbrechter Position abzieht. Der Ball wird abgefälscht. Ecke!

42. Min: Füllkrug hatte die größte Werder-Chance in der 31. Minute! Der zuletzt verletzte Hoffnungsträger ist aber in mehreren Situationen noch nicht richtig im Spiel.

41. Min: Friedl wechselt sehenswert die Seite auf Gebre Selassie. Die entscheidenden Pässe im letzten Drittel kommen aber zu selten.

38. Min: Während Sargent den Ball nicht annehmen kann, kontert Mainz! Ein schöner Rückraum-Pass von Onisiwo wird von Barreiro verwertet. Obwohl sich der Luxemburger selber anschießt, muss sich Pavlenka lang machen und zur Ecke klären. Von dieser geht dann keine Gefahr mehr aus.

35. Min: Werder nähert sich langsam wieder an. Akuell sind außer Pavlenka alle Feldspieler in der Mainzer Hälfte zu finden.

Werder Bremen gegen den 1. FSV Mainz 05 im Live-Ticker: Niclas Füllkrug verpasst den Ausgleich

31. Min: Genialer Pass von Eggestein mit dem Außenrist in die Lücke auf Füllkrug (schöner Wortwitz!) . Dieser kann die Chance nicht nutzen und platziert seinen Schuss zentral auf Zentner. Das war mehr eine Rückgabe als alles andere!

28. Min: St. Juste hat Augustinsson gefoult, so dass es in ähnlicher Position direkt zur nächsten Standardsituation kommt. Diesmal segelt eine Freistoßflanke in den Strafraum, wo allerdings nur ein Mainzer an den Ball kommt.

26. Min: Rashica wird in interessanter Position von Boetius gelegt. Er führt den Freistoß selber aus, setzt das Spielgerät aber über das Tor.

23. Min: In der Blitztabelle sind die Mainzer nun an Werder vorbei gezogen. Wenn man bedenkt, dass die Hessen sogar noch ein Nachholspiel gegen die Hertha im petto haben, sollten die Bremer schnellstens am Ergebnis arbeiten.

20. Min: Momentan finden beide Teams keine Struktur in ihrem Spiel. Der Rückstand macht sicher etwas in den Köpfen der Kohfeldt-Elf.

18. Min: Wie reagieren die Bremer nach diesem Bock? Unnötiger geht es kaum.

Werder Bremen gegen den 1. FSV Mainz 05 im Live-Ticker: Milos Veljkovic patzt - Adam Szalai vollstreckt

16. Min: Ein individueller Fehler führt mal wieder zum Gegentor! Milos Veljkovic hat den Ball 25 Meter vor dem Tor eigentlich fast sicher, rutscht aber weg. Onisiwo ist der Nutznießer. Der Österreicher nimmt den Ball auf, treibt den Ball in den Strafraum, schließt ab und scheitert, der mitgestartete Szalai steht nach einer der Fußabwehr von Pavlenka aber parat und schiebt ohne Schwierigkeiten zur Mainzer Führung ein.

16. Min: Tor für Mainz! Die Gäste führen mit 1:0 in Bremen!

13. Min: Möhwald versucht es aus der Distanz, wird aber geblockt.

12. Min: Die ersten Minuten versprechen ein spannendes Spiel! Werder hat den besseren Start erwischt, Mainz kam aber ebenfalls schon zu einer Gelegenheit.

10. Min: Brosinski auf der anderen Seite mit einer flachen Flanke in Richtung Szalai. Der Ungar kommt nicht ran. Das war gefährlich!

8. Min: Erstmals finden sich die Mainzer länger in der Bremer Hälfte. Sogleich springt ein Eckball dabei heraus. Brosinskis Ecke führt zu einem Bremer Konter, aus dem Rashica und Co. mehr machen müssen. Eine Drei gegen Eins Situation wird zu leicht vertendelt.

5. Min: Geburtstagskind Ludwig Augustinsson fällt im Strafraum und fordert einen Elfmeter. Die TV-Bilder geben keinen eindeutigen Aufschluss darüber, ob eine Berühung vorlag. Statt Elfmeter gibt es also Ecke. Diese bringt nichts ein.

4. Min: Werder verteidigt bisher konzentriert und gewinnt im Mittelfeld viele Bälle.

2. Min: Erwartungsgemäß läuft Werder bei eigenem Angriff in einem 3-5-2 System auf. Josh Sargent nimmt den Part auf der Zehn ein.

Werder Bremen gegen den 1. FSV Mainz 05 im Live-Ticker: Anpfiff im Weserstadion!

1. Min: Los geht‘s Rashica stößt an!

20:30 Uhr: Die Seitenwahl ist entschieden. Werder spielt in der ersten Hälfte auf die verwaiste Ostkurve.

20:25 Uhr: Der Unparteiische heißt heute Marco Fritz. In dieser Saison hat er Werder vorher noch nicht gepfiffen.

20:20 Uhr: Aber genug geredet! Heute gilt es. Kein Fan möchte nach dem Spiel wieder etwas von „positiven Ansätzen“ oder gar einem „das geht so nicht“ hören! Die Leistung muss heute stimmen und dann wird man gegen Mainz auch punkten.

20:16 Uhr: „Wir können etwas erreichen. Es geht um viel“ sagte Florian Kohfeldt unter der Woche. Im Sky-Interview erwähnt er zudem, dass es heute noch nicht um Alles gehe, allerdings um Einiges. Recht hat er!

20:11 Uhr: Man muss im Grunde also nicht gesondert erwähnen, um was es heute geht! Bei einer erneuten Niederlage wird es, nach den gestrigen Ergebnissen, noch enger als sowieso schon. Von der Ruhe Anfang März, als man sich bereits in Sicherheit wähnte, ist schon jetzt nichts mehr zu spüren.

20:07 Uhr: Werfen wir doch nochmal einen Blick auf die Tabelle: Fünf Spieltage vor Schluss steht Werder mit 30 Punkten auf Platz 13. Bielefeld ist inzwischen punktgleich. Mainz (15.) kann mit einem Sieg heute sogar an Bremen vorbei ziehen. Hertha und Köln belegen die Plätze 16 und 17 mit je 26 Punkten. Die Hertha spielt noch ein Nachholspiel gegen Mainz.

20:04 Uhr: Hoffnung machen vor allen zwei Fakten: Zum einen hat Werder in dieser Saison in neun Duellen gegen direkte Abstiegskonkurrenten ganze acht Mal gepunktet. Zum anderen dürften die Werderfans noch positive Erinnerungen an das Hinspiel haben. Ein gewisser Eren Dinkci machte kurz vor Schluss, als Joker, in seinem ersten Bundesligaspiel das erlösende 1:0 für die Grün-Weißen. Der 19-jährige Deutsch-Türke sitzt heute erneut auf der Bank.

19:59 Uhr: Bei einer erneuten Werder-Niederlage setzt es also einen historischen Negativrekord, der zwingend verhindert werden sollte.

19:55 Uhr: Das Momentum spricht trotzdem für die 05er! Aus den letzten fünf Duellen vor dem coronabedingt-abgesagten Spiel gegen Hertha BSC sammelten die, schon vielseits abgeschriebenen, Mainzer elf Punkte. Werder hat im Vergleich in den letzten fünf Spielen keinen einzigen Punkt geholt. Vereinsnegativ-Rekord eingestellt!

19.51 Uhr: Und Mainz? Das Team von Bo Svensson kommt ohne echten Goalgetter aus. Quaison, Onisiwo, Stöger und Niakhaté sind mit jeweils drei Saisontreffern die treffsichersten Kicker im aktuellen Kader. Adam Szalai (insgesamt 52 Bundesligatreffer) wartet sogar noch auf sein erstes Saisontor.

19.44 Uhr: Sturmhoffnung Füllkrug ist hingegen wieder mit von der Partie. Nach seinem Zehenbruch hofft der Ex-Hannoveraner heute auf sein sechstes Saisontor.

19:41 Uhr: Leonardo Bittencourt wurde am Sonntag noch vor der Halbzeit angeschlagen ausgewechselt. Ihn plagt eine Kapselverletzung im linken Sprunggelenk. Ausfallzeit noch unklar.

19.35 Uhr: Drei Wechsel im Vergleich zur 1:4-Niederlage beim BVB nimmt Florian Kohfeldt heute vor. Sargent und Füllkrug sind zurück und ersetzen den verletzten Bittencourt sowie Yuya Osako, der vorerst auf der Bank Platz nimmt. Christian Groß sitzt heute eine Gelbsperre ab. Für ihn steht Ludwig Augustinsson in der Startelf.

19.30 Uhr: Auf der Mainzer Bank warten u.a Ex-Bremer Levin Öztunali und die Offensivspieler Quaison und Glatzel auf ihren Einsatz.

19.29 Uhr: Die Rheinhessen aus Mainz schicken diese Elf aufs Feld: Zentner, St Juste, Bell, Brosinski, Niakhaté, Mwene, Boetius, Kohr, Barreiro, Onisiwo, Szalai.

Werder Bremen gegen den 1. FSV Mainz 05 im Live-Ticker: Florian Kohfeldt schickt Niclas Füllkrug von Beginn an aufs Feld

19.27 Uhr: Von der Bank können die folgenden Akteure im Laufe des Spiels noch für frischen Wind sorgen: Zetterer, Agu, Erras, Schmid, Mbom, Bargfrede, Osako, Selke, Dinkci.

19.25 Uhr: Die Aufstellung der Bremer: Pavlenka - Veljkovic, Moisander, Friedl - Gebre Selassie, Augustinsson, Möhwald, Eggestein, Rashica - Füllkrug, Sargent

19.21 Uhr: Herzlich Willkommen aus der Deichstube! Englische Woche in der Fußball-Bundesliga. Werder Bremen empfängt den 1. FSV Mainz 05 zum Abstiegsduell im Weserstadion.

Werder Bremen gegen Mainz 05 - der Vorbericht:

Entspannung oder Abstiegsalarm: Florian Kohfeldt redet verbeultem SV Werder Bremen für den Stresstest gegen Mainz 05 Mut zu

Ein wenig masochistisch veranlagt muss er schon sein, dieser Florian Kohfeldt. Vor einem Spiel, das mit Abstiegsangst geradezu überladen ist und in das sein Team nach fünf Niederlagen in Folge mit aufgeschürften Knien, blutiger Nase und der einen oder anderen Beule geht, zeigt der Trainer des SV Werder Bremen sein erwartungsvollstes Gesicht. „Irgendwie geil“ findet er das, was am Mittwochabend auf ihn wartet. „Es geht um viel, das ist schön“, sagt Kohfeldt vor dem Heimspiel gegen Mainz 05 (20.30 Uhr im Live-Ticker der DeichStube*).

Bremen - Wenn man die Augen von der Tabelle nimmt, könnte man bei der positiven Energie, die Florian Kohfeldt zur Schau stellt, glatt verführt sein zu glauben, es ginge um den Einzug in die Europa League oder um Ziele, die noch verlockender sind. Dabei ist Werder Bremen gegen Mainz 05 mal wieder ein Spiel gegen den Abstieg, gegen das Versagen. Irgendwie geil? Irgendwie nicht! Natürlich ist klar, was Kohfeldt mit seiner Haltung transportieren will: Bloß kein Nervenflattern entwickeln, Lust statt Angst haben. Das ist das, was er mit seinem Trainerteam vorleben will. Das ist das, was er von seinen Spielern sehen will und sogar zum „Kriterium für die Aufstellung“ des SV Werder machen wird: „Ich mag diese Spiele. Ich hoffe, dass meine Spieler das genauso sehen und weiß, dass es so ist. Wer solche Spiele mag, wird auch spielen.“

Werder Bremen gegen Mainz 05: Florian Kohfeldt freut sich auf den Nervenkitzel im Abstiegskampf

Man könnte auch sagen: wer solche Spiele mag, ist bei Werder Bremen sehr gut aufgehoben. Denn es hat in den vergangenen Jahren viele dieser Partien mit richtungweisendem Charakter gegeben. Nicht alle wurden gewonnen, und Werders in dieser Hinsicht sehr spezielle gemeinsame Geschichte mit Mainz 05 ist bereits hinreichend erzählt. Jetzt, am 30. Spieltag, wird das nächste Kapitel geschrieben. Und Florian Kohfeldt freut sich auf den Nervenkitzel. Vielleicht kann er das auch nur, weil das Fundament seiner Vorfreude der Optimismus ist. Jener Optimismus, der ihm schon häufiger um die Ohren geflogen ist, der von seinen Kritikern mitunter sogar als Augenwischerei ausgelegt wird, der ihn dennoch nicht verlässt.

Trotz oder gerade wegen der düsteren Aussicht, dass er und sein Team mit der sechsten Niederlage in Folge einen traurigen Vereinsrekord aufstellen würden, trägt er die Zuversicht vor sich her wie der Ritter sein Schild: „Jegliche Art von Negativrekorden hat man nicht gern. Aber ich bin absolut überzeugt davon, dass wir darüber nach dem Spiel nicht reden müssen.“ Und mehr noch: „Ich hoffe, dass wir in zwei, drei Wochen über eine sehr gute Saison reden werden.“ Eine, in der Werder Bremen wie im Sommer zum Ziel gesetzt, stabil die Klasse gehalten haben wird.

Man darf und muss längst Zweifel haben, dass es wirklich so kommt. Man darf aber sicher sein, dass sich am Mittwoch gegen Mainz 05 schon viel entscheidet. „Mit einem Sieg würden wir einen Riesenschritt machen. Bei einer Niederlage würde es kribbelig werden“, liefert Florian Kohfeldt die Interpretation der Tabelle, die ohnehin schon jeder kennt. Wobei „kribbelig“ ein verniedlichendes Synonym für hochgefährlich ist. Der überraschende 2:1-Sieg des Tabellenvorletzten 1. FC Köln über RB Leipzig am Dienstagabend hat die Ausgangslage für die Bremer enorm verschärft. Zudem hat sich Arminia Bielefeld mit 1:0 gegen den nun offiziell abgestiegenen FC Schalke 04 durchgesetzt. Das Polster auf einen direkten Abstiegsplatz beträgt nun nur noch vier Punkte – beängstigend wenig.
Jetzt wäre es enorm wichtig, ein eigenes Zeichen zu setzen. Doch Werder Bremen hat mittlerweile nicht nur mit fußballerischen Defiziten, sondern auch mit der Last der fünf Niederlagen zu kämpfen. Es herrscht Frust im Überfluss, der sich zu psychischem Ballast auftürmt. Kohfeldt weiß natürlich, dass die aktuelle Pleitenserie nicht gut getan hat. „Aber als Profi, der in der Bundesliga spielen will, muss man das abschütteln können“, sagt er. 

Werder Bremen gegen Mainz 05: Florian Kohfeldt fordert von seinen Spielern Stressresistenz

Der Eindruck der letzten Wochen war: Werder Bremen kann es nicht. In den Spielen gegen Dortmund, Leipzig, Stuttgart, Bayern und Wolfsburg (null Punkte, 4:14 Tore) lieferten die Bremer entweder schwere entscheidende Fehler oder ganze Phasen, in denen gar nichts mehr zusammenging. Dass das gegen Mainz 05 anders wird, ist der Anspruch und die Erwartung des Trainers. Von seinem Personal, zu dem neben Ludwig Augustinsson auch Niclas Füllkrug wieder gehören wird, erwartet er nicht nur starke Beine, sondern vor allem starke Köpfe: „Es geht darum, auf den Punkt da zu sein. Es ist eine klare Aufforderung an die Spieler, Verantwortung zu übernehmen und in jeder Situation den absoluten Fokus zu haben.“

Was möglicherweise eine wirklich große Leistung sein könnte. Denn gegen Mainz 05 erwartet Florian Kohfeldt ein Spiel mit maximaler Intensität. „Mainz wird Stress erzeugen auf dem Platz – das müssen wir annehmen und dabei selbst eine hohe Aktivität zeigen. Ruhe wird es in diesem Spiel nicht geben. Es werden sehr wichtige 90 Minuten für uns, und so werden wir sie auch angehen.“ Wenn nicht, wäre es auch das schlimmste Gegenteil von „irgendwie geil“. (csa) *DeichStube.de ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Mediengruppe Kreiszeitung und der Weser Kurier Mediengruppe sowie ein Angebot von IPPEN.MEDIA. Wer wissen möchte, wie sich Werders kommender Gegner schlägt, kann hier Union Berlin gegen den BVB im Live-Ticker verfolgen.

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