„Wer hat kein I und auch kein Q?“

Salomon Kalou wird nach Corona-Video mit Song verspottet - und reagiert völlig unerwartet

  • Florian Schimak
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  • Andreas Schmid
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Kalou, Kalou, Salomon Kalou. Nach seinem Skandal-Video wird dem Ivorer kurzerhand ein Mallorca-Hit gewidmet. Der suspendierte Hertha-Profi teilt diesen sogar auf Instagram.

Update vom 11. Mai, 13.27 Uhr: Etwa um diese Zeit vor sieben Tagen entschloss sich der mittlerweile bei Hertha BSC suspendierte Salomon Kalou zu einem denkwürdigen Facebook-Live-Video. Der Skandal-Clip schlug hohe Wellen - und bietet nun sogar Anlass für einen Mallorca-Hit. 

Schlager-Sänger Ikke Hüftgold widmete dem Ivorer zusammen mit Musikkollege „Kreisligalegende“ einen Song. Melodisch orientierte sich der Limburger dabei an seinem Kultlied „Anthony Modeste“. Die Kalou-Version ist jedoch bei Weitem kritischer. Ein Auszug.

Wer spielt mit Covid blinde Kuh ... Salomon Kalou

Für wen sind Seuchen kein Tabu ... Salomon Kalou 

Wer schei*t auf seine Fußball-Crew ... Salomon Kalou

Wer hat kein I und auch kein Q ... Salomon Kalou

Dem 34-Jährigen scheint der Song letztlich sogar zu gefallen. Am Wochenende teilte Kalou das Lied in seiner Instagram-Story* (mittlerweile nicht mehr verfügbar). 

Übrigens bekommt auch Teamkollege Ibisevic sein Fett weg. Der Kapitän beschwerte sich im Video über zu große Gehaltsabzüge. Der Mallorca-Sänger titelt:

Für wen ist sein Gehalt ein Witz ... Vedad Ibisevic

Hertha BSC: Reaktionen auf Kalous Corona-Video - Zweifel an DFL-Plänen bleiben

Update vom 05. Mai, 16.55 Uhr: Die Vorsitzende der Sportministerkonferenz der Länder (SMK), Bremens Senatorin Anja Stahmann (Grüne), sieht sich nach dem Video von Hertha-Profi Salomon Kalou in ihren Zweifeln an Geisterspielen in der Fußball-Bundesliga bestätigt. Der Spieler habe mit seinem selbstgedrehten Video der Bundesliga einen „Bärendienst“ erwiesen, sagte sie am Dienstag vor Journalisten in Bremen.

Sie habe den Eindruck, dass sich in der Kabine niemand an die Hygiene-Etikette halte. Das habe sie im DFL-Konzept anders gelesen, und sie sei davon ausgegangen, dass das den Teams auch vermittelt worden sei. Die Sportminister hätten gesagt, dass Geisterspiele unter bestimmten Auflagen vorstellbar seien. 

„Ich bleibe aber bei meiner sich verstärkenden Skepsis, seit ich das gestrige Video gesehen habe.“ Das Thema Geisterspiele werde am Mittwoch in der Telefonschaltkonferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erörtert.

Update vom 05. Mai, 14.15 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich kritisch zur jüngsten Video-Posse um Fußballprofi Salomon Kalou von Hertha BSC geäußert. „Da macht die Liga hervorragende Konzepte, und dann gibt es Einzelspieler, wie jetzt zu lesen war, die sich sehr, sehr, sehr unglücklich verhalten. Ich finde auch gut, dass Profivereine sehr hart dagegen entscheiden, weil das bringt das ganze Konzept in Verruf“, meinte der CSU-Politiker.

Söder war am Dienstag nicht direkt auf Kalou angesprochen worden. Er nannte von sich aus das Beispiel, als es um Regelungen und deren Umsetzung bei der langsamen Öffnung gesellschaftlicher Bereiche in der Corona-Krise ging.

Corona-Skandal bei Hertha: Reaktionen auf Kalou-Video - Söder findet‘s „sehr, sehr, sehr unglücklich“

Berlin/München - Gesundheitsminister Jens Spahn hat die Suspendierung von Hertha-Profi Salomon Kalou nach dessen Kabinen-Video begrüßt. Das Hygienekonzept der DFL müsse „natürlich auch gelebt werden und deswegen war es auch richtig, dass dieser Verein nach diesem Video auch Konsequenzen gezogen hat“, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk: „Und ich hoffe, dass jetzt alle verstanden haben, dass es hier um was geht.“

Kalou war von Bundesligist Hertha BSC am Montag suspendiert worden, nachdem ein mit dem Handy selbst gedrehtes Video publik geworden war. Darin ist unter anderem zu sehen, wie der Stürmer von der Elfenbeinküste Mitspieler und Klub-Mitarbeiter per Handschlag begrüßt und die Abstandsregeln nicht eingehalten werden.

Corona-Skandal: Kühnert zweifelt am Intellekt der Spieler - Reaktionen auf den Kalou-Video

Corona-Skandal: Das Video von Hertha-Profi Salomon Kalou sorgt teilweise für Entsetzen.

Spahn lobte dennoch das DFL-Konzept, das „für andere Profisportbereiche“ ein Vorbild sein könne. Auch der Profisport müsse „Schritt um Schritt in einen neuen Alltag“ gehen dürfen, sagte der Gesundheitsminister: „Aber der muss dann auch gelebt werden und die Vereine müssen dann auch garantieren können, in der Lage sein, dass ihre Spieler, egal wie jung oder alt, das dann auch umsetzen.“

Nicht nur Jens Spahn reagierte auf das Skandal-Video von Kalou. Auch auf Twitter zeigten sich die Leute geschockt vom Verhalten des Hertha-Stürmers. Einige User aber kommentierten den Vorfall auch mit einer Prise Humor. 

Corona-Skandal um Hertha-Star Kalou: „Saisonabbruch wegen Videobeweis“

So schrieb ein User: „Saisonabbruch wegen Videobeweis“ und spielte dabei auf die bis zur Corona-Unterbrechung häufig im Fokus stehende Diskussion um den Videoschiedsrichter an. 

Auch Juso-Chef und Fußball-Fan Kevin Kühnert zeigte sich entsetzt von Kalous Verhalten und prangerte sogar den „Intellekt einiger Spieler“ an. 

Auch kicker.de zeigt kein Verständnis für die unbedachte Aktion des Ivorers und titelte in seinem Kommentar: „Kalous skandalöses Corona-Video konterkariert alle Bemühungen“. In der Tat ist es eine kleine Katastrophe*, dass sich ein Bundesliga-Spieler in der aktuellen Situation, wo die DFL alles versucht und mit allen Mitteln darum kämpf, eine Re-Start der Bundesliga durchzuführen, ein solch skandalöses Video postet. 

Der FDP-VorsitzendeChristian Lindner hat derweil harte Strafen für Fußballprofis wie den Hertha-Spieler gefordert, die sich nicht an Hygiene- und Abstandsregeln halten. „Das ist ein Warnschuss für alle, dass jeder Verantwortung tragen muss“, sagte Lindner am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Solches individuelle Fehlverhalten muss daher so streng geahndet werden, dass es selbst Fußballmillionären richtig weh tut. Dennoch darf daraus nun kein Schaden für die Liga insgesamt entstehen.“

Corona-Skandal um Kalou - der Gipfel des Hertha-Chaos

Generell gab die Hertha in den vergangenen Monaten kein gutes Bild in ihrer Außendarstellung ab. Der zunächst als Heilsbringer verpflichtete Jürgen Klinsmann schmiss nach wenigen Wochen das Traineramt in der Hauptstadt hin, ehe dann ebenfalls via Facebook-Live Stellung zu beziehen. 

Kurz darauf wurde dann ein chronologisches Tagebuch von Klinsmann veröffentlicht, in dem er mit fast dem gesamten Personal der Berliner hart ins Gericht geht. 

Und nun also das Kalou-Gate. Zwar zeigte sich der 35-Jährige einsichtig und entschuldigte sich für sein Verhalten, dennoch wurde er von der Hertha folgerichtig suspendiert. Schwer vorstellbar, dass er noch einmal das Trikot der Alten Damen tragen wird - falls die Saison nun überhaut noch aufgenommen wird. 

smk/sid/dpa

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