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Sprinterinnen top: Wie Mayer und Matheis Leipzig rockten

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Von: Rainer Schmidt

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Es gab Sprintrekorde am laufenden Band bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig. Und Lisa Mayer und Lara Matheis trugen zu der Rekordflut bei.

Dass durch Silber für Lara Matheis (TSG Wieseck) auf der 200-m-Hallenrunde und Bronze durch Lisa Mayer (Sprintteam Wetzlar) auf der 60-m-Geraden auch noch die beiden hessischen Vorzeigesprinterinnen auf Medaillenplätzen landeten, macht die Wettkampftage von Leipzig aus mittelhessischer Sicht perfekt. Beide Leistungen sind nicht hoch genug einzuordnen. Denn das 60-m-Finale bot ein Feuerwerk an Spitzenzeiten und die 200-m-Vorlaufzeit von 23,19 s von Matheis bedeutet nebenbei neuen hessischen Rekord, mit dem die Zeit von 23,30 s eliminiert wird – aufgestellt vor genau einem Jahr durch Lisa Mayer als deutsche Vizemeisterin auf der Hallenrunde.

Lisa Mayer beschränkte sich in dieser Hallensaison auf die 60 m. Es ist nicht ihre Topdisziplin, aber das Studium und die Vorbereitung auf die für sie wichtigere Stadionsaison fordern ihren Tribut. Eine Rolle dürfte dabei natürlich auch spielen, dass die von ihr eigentlich bevorzugten 200-m-Wettbewerbe international nicht mehr in den Ausschreibungen vertreten sind.

So lief Mayer auf der schnellen Leipziger Bahn den Vorlauf in 7,33 s, konnte sich im Zwischenlauf bereits mit 7,23 s über eine persönliche Bestzeit freuen und steigerte diese als Endlaufdritte hinter Gina Lückenkemper (LG Dortmund/7,14) und Rebekka Haase (LV Erzgebirge/7,16) auf nun 7,18 s. So kann man damit rechnen, dass für die zwei Startplätze bei der Hallen-EM in Serbien die beiden Erstplatzierten Lückenkemper und Haase nominiert werden. Auf der HLV-Seite wird Mayer diesbezüglich zitiert: »Meine Hallensaison ist beendet. Jetzt mache ich Pause, dann beginnt der Aufbau für den Sommer.«  

Für Lara Matheis begann die Hallen-DM mit einem Schuhkauf. Ein superharter reiner Wettkampfschuh, der jedoch auch guten seitlichen Halt bietet, wurde angeschafft und im Aufwärmtraining erstmals eingesetzt. Die Sprinterin der TSG Wieseck wurde für den Mut zum Einsatz belohnt, auch wenn der Hauch eines Stolperns nach den ersten Schritten des 60-m-Vorlaufes am Samstag die Risiken aufzeigte. Matheis steigerte in dem Vorlauf ihre bisherige Bestzeit (7,39) um fünf Hundertstel auf nun 7,35 s. Das bedeutete die insgesamt achtschnellste Zeit, die von der nun in Pohlheim-Holzheim beheimateten 24-Jährigen mit 7,34 s nochmals getoppt werden konnte.

Der erstmalige Einzug ins 60-m-Finale war geschafft, in dem Matheis nach dem Verzicht der Vorjahres-Hallensiegerin und amtierenden Freiluftmeisterin, Tatjana Pinto (LC Paderborn), sowie einem Fehlstart von Yasmin Kwadwo (MTG Mannheim) Rang sechs mit konstant starken 7,36 s belegte.

Den Sonntag eröffnete Matheis mit einem Paukenschlag, denn mit der Vorlaufzeit von 23,19 s über 200 m wurde ihre bisherige Bestzeit von 23,84 s geradezu pulverisiert. So war nur die Vorjahressiegerin Haase mit persönlicher Bestleistungzeit von 22,98 s in den Vorläufen schneller, obwohl gleich zehn der zwölf Vorlaufschnellsten mit Bestzeiten aufwarten konnten. Und die wettkampfstarke TSG-Sprinterin nutzte ihre Chance, spulte routiniert einen weiteren Superlauf ab und gewann hinter Haase, die sich auf international beachtliche 22,77 s steigerte, mit 23,22 s die Silbermedaille. »Die Vorlaufzeit konnte ich erst glauben, als ich sie im Finale bestätigen konnte. Das musste ich geistig auch erst mal verarbeiten, aber dann wollte ich auf jeden Fall eine Medaille. Die Bahn ist megaschnell und hat ihren Anteil an den Zeiten beigetragen«, freute sich Matheis nach ihrem erstmaligen Podiumsplatz auf deutscher Ebene.

Coach Knappik berührt

Für TSG-Trainer Elmar Knappik liegt der Schlüssel zu den Verbesserungen seiner Athletin auf beiden Distanzen bei durch keine Krankheit oder Verletzung beeinträchtigtem Training, neuen Krafttrainingsinhalten, unter anderem einem Gerät aus dem Bobsport, dass die Beschleunigungsphase fördert, sowie den Sprinteinheiten gemeinsam mit Gianina Gartmann von der LG Eintracht Frankfurt in der Kalbacher Leichtathletikhalle. »So ist schon vor Jahresende 2016 in Paderborn der Knoten geplatzt«, sagte Knappik anschließend und ergänzte: »Lara Matheis war durch die Doppelbelastung von Beruf und professionellem Training schon vor den süddeutschen Hallenmeisterschaften recht müde. So haben wir das Training entsprechend reduziert – und es hat sich ausgezahlt. Zudem ist Lara eine Konkurrenzläuferin, die bei Topveranstaltungen ihren höchsten Level abrufen kann. Allerdings sollte man keine voreiligen Schlüsse für die kommende Sommersaison ziehen. Nadine Gonska (Dritte der Hallen-DM in 23,48) hatte im Vorfeld des Wettbewerbs Erkältungsprobleme, und beispielsweise Lisa Mayer wird sich im Sommer wieder auf ihrer Lieblingsdistanz zeigen. Einen Platz fünf im Sommer bei der DM anzupeilen, scheint realistisch. Fakt ist aber auch, ich war von den Läufen am Sonntag sehr berührt und habe mitgelitten wie lange nicht.«

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