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Für Gelson Fernandes könnte es im Mittelfeld eng werden.

Eintracht-Kader

Eintracht Frankfurt: Die ersten Härtefälle im Kader

Bei Eintracht Frankfurt herrscht gerade im Mittelfeld  großes Gedränge – mit Folgen für einige Profis.

Die hohen Herren sind ausgeflogen, die vordringlichen Aufgaben sind ja auch erledigt, der zum Ende hin doch noch sehr aufgeheizte Transfermarkt hat erst einmal seine Pforten geschlossen. Zeit, um durchzuatmen und ein bisschen Energie zu tanken. Die Eintracht-Vorstände Fredi Bobic und Axel Hellmann haben sich daher in kurze Ferien verabschiedet, der eine schüttelt den Alltagsstress in den USA ab, der andere auf Mallorca.

Denn die kommenden Wochen werden es für die Frankfurter wieder in sich haben, da geht es Schlag auf Schlag: Ab Samstag, wenn Eintracht Frankfurt in Augsburg vorstellig wird, warten sechs Partien in 23 Tagen, vier in der Liga, zwei auf europäischem Geläuf – ein knackiger Zwischenspurt. Ähnliche Belastungen sind sie in Frankfurt aber inzwischen gewohnt. Bis Weihnachten wird die Mannschaft bereits 31 Pflichtspiele in den Knochen haben.

Profis von Eintracht Frankfurt noch auf Länderspielreise

Trainer Adi Hütter hat im Hinblick auf das volle Programm die Zügel ebenfalls lockerer gelassen, nach dem letzten Bundesligaspiel gegen Fortuna Düsseldorf gewährte er zwei freie Tage und nach der Testbegegnung gegen den Regionalligisten Chemie Leipzig (5:1) am Freitag spendierte er seinem durch die Länderspiele ohnehin dezimierten Kader noch einmal drei Tage zur freien Verfügung. Erst heute Vormittag um 10.30 Uhr beginnt die Vorbereitung für die nächste Partie am Samstag in Augsburg.

Alle Nationalspieler werden dann noch immer nicht am Start sein, Dejan Joveljic spielt heute Abend noch mit der serbischen U21 gegen Lettland, Mijat Gacinovic und Filip Kostic sind mit der A-Nationalelf Serbiens in Luxemburg gefordert. Das Trio wird am Mittwoch in Frankfurt zurückerwartet.

André Silva und Bas Dost mit individuellem Trainingsprogramm

Andere, wie die Neuzugänge André Silva und Bas Dost, arbeiteten sehr wohl individuell an ihrer körperlichen Konstitution, um ihre Rückstände aufzuholen, die sie von ihren vorherigen Vereinen, Sporting Lissabon und AC Mailand, mitbrachten. Beide sollen das neue Sturmduo bilden. Der Portugiese Silva, 23 Jahre jung und mit einigen Vorschusslorbeeren gekommen, hat sein enormes Potenzial angedeutet, gerade im Testspiel gegen Leipzig, was nicht an seinen beiden Toren lag. Der Angreifer bewegte sich gut, ließ immer wieder mal seine hervorragende Technik aufblitzen. Dem ersten Eindruck nach scheint es zumindest so, als könne er sich gut mit dem hünenhaften Sturmkollegen Dost ergänzen, der ja eher der Typ Brecher ist.

Lucas Torro für die Europa League nicht gemeldet

Hinter den beiden Angreifern hat Trainer Hütter, der mit seiner Mannschaft am 10. Oktober (16.30 Uhr) zu einem Freundschaftsspiel zugunsten der Sportstiftung Hessen beim Regionalligisten FC Gießen antreten wird, die Qual der Wahl, da gibt es sogar schon jetzt, früh in der Saison, die ersten Härtefälle. Lucas Torro etwa, von dem einen oder anderen vorschnell zu einem kleinen Gewinner der Vorbereitung gemacht, hat an Status eingebüßt. Der Spanier stand zuletzt gar nicht mehr im Kader, obwohl er mit großen Ambitionen in die Saison gestartet war.

Goncalo Paciencia: Das Krokodil auf Beutefang

Der 25-Jährige hat es aber nicht geschafft, Werbung in eigener Sache zu machen, im Gegenteil: Im bisher schwächsten Saisonspiel von Eintracht Frankfurt im ersten Playoffspiel in Straßburg stand er in der Anfangsformation und bot eine indiskutable Vorstellung. Torro, der im Test gegen Leipzig als freier Mann der Dreierektte aufgeboten wurde und auch da nicht überzeugen konnte, hat ein Tempodefizit, auch sein Spielaufbau ist eher holzschnittartig. Für die Europa League ist er daher nicht mal gemeldet worden. Eine Entscheidung, die Coach Hütter nicht leicht gefallen ist.

De Guzman und Fernandes müssen um ihre Plätze bangen

Auch Jonathan de Guzman, der am Freitag 32 Jahre alt wird, ist ins Hintertreffen geraten, gehörte zuletzt nicht mehr dem Aufgebot an und wurde ebenfalls nicht für die internationalen Partien in der Gruppenphase berücksichtigt. Das ist nachvollziehbar, wenn der Niederländer mitspielen durfte, konnte er nicht überzeugen, ihm fehlt vor allem die Dynamik und die Handlungsschnelligkeit. Sein Abstieg ging dennoch vergleichsweise schnell, in der abgelaufenen Runde kam er auf 39 Pflichtspiele, drei Tore und immerhin neun Vorlagen.

Selbst Gelson Fernandes, die gute Seele im Team und zuvor Stammkraft, muss um seinen Platz fürchten, zuletzt saß der Schweizer Routinier dreimal in Serie auf der Bank, kam nur im Rückspiel gegen Straßburg in der Schlussphase für 15 Minuten zum Einsatz – da stand es bereits 3:0. Fernandes ist dennoch ein wichtiger Faktor in der Kabine.

Seabstian Rode ist gesetzt

Torro und de Guzman sind freilich auch „Opfer“ des neue Konkurrenzkampfes im Mittelfeld, wo sich der Japaner Daichi Kamada, den niemand auf der Rechnung hatte, als „Zehner“ festgespielt hat. Sebastian Rode ist auf einer der beiden Halbpositionen dahinter ohnehin eine Klasse für sich und - körperliche Unversehrtheit vorausgesetzt - gesetzt. Auch Neuzugang Dominik Kohr, neun Millionen Euro schwer, hat sich etabliert, muss aber seinen Platz nun gegen Djibril Sow verteidigen.

Der Schweizer, der sich gleich im ersten Trainingslager in Thun einen Sehnenriss im Oberschenkel zuzog, hat seinen Trainingsrückstand aufgeholt und scharrt mit den Hufen. Gegen Leipzig ging der für zehn Millionen Euro aus Bern geholte 22-Jährige erstmals über 90 Minuten, bestach durch Dynamik, Spielverständnis und Technik und war der beste Mann auf dem Feld. Eine Überraschung wäre es nicht, wenn Sow am Samstag erstmals der Startelf angehören würde. Trost für alle anderen: Wegen des randvollen Programms wird Trainer Hütter sicher rotieren lassen.

Wieder nach Florida

Eintracht Frankfurt wird sich erneut in den USA auf die Rückrunde der Bundesliga vorbereiten. Von 2. Januar bis 10. Januar 2020 geht es für das Team von Trainer Adi Hütter wie schon im vergangenen Jahr nach Florida, wo am 9. Januar ein Testspiel gegen Hertha BSC in Saint Petersburg ansteht. Das Trainingscamp schlagen die Hessen erneut in Bradenton, Florida, auf. „Wir haben im vergangenen Jahr sehr gute Bedingungen in Florida vorgefunden und können uns dort optimal auf die Rückrunde vorbereiten“, sagt Sportvorstand Fredi Bobic. Zugleich sei der Trip wichtig für die auch von der DFL geforderte und honorierte Internationalisierung des Klubs. „Wir möchten wieder ein guter Botschafter der Bundesliga sein.“

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