Gladbachs Torschütze Matthias Ginter.
+
Gladbachs Torschütze Matthias Ginter.

Gladbach gegen Eintracht

Eintracht Frankfurt geht gegen Gladbach unter: 0:4-Klatsche bei Hütters neuem Klub

  • Stefan Krieger
    vonStefan Krieger
    schließen

Eintracht Frankfurt misslingt der Auftritt in Gladbach gründlich. Die alte Mannschaft von Adi Hütter geht gegen sein zukünftiges Team böse unter.

Mönchengladbach - Der Höhenflug von Eintracht Frankfurts Hurra-Fußballern ist ausgerechnet am künftigen Arbeitsplatz von Trainer Adi Hütter jäh gestoppt worden. Die Hessen verloren nach einer Woche voller Enttäuschungen eine temporeiche Partie bei Borussia Mönchengladbach mit 0:4 (0:1) und kassierten im Rennen um die erstmalige Teilnahme an der Champions League einen Dämpfer.

Die Nationalspieler Matthias Ginter (10.) und Jonas Hofmann (60.) sowie Ramy Bensebaini (67.) und Hannes Wolf (90.+5) trafen für die Borussia, die ihre Europapokal-Ambitionen unterstrich. Die Eintracht enttäuschte nach drei Siegen in Folge dagegen vor allem nach der Pause, wenige Tage nach den verkündeten Abgängen von Hütter nach Gladbach und Sportvorstand Fredi Bobic nach Berlin gab es auch auf dem Rasen einen Rückschlag. Am Sonntag kann Borussia Dortmund den Rückstand auf den Tabellenvierten auf vier Punkte verkürzen.

Eintracht Frankfurt überlasst den Gladbachern das Feld

„Wir wollen Geschichte schreiben“, hatte Hütter vor dem Beginn seiner Abschiedstournee angesichts der historischen Chance auf die Champions League gesagt. Sein Team überließ aber zunächst der Borussia das Feld, die in der Offensive mit variablem Spiel die Eintracht vor Probleme stellte. Hütter hielt es kaum auf der Bank, der Coach stand meist mit verschränkten Armen am Spielfeldrand und gab lautstark Anweisungen.

Hütters Laune wurde nach zehn Minuten noch schlechter: Nach einer Ecke des von einer Coronapause zurückgekehrten Hofmann durfte Ersatz-Kapitän Ginter völlig unbedrängt zur Führung einköpfen. Für die Borussia war es das 20. Saisontor nach einem ruhenden Ball - Ligabestwert. Ginter führte das Team an, weil sowohl Torjäger Lars Stindl (Muskelfaserriss) als auch Torhüter Yann Sommer (Rotsperre) fehlten.

Ein Tor geht auf die Kappe von Kevin Trapp

Sommers Ersatz Tobias Sippel konnte sich wenig später in dem nun rasanten Spiel erstmals auszeichnen. Diesmal durfte Stefan Ilsanker nach einer Ecke ungehindert köpfen, Sippel lenkte den Ball mit einer starken Reaktion an die Latte (24.). Ähnlich wie beim 3:3 im Hinspiel ging es nun hin und her, Zeit zum Durchatmen blieb kaum.

Bis zur Pause gewann die Eintracht sogar die Oberhand. Mit der gleichen Elf wie beim spektakulären 4:3 gegen Wolfsburg eine Woche zuvor hielten die Hessen das Tempo hoch, hatten aber auch Glück, als Schiedsrichter Deniz Aytekin nach einem Handspiel von Ilsanker keinen Elfmeter gab (39.).

Nach der Pause sorgte erneut ein vermeintliches Handspiel von Ilsanker für Aufregung. Weil Aytekins Pfiff wieder ausblieb, war diesmal Trainer Marco Rose sauer. Das änderte sich binnen weniger Minuten: Erst rutschte Hofmanns Schuss unter dem Körper von Kevin Trapp ins Tor, dann köpfte Bensebaini zum 3:0 ein. Wolf setzte den Schlusspunkt. (sid)

Der Liveticker zum Nachlesen: Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt 4:0 (1:0)

Aufstellung Borussia MönchengladbachSippel - Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini - Zakaria, Neuhaus, Lazaro, Hofmann, Thuram - Plea
Aufstellung Eintracht FrankfurtTrapp - Tuta, Ilsanker, Ndicka - Sow, Rode - Durm, Kamada, Kostic - Silva, Jovic
SchiedsrichterDeniz Aytekin
Tore1:0 Ginter, 2:0 Hofmann, 3:0 Bensebaini, 4:0 Wolf

<<< Live-Ticker aktualisieren >>>

95. Minute: Der krönende Abschluss: Das 4:0 für die Gastgeber. Das Debakel ist perfekt.

91. Minute: Silva mit neuer Bestleistung - für den lautesten Schrei nach leichter Berührung.

90. Minute: Barkok trifft den Pfosten - es gibt sechs Minuten drauf.

88. Minute: Es sieht nicht danach aus, als würde der Eintracht hier noch ein Treffer gelingen. Das ist seit Oktober 2020 nicht mehr passiert. Da ging man 0:5 gegen die Bayern unter.

85. Minute: Younes hat den Ehrentreffer auf dem Fuß, aber Sippel reagiert hervorragend.

84. Minute: Kamada geht raus, Barkok kommt. Ändern dürfte sich nicht viel.

80. Minute: Es deutet im Moment nicht viel darauf hin, dass der Eintracht heute auch nur ein Tor gelingt.

78. Minute: 4:1 für die Eintracht. Wenn man die Gelben Karten zählt. Zuletzt erfolgreich für die Eintracht: Timmy Chandler.

76. Minute: Drei Ecken für die Eintracht am Stück. Alle drei ohne Ertrag.

73. Minute: Younes versucht es jetzt immer mal wieder aus der zweiten Reihe. Allerdings zu harmlos.

70. Minute: Ganz, ganz bitter, aber absolut verdient. Die Gladbacher sind das bessere Team, die Eintracht besonders in der Defensive nicht sattelfest. Die Mannschaft von Hütter muss aufpassen, dass es nicht noch mehr Gegentreffer gibt.

66. Minute: Die Eintracht kann die Gladbacher einfach nicht unter Druck setzen. Gladbach immer wieder gut in der Befreiung. Ecke für die Fohlen, wieder keine Zuordnung - 3:0. Die Entscheidung durch Bensebaini.

64. Minute: Durm, Ilsanker und Rode raus - Younes, Hasebe und Chandler sollen es richten.

62. Minute: Die Führung für die Gastgeber ist verdient. Muss man einfach sagen.

60. Minute: Wieder eine dicke Chance für Thuram. Sow lenkt zur Ecke ab. Die wird erst geklärt, dann schwach verteidigt, Hofmann auf halbrechter Position - 2:0 für die Gladbacher. Der war haltbar.

58. Minute: Ndicka klärt in höchster Not. Gladbach weiter die gefährlichere Mannschaft.

56. Minute: Und wieder bringt die Eintracht den Ball nicht sauber weg. Die Gastgeber reklamieren Handspiel. Wieder Ilsanker mit der Hand? Köln interveniert, aber Deniz Aytekin bleibt gnädig.

54. Minute: Ilsanker holt sich Gelb.

51. Minute: Riesenchance für die Gladbacher: Plea alleine vor Trapp, aber der Gladbacher verzieht. Das war Riesenglück für die Eintracht.

48. Minute: Es geht munter los - erst eine Kopfballchance von Jovic, dann die Gladbacher. Es bleibt aber beim 1:0.

Anpfiff zweite Halbzeit

Halbzeit in Gladbach: Nach ganz schwachem Start kommt die Eintracht ab der 30. Minute besser ins Spiel. Da steht es aber schon 1:0. Und bis auf einen Lattenkopfball von Ilsanker steht für die SGE nichts zu Buche. Besonders Silva im Sturm ist komplett abgemeldet, und die Gladbacher sind immer wieder gefährlich bei Gegenstößen. Das verspricht eine spannende zweite Spielhälfte zu werden. Eintracht Frankfurt muss mehr riskieren.

42. Minute: Gladbach spielt das wirklich gut. Die Gastgeber attackieren mal früh, mal ziehen sie sich geschickt zurück. Die Eintracht findet viel zu selten eine Lücke.

37. Minute: VAR-Entscheidung gegen die Eintracht? Ilsanker klemmt den Ball bei einem Schuss mit den Armen ein. Aber Aytekin bleibt bei seiner Entscheidung - es gibt keinen Elfer. Glück für die Eintracht.

35. Minute: Andre Silva ist bei der Eintracht noch gar nicht im Spiel - wurde allerdings auch noch nicht von seinen Mitspielern in Szene gesetzt.

31. Minute: Das Spiel wird besser, weil die Eintracht jetzt zumindest versucht, etwas dazu beizutragen. Man nimmt die Zweikämpfe an, Gladbach wird vorsichtiger.

29. Minute: Kostic wieder mit der Chance. Aber der Serbe verzieht aus guter Position. Die Eintracht kommt jetzt etwas besser ins Spiel.

26. Minute: Kostic klärt in höchster Not vor Lazaro. Es bleibt dabei - die Eintracht schwimmt hinten.

24. Minute: Erste Ecke für die Eintracht. Ilsanker an die Latte! Schöner Kopfball.

22. Minute: Angriff über Jovic, Kamada auf Kostic - aber der Schuss des Serben wird abgeblockt. Dann kommt Durm zum Nachschuss - drüber. Aber endlich mal eine Möglichkeit für die SGE

18. Minute: Wieder die Gastgeber. Aber der Schuss geht vorbei. Es bleibt dabei - Gladbach hat das Spiel im Griff, von der Eintracht kommt wenig.

16. Minute: Im Gegenzug fast das 2:0 durch Thuram - aber auch der trifft nicht per Kopf.

15. Minute: Erste Chance für die SGE. Kostic flankt auf Jovic, aber dessen Kopfball ist zu schwach und geht am Tor vorbei. Da hätte man mehr draus machen können.

13. Minute: Völlig verdiente Führung für die Gastgeber bislang. Die Eintracht ist noch überhaupt nicht im Spiel.

10. Minute: Wieder Ecke für Gladbach - Tuta klärt. Und der nächste Eckball gleich hinterher. Und da ist es passiert: Ginter trifft per Kopf. Ganz schlechte Zuordnung in der Eintracht-Abwehr.

7. Minute: Die Gladbacher bestimmen in den ersten Minuten die Partie. Kamada versucht Silva ins Spiel zu bringen, wird aber nichts.

5. Minute: Wieder Unsicherheit in der Eintracht-Hintermannschaft. Ecke für Gladbach. Vorbei.

3. Minute: Erste Chance für Gladbach nach Schnitzer von Ilsanker - aber der Ball geht am Kasten von Trapp vorbei.

+++ 15.30 Uhr: Anpfiff in Gladbach.

+++ 15.25 Uhr: Gladbach-Manager Eberl bestätigt: Die Borussen zahlen 7,5 Millionen Ablöse für Adi Hütter.

+++ 15.20 Uhr: In zehn Minuten geht’s los. Und bei SKY hat noch niemand das magische „ausgerechnet“ in Bezug auf Hütter und seinen kommenden Klub ausgesprochen.

+++ 15.11 Uhr: Adi Hütter vor dem Spiel: „Wir haben eine sehr große Möglichkeit auf die Champions League. Wenn man das erreicht, kann ich mit erhobenen Hauptes den Verein verlassen.“

+++ 15.09 Uhr: Eintracht Frankfurt spielt taktisch wohl das bekannte 3-4-1-2, mit dem man auch gegen Wolfsburg erfolgreich war.

+++ 14.48 Uhr: Marco Rose muss umplanen: Für Sommer (Rotsperre) steht Sippel zwischen den Pfosten. Kramer fehlt aufgrund einer Gelbsperre und Stindl wegen einer Muskelverletzung.

+++ 14.35 Uhr: Eintracht Frankfurt somit mit der gleichen Startelf wie im Spiel gegen Wolfsburg.

+++ 14.30 Uhr: Die Aufstellung der Eintracht ist da. Martin Hintergegger hat es bei Eintracht Frankfurt nicht in den Kader geschafft. Adi Hütter vertraut im Sturm auf Luka Jovic und Andre Silva. Amin Younes zunächst auf der Bank.

+++ 14.05 Uhr: Der frühere Fußball-Bundestrainer Berti Vogts findet es im Zusammenhang mit dem Wechsel von Adi Hütter von Eintracht Frankfurt zu Borussia Mönchengladbach sinnvoll, für einen Trainer Ablösesummen zu zahlen. „Es ist richtig von Borussia, in einen Trainer mit hoher Qualität Geld zu investieren. Wenn er den Job macht, den ich ihm zutraue, lohnt sich das“, schrieb Vogts in seiner Kolumne in der Rheinischen Post.

++ 11.40 Uhr: Der Schiedsrichter der Partie steht fest. Deniz  Aytekin wird das Spiel leiten - ein routinerter Referee für die Begegenung mit jeder Menge Brisanz.

Update vom 16.04.2021, 10.00 Uhr: Den Entschluss zum Abschied vom Main habe Adi Hütter in der Länderspielpause nach einem Gespräch mit Gladbachs Manager Max Eberl getroffen. „Da hat mich manches überzeugt“, betonte Hütter, der in Gladbach die Nachfolge des zum BVB wechselnden Marco Rose antritt. Auf die Frage, ob er von ihm geschätzte Eintracht-Profis nehmen würde, antwortete er ausweichend: „Ich kann nichts versprechen, sage aber, dass ich aktiv niemand mitnehmen möchte.“

Unterdessen bestätigte Eberl, dass Hütter keine Ausstiegsklausel in seinem Drei-Jahres-Vertrag verankert habe. Rose und Hütter können vorzeitig gehen, der Neu-Borusse für angeblich 7,5 Millionen Euro Ablöse. „Ich bin schon jemand, der sagt: Ausstiegsklauseln bedeuten Klarheit. Aber natürlich bin ich froh, wenn meine Mitarbeiter keine Klausel haben und wenn sich ein Trainer so klar committed wie Adi“, meinte Eberl. Auch er sei froh, „dass die Nachricht jetzt raus“ ist und er aus dem Trainer-Karussell aussteigen könne.

Eintracht Frankfurt im Live-Ticker: Adi Hütter will mit seinem alten verein den Dreier

Update vom 16.04.2021, 11.00 Uhr: Mit einem möglichen vierten Sieg in Serie würden Eintracht Frankfurt die Chance der Borussia auf einen Europacup-Platz erheblich minimieren - und die eigene auf den Einzug in die Champions League verbessern. „Wir wollen das Duell für uns entscheiden“, sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter vor der Partie am Samstag..

Vor dem Spiel bei seinem zukünftigen Arbeitgeber kann der Österreicher keinen Interessenskonflikt feststellen. „Ich werde alles für den Verein geben, ab Sommer beschäftige ich mich mit Gladbach“, versicherte Hütter. „Das Wichtigste ist, dass ich mit der Mannschaft etwas Historisches erreichen kann. Dann kann ich Frankfurt leichten Herzens verlassen.“

Das Spiel des BVB gegen Werder Bremen am Sonntag tickern die Kollegen von ruhr24.de *.

Eintracht Frankfurt: Fragezeichen hinter Rode und Younes

Nach einer längeren Verletzungspause kann er voraussichtlich wieder auf Abwehrchef Martin Hinteregger setzen. „Er ist wieder im Training und ich werde mich mit ihm noch unterhalten“, sagte der Coach. Zudem gibt es zwei weitere Fragezeichen: Nationalspieler Amin Younes musste wegen Adduktorenproblemen pausieren. Mittelfeldakteur Sebastian Rode zog sich im Training eine leichte Verletzung zu.

Borussia Mönchenglabach gegen Eintracht Frankfurt: Ein Spiel voller Brisanz

Mönchengladbach/Frankfurt - Der 29. Spieltag in der Fußball-Bundesliga steht an, und Eintracht Frankfurt muss bei Borussia Mönchengladbach die Ambitionen auf die Champions League untermauern. Eine Partie mit einigem Zündstoff - schließlich hatte erst im Laufe der Woche der Trainer der SGE bekannt gegeben, in der nächsten Saison für die Fohlen tätig zu sein. Adi Hütter beendet seine Trainertätigkeit* bei den Hessen nach drei Jahren und wechselt zum Gegner an den Niederrhein. Für reichlich Zündstoff ist also gesorgt.

Eintracht Frankfurt: Ziel ist die Champions League

Erst einmal will Chefcoach aus Österreich noch den erstmaligen Champions-League-Einzug mit Eintracht Frankfurt schaffen. Die Hessen stehen - sportlich und in der Führung - vor extrem spannenden Monaten. Wenn im September womöglich Real Madrid und Manchester City zu Gast sind, könnte der Verein ein ganz anderes Gesicht haben als im derzeit so erfolgreichen Frühjahr.

Abseits aller Turbulenzen muss sich Hütters Mannschaft jetzt wieder auf die Bundesliga konzentrieren. Das Ziel Champions League ist ganz nah, mit einem Sieben-Punkte-Polster auf Dortmund soll im Schlussspurt nichts mehr schiefgehen. Bei den jüngsten zwei Siegen über den BVB (2:1) und Wolfsburg (4:3) machte Frankfurt einen extrem gefestigten Eindruck.  (skr) *fuldaerzeitung.de, ruhr24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare