Ante Rebic verfolgt auch nach seinem Wechsel zum AC Mailand, wie es seinem Ex-Klub Eintracht Frankfurt ergeht. 
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Ante Rebic verfolgt auch nach seinem Wechsel zum AC Mailand, wie es seinem Ex-Klub Eintracht Frankfurt ergeht. 

Eintracht Frankfurt

Ante Rebic ist immer noch treuer Eintracht-Fan

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Warum Ante Rebic seinen Ex-Klub Eintracht Frankfurt stets im Blick hat und was er in Mailand besonders vermisst.

  • Interview von Ante Rebic
  • Torriecher beim AC Mailand wiedergefunden
  • Rebic hat noch viel Kontakt zu Ex-Kollegen von Eintracht Frankfurt

Mailand/Frankfurt - Die Corona-Pause hätte für kaum einen Spieler zu einem ungünstigeren Zeitpunkt kommen können als für Ante Rebic. Der kroatische Nationalspieler hatte sich gerade von seiner besten Seite beim AC Mailand gezeigt, hatte endlich gespielt und, wichtiger noch, hatte Tore erzielt, fast schon am Fließband. In den acht Pflichtspielen der Serie A in der Rückrunde markierte der 26 Jahre alte Linksaußen sechs Tore, zudem traf er im italienischen Pokal gegen Juventus Turin einmal. 

Der Mann aus den dalmatischen Bergen war, nach langer, langer Zeit, endlich in Mailand angekommen, hatte endlich unter Beweis stellen können, dass er tatsächlich zur berühmten Frankfurter Büffelherde gehörte, auf einer Stufe stand mit Luka Jovic und Sebastien Haller, inzwischen bei Real Madrid und West Ham United am Ball. Fast ein halbes Jahr sah es nicht danach aus. 

Eintracht Frankfurt: Stürmer Ante Rebic gibt Interview 

Dieser Tage hat sich Ante Rebic mal wieder zu Wort gemeldet, der Medienabteilung seines Ex-Klubs Eintracht Frankfurt, hat er ein schmales Interview gegeben. So furchtbar auskunftswillig war er nicht, Interviews und öffentliche Auftritte mochte er nie. Aber er hat verraten, dass er weiterhin die Entwicklung der Frankfurter Mannschaft verfolgt. Zuweilen stattet er den alten Kumpels sogar Besuche ab, erst im Dezember war er fast mit dem komplettenEintracht-Team zusammen, in einem Frankfurter Lokal war man zum Abendessen verabredet. Sogar Trainer Adi Hütter war mit von der Partie. 

In dieser Zeit waren auch Vermutungen aufgekommen, Rebic, der im Tausch mit Andre Silva im August des vergangenen Jahres nach bis 2021 nach Mailand ausgeliehen war, käme zurück zur Eintracht. „Ich bin treuer Eintracht-Fan geblieben“, sagte er jetzt. „Ich habe gesehen, dass die Mannschaft gut gespielt hat, aber das Glück selten auf ihrer Seite war“, erzählte er. Vermutlich hat er doch nicht alle Spiele der Hessen in der Lombardei verfolgt.

Ante Rebic: Fast täglich Kontakt zu Profis von Eintracht Frankfurt

Kontakt mit der Eintracht hält er weiterhin, vor allem mit Mijat Gacinovic und Filip Kostic, seinen „Brüdern“ vom Balkan. „Wir kommunizieren fast jeden Tag, wir schreiben oder telefonieren und unterstützen uns gegenseitig.“ Bei der Eintracht spielte „der tolle Spieler“ (Hütter) drei Jahre lang, er bestritt 78 Pflichtspiele und erzielte 17 Tore. Die wichtigsten natürlich im Pokalfinale 2018, als er beim 3:1 gegen die Bayern die ersten beide Treffer erzielte und das Spiel seines Lebens machte. Der Beginn beim AC Mailand verlief alles andere als gewünscht, Ante Rebic hat das selbst eingeräumt, er habe sich das „anders vorgestellt und wie der Verein und ich es selbst von mir erwartet habe“. 

In der kompletten Hinrunde hatte Rebic bei sieben Einsätzen nicht nur keinen einzigen Treffer markiert, er spielte oft nicht, kam nur sporadisch zum Einsatz. Auch wirkte er bisweilen lustlos und pomadig. Sofort erinnert man sich an seine vorherigen italienischen Abenteuer bei Hellas Verona und AC Florenz, die nicht von besonderer Nachhaltigkeit geprägt waren und an ein Zitat des bulligen Stürmers, wonach ihm der italienische Fußball nicht sonderlich liege.

Eintracht Frankfurt: Ante Rebic hat seinen Torriecher wiedergefunden

Doch dann kam der 19. Januar, und das Heimspiel gegen Calcio Udine. Der AC Mailand lag zur Pause 0:1 zurück, Ante Rebic kam ins Spiel, besorgte sofort den Ausgleich und erzielte kurz vor Schluss den 3:2-Siegtreffer. Seit dieser Zeit läuft es beim Kraftpaket, er spielte endlich und traf verlässlich. Hinzu kam, dass Ante Rebic von Superstar Zlatan Ibrahimovic profitierte, der im Winter in Mailand anheuerte und sofort einen Draht zum Kroaten entwickelte.

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Rebic freilich hält nicht viel von der These, die besagt, dass er an der Seite von starken Persönlichkeiten aufblühe, wie etwa unter Trainer Niko Kovac oder Spieler Kevin-Prince Boateng vor zwei Jahren bei der Eintracht. Das sei purer Zufall, sagte Rebic, allerdings „ein schöner, dass ich die Chance hatte, über einen längeren Zeitraum mit ihnen zusammenzuspielen. Doch unabhängig von meinen Mitspielern, verstehe ich es, das Team mit meinen Fähigkeiten zu unterstützen.“ Es sei nicht entscheidend, mit wem man zusammenspiele, wichtig sei statt dessen, „dass ich eine kontinuierliche Chance erhalte, mich auf dem Platz zu zeigen.“

Eintracht Frankfurt: Rebic erst in Kroatien, jetzt wieder in Italien

Diese Präsenz auf dem Rasen hat Corona nun gestoppt. Anfangs der Seuche, die gerade im Norden Italiens verheerend gewütet hatte, war Rebic zu Hause in der Heimat, in Imotski bei der Familie. Derzeit weilt er wieder in Mailand und wartet sehnsüchtig darauf, wieder mit dem Training beginnen zu können. In diesen Tagen, da nicht abzusehen ist, wann in Italien wieder Fußball gespielt wird, vermisst Ante Rebic „grundsätzlich alle Trainingseinheiten und Spiele in der Serie A“. Eigentlich, sagt er, „vermisse ich einfach alles, was den Fußball ausmacht.“

Von Thomas Kilchenstein

Unterdessen spricht Alex Meier über seinen Status als Fußballgott in Frankfurt, frühere Beschimpfungen vor dem Fanblock, seine Lieblingstrainer und weshalb es ihm vor allem Sergej Barbarez angetan hat. Jonathan de Guzman verlässt die SGE wahrscheinlich. 

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