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Hadert mit den letzten 20 Sekunden von Lüttich: Eintracht-Trainer Adi Hütter.

Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt: Viel Arbeit bis Weihnachten

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Eintracht Frankfurt hat sich in die missliche Lage gebracht, die restlichen Spiele mit voller Konzentration angehen zu müssen.

Die Großwetterlage in Doha ist zurzeit ausbaufähig, die Sonne muss ganz schön Kraft aufwenden, um sich durch die dichte Wolkendecke zu kämpfen, es kann sogar mal gewittern. Ab Donnerstag aber soll es besser werden in Katar, 24, 25 Grad, die Sonne scheint rund zehn Stunden. Keine schlechten Aussichten also für Kevin Trapp, den derzeit noch unpässlichen Torwart der Frankfurter Eintracht, der „sein persönliches Trainingslager“ (Mitteilung des Vereins) in der Wüste am Persischen Golf absolvieren wird.

SGE-Torwart Trapp nervt Untätigkeit

Ab sofort schuftet der 29-Jährige, der sich am 27. September beim Auswärtssieg in Berlin (2:1) bei einem spektakulären Sturz einen Anriss der Rotatorenmanschette in der linken Schulter zugezogen und auch die fällige Operation schon lange hinter sich hat, in Absprache mit seinem Klub für zwei Wochen in der Aspire Academy an seinem Comeback. Neben „bester sportlicher und medizinischer Betreuung“, wie die Eintracht mitteilte, wird ihm auch die andere Umgebung und das Klima helfen, um auf andere Gedanken zu kommen.

Bekanntlich ist Trapp ein extrem ehrgeiziger Sportler, den Untätigkeit nervt und der Ungewissheit hasst. „Er ist ungeduldig“, hatte Trainer Adi Hütter gesagt. Der verhinderte Nationaltorwart äußerte sich kürzlich erfreut darüber, keine Schiene zur Entlastung der geflickten Sehne mehr tragen zu müssen. „Jetzt kann ich all die Kleinigkeiten wieder machen, ich bin froh über jeden kleinen Schritt“, sagte er. „Ich kann wieder richtig trainieren und Vollgas geben.“ Aber erst mal nur im Kraftraum in Doha. Ob er mit der Mannschaft ins Trainingslager nach Florida reisen kann, ist ungewiss; dass er zu Beginn der Rückrunde in den Kasten zurückkehren wird, eher unwahrscheinlich.

Die Eintracht muss innerhalb von 30 Tagen acht Mal ran

Bisher fällt seine Absenz nicht allzu sehr ins Gewicht, weil sein Vertreter Frederik Rönnow einen guten Job macht. Nach der Länderspielreise mit Dänemark wird der 27-Jährige am Mittwoch in Frankfurt auf dem Trainingsplatz erwartet. Dann beginnt bei der Eintracht die Vorbereitung auf den Endspurt in diesem Jahr. Der Sportlichen Führung ist klar, dass in dieser kurzen Zeit bis Weihnachten die Weichen gestellt werden, wohin die Reise in etwa gehen wird.

Binnen 30 Tagen müssen die ohnehin stark beanspruchten Frankfurter noch achtmal ran, in der Bundesliga geht es am Samstag gegen den VfL Wolfsburg, anschließend nach Mainz (Montag, 2.Dezember), gegen Hertha BSC (Freitag, 6.Dezember), nach Gelsenkirchen zum FC Schalke 04 (Sonntag, 15.Dezember), gegen den 1.FC Köln (Mittwoch, 18. Dezember) und abschließend zwei Tage vor Heiligabend zum Aufsteiger SC Paderborn. Aus diesen sechs Partien will der Bundesligist, so hat es zumindest Mittelfeldmotor Sebastian Rode im großen Interview vorgerechnet, zehn Punkte holen. „Das wäre eine gute Ausgangsbasis.“ 

Eintracht Frankfurt mit „ärgerlicher“ Rückschau

Die letzten Begegnungen des Jahres verortet nicht nur Sebastian Rode in die Kategorie „ganz wichtig“. Umso ärgerlich ist es für die Eintracht in der Rückschau, dass sie innerhalb von nicht mal 20 Sekunden das sichere Weiterkommen in der Europa League weggeschenkt hat. Denn durch den 1:2-Knockout in Lüttich in letzter Minute stehen auf internationalem Parkett noch zwei eminent wichtige Spiele an, eines am Donnerstag in einer Woche in London beim FC Arsenal und zum Abschluss am 12. Dezember zu Hause gegen Vitoria Guimaraes. Da geht es für die auf Rang drei der Gruppe F liegenden Eintracht um den Einzug in die Gruppenphase, und die war das erklärte Ziel.

Hätte zuvor in Belgien Filip Kostic den Ball nach 93 Minuten im Tor versenkt und wäre nicht im Gegenzug das 1:2 gefallen, hätten die Frankfurter noch zwei Freundschaftsspiele mit Wettkampfcharakter vor der Brust. Es wäre eine ideale Möglichkeit gewesen, um Stammkräfte zu schonen, ausgewogen zu rotieren und den Fokus voll auf den Schlussspurt in der Bundesliga zu legen, um sich für die Rückserie in Stellung zu bringen und die Spitzengruppe anzugreifen. Die erneute Qualifikation für die Europa League ist nämlich weiterhin ein großes Ziel der Eintracht.

Coach Adi Hütter hätte sogar die Möglichkeit gehabt, mit seiner gesamten Mannschaft ein geregeltes und taktisch hochwertiges Training anzubieten – ohne allzu sehr Rücksicht auf die beiden internationalen Partien legen zu müssen. Das ist perdu, nun muss die Eintracht alle drei, vier Tage auf höchstem Niveau, mit letzter Konzentration und größter Bereitschaft ackern, um beide Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Immerhin: Gewohnt sind sie es ja, die Frankfurter Vielspieler.

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