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Gesund und munter: André Silva bereitet das 5:1 vor. Manuel Neuer (rechts) ist chancenlos. 

Eintracht Frankfurt

André Silva und Bas Dost: Comeback zur rechten Zeit

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    Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt hat nach der Genesung von André Silva auch im Angriff endlich wieder Alternativen.

Man kann nicht behaupten, dass der portugiesische Stürmer André Silva, übermorgen 24 Jahre alt, einen besonders langen Anlauf gebraucht hätte, um an diesem Festtag auch noch seine persönliche Duftmarke zu hinterlassen. Fünf Minuten war der vom AC Milan im Tausch mit Ante Rebic gekommene Angreifer in der längst entschiedenen Partie gegen den schwer angeknockten Rekordchampion aus München, als Silva den Bayern-Verteidiger David Alaba auf ein Tänzchen einlud, ihn mit einem einfachen Wackler ins Leere grätschen ließ und den Ball flach in die Mitte zu seinem Kumpel Goncalo Paciencia passte, der die Kugel mit dem Außenrist lässig über die Linie chippte. 5:1. Sapperlot.

Es war durchaus überraschend, dass André Silva gegen die Bayern überhaupt im Aufgebot stand und dann, zehn Minuten vor dem Ende, von Trainer Adi Hütter tatsächlich eingewechselt wurde. Denn besonders häufig hat der portugiesische Nationalspieler nicht mit seinen Kollegen auf dem Übungsplatz gestanden, um genau zu sein: ein einziges Mal im Abschlusstraining. Und die Intensität in dieser Einheit lächelte Trainer Adi Hütter dann mal locker weg. „Wir haben ein bisschen Eckchen gespielt.“

Eintracht Frankfurt: Giftig, griffig, gierig

Und doch wollte der Fußballlehrer seinem Spieler ein paar Minuten schenken, um ihn wieder einzubinden und ihm das Gefühl zu geben, ein wichtiger Teil des großen Ganzen zu sein. Dejan Joveljic, der junge Serbe, musste dafür seinen Platz auf der Bank räumen. Silva, ein eleganter, technisch versierter Kicker, hat in den paar Minuten angedeutet, dass er großes Potenzial hat. Überraschend ist das nicht. Vor seiner Verletzung an der Achillessehne hatte er seinen Platz im Frankfurter Angriff sicher, war gesetzt, stand in all seinen sechs Pflichtpartien in der Startformationen und spielte 90 Minuten durch.

Der Trainer als Treiber: Die erstaunliche Entwicklung der SGE

Dann stoppte ihn die Blessur an der sensiblen Sehne an der Ferse, das war nach der letzten Bundesligapause, und der bis 2021 ausgeliehene Akteur war zum Zuschauen verdammt. Vier Begegnungen, gegen Leverkusen, Lüttich, Mönchengladbach und St. Pauli, verpasste er. Alsbald schossen Spekulationen ins Kraut, wonach die Sehne nachhaltig angegriffen sei, selbst Trainer Hütter bezeichnete sie als Silvas Schwachstelle. Bereits im Sommer zerschlug sich ein recht weit fortgeschrittener Wechsel nach Monaco, die Franzosen nahmen nach dem Medizincheck Abstand von einer Verpflichtung.

Eintracht Frankfurt hat auch in Führung weiter nach vorne gespielt

Wie es nun mit dem Stürmer auf Strecke gesehen weitergeht und ob er dauerhaft den Strapazen und Anforderungen gewachsen ist, wird die Zukunft zeigen. Am Samstag war er jedenfalls heilfroh, wieder an Bord zu sein. „Ich bin einfach nur glücklich“, sagte er. Coach Hütter hat die Ungeduld und das Feuer bei seinem Spieler deutlich gespürt und ihn auch deshalb eingewechselt: „Er war giftig darauf, zu spielen.“

Überhaupt hat der Österreicher ein paar deutliche und weithin sichtbare Zeichen gesetzt. Seine Einwechslungen waren bemerkenswert, er hat nämlich gegen die großen Bayern nicht darauf spekuliert, den Vorsprung über die Runden zu schaukeln und sich hinten zu verbarrikadieren, was gegen zehn Mann ja durchaus ein probates Mittel sein kann, übrigens eines, zu dem sein Vorgänger in Frankfurt, der inzwischen bei den Bayern entlassene Niko Kovac, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gegriffen hätte. Nein, Hütter wechselte Daichi Kamada für Stürmer Bas Dost ein, was nicht weiter verwunderlich war, und brachte anschließend, bemerkenswerter, Mijat Gacinovic und eben Silva. Für sie gingen Mittelfeldabräumer Sebastian Rode und Zerstörer Gelson Fernandes vom Platz.

„Das ist meine Haltung zum Fußball, nach vorne zu spielen“, begründete der Trainer und erklärte geduldig: „Ich hatte das Gefühl, dass wir ein bisschen Entlastung nach vorne brauchen.“ Mutig, der Mann.

Bas Dost & Andre Silva wieder fit: Deshalb sind sie so wichtig für die SGE

Nach der Genesung von Silva und Bas Dost hat Hütter auch in vorderster Linie wieder die Qual der Wahl. Wie wichtig gerade Hüne Dost für das Spiel der Eintracht ist, zeigte der 30-Jährige am Mittwoch auf St.Pauli, wo er zwei Tore zum 2:1-Sieg machte, und am Samstag gegen die Bayern. Der Niederländer behauptet die Bälle und ist, bei seiner Statur und Wucht wirklich beachtlich, ein Stürmer, den man bedenkenlos ins Kombinationsspiel einbauen kann. Von seiner Torgefahr und Kopfballstärke mal ganz zu schweigen. Ein guter Fang.

„Ich liebe Homogenität und Flexibilität“, urteilte Hütter. Mit Paciencia, dem besten Torschützen bisher, hat er noch ein weiteres Ass im Ärmel. Der Portugiese hat einen klaren Leistungssprung gemacht und sechs Bundesligatore erzielt. Insgesamt kommt das Trio auf zwölf Ligatreffer. Das ist mehr als der VfL Wolfsburg in zehn Partien zustande gebracht hat.

Unterdessen sorgte Eintracht Frankfurt mit einem Häme-Tweet gegen den FC Bayern für Aufsehen. Und: Die Fußballer der Spvgg. Fechenheim haben ein eigenes Stickeralbum bekommen - aber nicht von Panini.

Von Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein

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