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Ein Alex Meier und 1200 Besucher

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Von: Sven Nordmann

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Was passiert, wenn ein Fußball-Profi von Eintracht Frankfurt zur Signierstunde nach Mittelhessen kommt – und wie Alex Meier auf den großen Andrang reagiert.

Nach über zwei Stunden Autogramme schreiben, so gegen 20.45 Uhr am Montagabend, sagte Alex Meier, dass er lieber 90 Minuten gegen die Bayern spiele, als solch ein Autogramm-Marathon zu bewältigen. Trotzdem erfüllte die 32-jährige Fußball-Legende der Frankfurter Eintracht jeden einzelnen Wunsch der rund 1200 Besucher im Sporthaus Kaps in Solms-Oberbiel. Der Andrang war groß, unerwartet groß. »Wir haben das Ganze erst am Montagmorgen spontan von dem Laden in die Halle verlegt«, sagte Marius Tomaszczyk von der Geschäftsleitung. Das war eine gute Idee, andernfalls wäre die Signierstunde im Chaos geendet.

Schon um 14 Uhr, viereinhalb Stunden vor dem geplanten Beginn, stand Gerhard Felde in der Sporthalle, um sich einen der ersten Plätze in der später endlos erscheinenden Schlange zu sichern. »Ich war einer der Wahnsinnigen, der so früh da war«, sagt der 58-jährige Gießener mit einer Prise Selbstironie. »Als ich das letzte Mal da war, herrschte ein riesiges Gewusel, das wollte ich dieses Mal umgehen.« Und überhaupt: Alex Meier sei DER Spieler der Eintracht. »Er hat sich in Frankfurt so viele Lorbeeren verdient. Deswegen finde ich es ein bisschen schade, dass in dieser Saison der Eindruck entsteht, als sei er nicht mehr so wichtig.

Er ist nach wie vor ein absoluter Leistungsträger. Ich hoffe, er bleibt dem Verein treu und wechselt nicht in die Staaten.«

Parkplatzsuche und Imbissstand

Vor zehn Jahren fand schon einmal eine Autogrammstunde mit Meier in Solms statt, »damals war er noch nicht so hochgehypt«, wusste Marius Tomaszczyk vom Sporthaus Kaps. »Aber jetzt hatten wir vor dem Event so viele Anrufe von Vätern, die mit ihrem Kind kommen wollten.« Die Parkplatzsuche rund um das Sporthaus wurde zur Herausforderung, ein Imbissstand wurde aufgebaut, direkt am Eingang wartete eine Mitarbeiterin, die den Weg zu Meier wies. Der Besuch des Fußballprofis wurde zelebriert und man fragte sich gelegentlich, wie es tatsächlich sein kann, dass solch eine Menschenmasse nach Solms-Oberbiel strömte, nur um ein Autogramm zu erhalten.

Auch der in Mittelhessen bekannte Ex-Profi Claudius Weber zählte zu den Besuchern. Er war mit den Jungs seiner E1-Jugend vom VfB 1900 Gießen vor Ort und ließ dafür das Training ausfallen. »Das habe ich für die Jungs gemacht, die sich darüber richtig freuen.« Alex Meier selbst schien das alles in seiner typisch ruhigen, bescheidenen Art fast peinlich zu sein. Zunächst bedankte er sich für den Empfang (»Alex Meier Fußballgott«), dann beantwortete der Stürmer die Frage von FFH-Moderatorin Sonja Pahl, woran es bei der aktuellen 0:3-Niederlage in Leverkusen gelegen habe: »Bayer war einfach besser, wir haben zu Recht verloren. Schade, dass wir die Woche nicht vergolden konnten.« Zu mehr Aussagen kam der 33-Jährige gar nicht, die Fans warteten schon. Und auch wenn es ein Marathon wurde, Alex Meier war Profi genug, diesen durchzustehen und jeden Einzelnen der 1200 Besucher zufriedenzustellen. Auch wenn er vergleichsweise lieber 90 Minuten gegen die Bayern gespielt hätte.

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